# FPT – Financial Planning Tool ## Funktionale und Technische Spezifikation | | | |---|---| | **Dokument** | Funktionale und Technische Spezifikation FPT | | **Version** | 0.37 | | **Datum** | 2026-07-25 | | **Status** | Lebendes Dokument | | **Codestand** | Arbeitsstand nach `42d5585` inkl. Nachbesserungen zu Schritt 1 (Branch `main`) | | **Ersetzt** | `FDD_TDD_FPT.docx` (v1–v5) im Ordner `Info Dateien` – diese sind ab Version 0.1 dieses Dokuments obsolet | | **Geltungsbereich** | Gesamter Code im Verzeichnis `FPT` | --- ## Änderungshistorie | Version | Datum | Autor | Änderung | |---|---|---|---| | 0.37 | 2026-08-16 | Claude (Opus 5) | **Nachbesserungen zur Bestandsaufnahme** (aus einer Testrunde des Nutzers). (1) **Die Knöpfe tragen die Kategorienamen** (Einkommen · Ausgaben · Pensionskasse · Säule 3a · Sonstiges Vermögen · Immobilie · Sonstige Schulden), die Alltagssprache steht als Erklärzeile darunter. Vorher hatte der Assistent eigene Vokabeln erfunden – am deutlichsten «Lebenshaltung», hinter der sich ein Feld «Ausgaben pro Jahr» verbarg. Wer hier eine andere Sprache lernt als die, die Matrix, Rechenwege und Bericht sprechen, sucht sie später vergeblich. Der Elementname darf konkret bleiben: Kategorie «Ausgaben», Zeile «Lebenshaltung». (2) **Kein Speichern-Knopf je Element mehr.** Der Entwurf liegt neu auf Ebene des ganzen Schritts statt in der einzelnen Karte – nur so überlebt er den Wechsel des Reiters, denn dabei verschwinden die Karten des vorigen Bereichs samt ihrem Zustand. «Schritt abschliessen» schreibt alles in einem Zug. Weil damit alle Zahlen an einem Ort liegen, zeigt der Dialog neu die Summe **«Vermögen heute» live beim Tippen** – die Rückmeldung, die sonst mit dem Speichern-Knopf verloren gegangen wäre. Wer den Dialog mit ungespeicherten Eingaben schliesst, wird gefragt. (3) **«Zurück/Weiter» entfällt** in Schritt 1 und 2: Die Reiter oben sind der Weg durch die Bereiche, zwei Navigationen für dieselbe Bewegung sind eine zu viel. (4) Der 3a-Hinweis zum Höchstbetrag ist gestrichen – er beantwortete an dieser Stelle eine Frage, die niemand stellt. (5) **Neue Matrix-Spalte «Start»** und: **die Matrix erscheint, sobald es Elemente gibt** – Lebensphasen sind dafür nicht mehr nötig. Das war ein Fehler in 0.36: Die Stammdaten wurden eigens dafür eingeführt, dass eine Bestandsaufnahme ohne Zeitachse möglich ist, und dann rendete die Matrix nichts, weil sie ganz an den Phasen hing. Die Spezifikation behauptete das Richtige, der Code hielt es nicht. Die Spalte löst zugleich ein zweites Problem: Sie ist der Ort, an dem ein Startwert **änderbar** ist. Ohne sie hätte man ihn in Phase 1 bearbeitet und dabei still einen Phasenwert geschrieben, der die Stammdaten überdeckt – dieselbe Zahl an zwei Orten. (6) Der Text des leeren Zustands ist korrigiert: Seit dem Umbau kommen die Elemente zuerst und die Phasen danach. Neue gemeinsame Komponente `BaseFields` (Assistent und Matrix nutzen dieselben Felder), neues Panel für die Stammdaten. 2 Tests ergänzt (334 → 336). | | 0.36 | 2026-07-26 | Claude (Opus 5) | **Der Assistent wird das Herzstück** (neues Kapitel 3.14). Ein Umbau von Onboarding, Bildschirmaufbau und Führung. (1) **Ein Weg hinein.** Die Übersicht zeigt im leeren Zustand nur noch «Meinen ersten Finanzplan anlegen»; der geführte Start und der Beispielplan entfallen. Drei Knöpfe waren eine Wahl, die niemand treffen kann, der das Tool noch nicht kennt. Der Plan-Dialog fragt nur noch sechs Dinge: Name, Haushaltsform, Personennamen, Startjahr, Alter, Inflation. **Das Pensionsalter wird nicht mehr abgefragt** – es ist kein Stammdatum, sondern der erste Entscheid der Pensionsplanung, und es erzeugt eine Phasengrenze. Bis dahin gilt das Referenzalter. (2) **Element-Stammdaten** (`FinancialElement.baseData`): Bestand bei Planbeginn und Ausgangs-Annahmen hängen neu am ELEMENT statt in Phase 1. Zwei Gründe – ein Startwert ist nicht «phase-1-spezifisch», sondern schlicht der Stand am Anfang; und Elemente lassen sich damit erfassen, **bevor es Lebensphasen gibt**. Genau das braucht die Bestandsaufnahme als erster Schritt. Zugleich sind die Stammdaten die **Wurzel der Feld-Vererbung**: Phase 1 hatte bisher nichts, von dem sie hätte erben können, und fiel auf 0. (3) **Aus einem Fixpunkt werden bis zu vier je Person.** `phaseplan.ts` kannte nur das Erwerbsende. Da AHV, Pensionskasse und jedes 3a-Konto eigene Bezugsalter haben (`pkWithdrawalAge` neu), erzwingt jeder Bezugsbeginn eine Phasengrenze – sonst fiele er mitten in eine Phase und rutschte auf die nächste Grenze, unter Umständen Jahre später. Die Phasendauer-Kappung zählt sie mit; Ereignisse im selben Jahr teilen sich eine Grenze. (4) **Planungshorizont in JAHREN** am Szenario (`planningHorizonYears`) statt als Endalter je Person: eine Zahl statt zweier, die bei einem Paar auseinanderlaufen könnten; die Endalter sind die Ableitung. Ersetzt `Person.planningHorizonAge` aus 0.35. (5) **Neuer Szenario-Bildschirm.** Zwei farblich getrennte Hälften: oben die Steuerung in vier Kacheln (Grundeinstellungen mit «Pensionsplanung» je Person · Kennzahlen inkl. neuem **«Vermögen heute»** · Schnellaktionen · Assistent) plus die Zeitachse über die volle Breite; unten die Matrix. Die Aktionsleiste über der Matrix ist verschwunden: **«+ Element», «+ Phase», der Nominal/Real-Umschalter und «Alle auf-/zuklappen» sitzen jetzt in der Ecke oben links der Matrix** – sie steuern die Matrix und lagen vorher lose darüber wie Aktionen der ganzen Seite. (6) **Der FPT-Assistent** ersetzt die Karte «Nächste Schritte». Sieben Schritte von der Bestandsaufnahme bis zum Feinschliff. Jeder öffnet ein Popup, das **zuerst erklärt** (welche Fragen der Schritt beantwortet, was man wissen sollte) und **danach das Werkzeug** anbietet; «Selbst erledigen» überspringt beides. Der Haken ist **manuell** – das Tool masst sich nicht an zu wissen, wann jemand fertig ist –, aber daneben steht der **abgeleitete Stand** («0 Lebensphasen»), damit ein abgehakter Schritt ohne Substanz auffällt. Erledigte rutschen nach unten und werden blass; die Kachel ist gelb, bis alle sieben stehen, dann grün. (7) **Neue Tour**: ein grosses Popup mit einem **nachgebauten** Bildschirm und erfundenen Zahlen, schrittweise erklärt. Das frühere Spotlight lag über der echten Ansicht – und hatte auf einem frisch angelegten, leeren Plan nichts hervorzuheben, also gerade dann nicht, wenn es am nötigsten war. Der Preis ist, dass die Attrappe bei UI-Änderungen nachzuführen ist. (8) Entfallen: `PlanWizard` (der Assistent führt jetzt IM Plan statt davor) und `demoplan.ts`. Neue Module `assistant.ts`, neue Komponenten `Assistant`, `AssistantStepDialog`, `AssistantSteps`; neue Endpunkte `PUT /api/elements//base` und `POST /api/scenarios//assistant`. **Keine Datenmigration** (Pläne wurden vorgängig gelöscht). 12 Tests ergänzt (322 → 334). | | 0.35 | 2026-07-26 | Claude (Opus 5) | **Die Pensionierung ist eine Eigenschaft der PERSON, nicht der Zeitachse** (neues Kapitel 3.13). Der grösste Eingriff seit V7. Bisher hing jeder Bezugs-Entscheid an `transitionValues[phaseId]` – am Schlüssel Element × Phasen-ID. Daraus folgte fast alles, was an der Pensionsplanung störte: Entscheide, die inhaltlich **eine** Frage sind, lagen in drei weit auseinander liegenden Matrix-Zellen; das Alter zu ändern war ein struktureller Eingriff, bei dem Entscheide über `mergeTransition` verlustbehaftet von Grenze zu Grenze gerettet werden mussten; ein Szenario nur für ein anderes Pensionsalter hiess, alles neu zu entscheiden; und der Ziel-Solver (Roadmap Nr. 21) hätte nichts zum Anfassen gehabt. **Neu liegt der Entscheid am ELEMENT** (`FinancialElement.retirementDecision`, ohne Phasenbezug) und überlebt damit jede Verschiebung der Zeitachse. (1) **Neuer Pensionierungs-Bildschirm** gleichrangig neben der Matrix, mit der **Rentenlücke** als Leitzahl – keine neue Rechnung, sondern die Verzehrquote im ersten voll pensionierten Jahr; sie fehlte bisher nur als Begriff. Gerechnet im Rechenkern (`PlanComputed.retirement`), damit Bildschirm und PDF-Bericht nicht auseinanderlaufen. Die Matrix-Zellen am Pensions-Übergang bleiben bedienbar und nutzen **dieselbe Komponente** (`RetirementFields`) – zwei Ansichten auf ein Objekt, kein Duplikat. (2) **AHV-Vorbezug und -Aufschub** werden gerechnet (Kap. 4.4.7 neu geschrieben): Kürzung 6,8 %/Jahr, Zuschlag +5,2/10,8/17,1/24,0/31,5 % nach 1–5 Jahren, Teilbezug 20–80 %. Bis 0.34 startete die Rente **immer** mit 65 – wer mit 62 aufhörte, bekam die ungekürzte Rente drei Jahre später, wer bis 68 arbeitete, verschenkte den Zuschlag. Dabei wurde eine fachliche Trennung eingeführt, die es vorher gar nicht gab: **Rentenbeginn und Beitragspflicht sind zwei verschiedene Alter.** Wer mit 62 aufhört und ab 63 vorbezieht, bezieht ab 63 **und** zahlt bis 65 weiter als Nichterwerbstätige(r). (3) **Pensionskasse: ein Regler statt eines Modus.** `payoutMode` (`PENSION`/`CAPITAL`/`COMBI`) und der absolute `capitalAmount` entfallen zugunsten von `capitalSharePct` (0–100 %). Als Quote, weil sich das Guthaben mit dem Pensionsalter ändert – ein fixer Betrag bedeutete beim Verschieben still ein anderes Verhältnis. (4) **Säule 3a: wählbares Bezugsalter** (60–70) statt starr am Pensions-Übergang. Ein Konto lässt sich nur ganz auflösen, und alle Bezüge desselben Jahres werden steuerlich zusammengezählt – gestaffelt wird deshalb über Konten und Jahre. Gezogen wird an der ersten Phasengrenze bei oder nach dem Wunschalter. (5) **Planungshorizont** (`Person.planningHorizonAge`): Bisher ergab sich das Planende stillschweigend aus der Summe der Phasendauern – zwei Szenarien konnten unbemerkt verschieden weit rechnen und waren nicht vergleichbar. Neue Funktion `planHorizonChange`, neuer Endpunkt `POST /api/scenarios//horizon`. (6) **Ampel mit drei Zuständen** (Kap. 3.5.3 neu): `unbeantwortet` · `auf Vorgabe` · `bestätigt`. Mit durchgängigen Vorgaben – bewusst, damit niemand am Anfang Fragen beantworten muss, die er erst am Ende beantworten kann – entstand ein Zustand, den das Modell nicht kannte: Das System **hat** eine Antwort, nur nicht die des Benutzers. Eine Vorgabe wie «volle Rente statt Kapitalbezug» als beantwortet zu zählen hiesse, sie unbemerkt durchgehen zu lassen. Sie zählt deshalb mit, aber getrennt benannt: «2 offene Entscheide · 3 Vorgaben ungeprüft», bestätigt wird je Säule. (7) **Drei neue Treiber** in Tornado und Live-Simulation: PK-Kapitalanteil, AHV-Vorbezug/Aufschub (in Monaten, neue Einheit `delta_months`) – und das bestehende Pensionsalter wird endlich **korrekt**, weil der AHV-Beginn jetzt mitzieht. (8) Nebenbei zwei Vereinfachungen: Die Beitragskarriere vor Planbeginn lag an **zwei** Orten (Übergangszelle bzw. Phasenzelle für bereits Pensionierte) mit zwei Codepfaden – jetzt an einem. Und Szenario-Kopie, Versionierung und Diff tragen den Entscheid mit; ohne das wäre die Kopie genau für den Zweck unbrauchbar, für den man sie am häufigsten anlegt. **Keine Datenmigration** (Testdaten wurden vorgängig gelöscht); alte Werte in `transitionValues` werden ignoriert, betroffene Elemente erscheinen als «Vorgabe ungeprüft». (9) **Assistent:** neuer Überblicksschritt «Deine Pensionierung» (Kap. 3.2.8) – er ZEIGT Rentenlücke und Reichweite, statt Fragen zu stellen, die zu diesem Zeitpunkt niemand beantworten kann. Die Vorschau wird gerechnet, bevor der Plan existiert; Vorschau und Anlage speisen sich aus EINER Element-Liste, damit sie nicht auseinanderlaufen. Neues Modul `retirement-decision.ts`, neue Komponenten `RetirementPanel` und `RetirementFields`. 23 Tests ergänzt (292 → 315). | | 0.34 | 2026-07-25 | Claude (Opus 5) | **Modul-Review 4, Nachbesserungen: die Übergangs-Entscheide bis ans Ende durchgezogen.** (1) **Zuordnung überall dort, wo Elemente über ihren Namen angeboten werden.** Zwei Personen nennen ihre Guthaben typischerweise gleich («Säule 3a», «ETF»); ohne die Person wählt man im Dropdown blind. Betroffen waren das **Ziel der Anlage-Quote** beim Kapitalbezug (dort mit hoher Folgewirkung: Ein Fehlgriff leitet das Alterskapital in das Depot der falschen Person) und die Zeilen im Dialog **«Kapital verteilen»**. Die Klartext-Zuordnung liegt neu als `ownerLabel` in `src/lib/elements.ts` und wird von allen drei Stellen genutzt. (2) **Herkunft des umgeleiteten Alterskapitals wird ausgewiesen.** Fliessen PK **und** 3a in dasselbe Vermögens-Element, stand dort bisher nur eine Summe – ob wirklich beide angekommen sind, liess sich nicht prüfen. `Carry` und `ElementPhaseComputed` führen neu `capitalInSources` bzw. `capitalFromTransferSources` mit: Betrag **je Quelle**, benannt mit Element **und** Person. Sichtbar am Ziel-Element und im Dialog «Kapital verteilen». Das Feld heisst neu **«Zusatzinvestition aus Kapitalbezug»** (vorher «Davon aus Kapitalbezug (PK/3a)» – irreführend, weil es kein Anteil an der manuell erfassten Zusatzinvestition ist, sondern ein zweiter, davon unabhängiger Betrag). (3) **Der Dialog «Kapital verteilen» zeigt das bereits Zugeteilte.** Vorher stand dort eine **0**, obwohl die Quote geflossen war – das Feld führt nur den manuell erfassten Teil. Neu erscheint darüber eine read-only Zeile mit dem aus dem Bezugs-Entscheid stammenden Betrag samt Aufschlüsselung, darunter das editierbare Feld und die Summe beider. (4) **Bezogene Vorsorge-Guthaben werden in beiden Verteil-Dialogen nicht mehr angeboten.** Nach der Pensionierung ignoriert die Rechnung Beiträge und Zusatzeinlagen in PK und Säule 3a – die Dialoge boten sie trotzdem an, inklusive eines aus der Vorphase geerbten 3a-Beitrags, der dort als aktive Rate erschien. Der Filter prüfte nur den `status` (`ACTIVE`), und der bleibt nach dem Bezug bestehen. Neu setzt die Rechnung selbst das Kennzeichen `acceptsCapital: false`; die Dialoge lesen es, statt die Regel ein zweites Mal nachzubauen. 4 Tests ergänzt (288 → 292). | | 0.33 | 2026-07-25 | Claude (Opus 5) | **Modul-Review 4 (Matrix: Phasen und Elemente).** (1) **Kapitalverwendung neu am Vorsorge-Element** (Punkt C aus Roadmap Nr. 44): Die Prozent-Aufteilung des bezogenen Alterskapitals hing am **Cash-Übergang** – dem falschen Ort, denn mit zwei Guthaben (PK und 3a) liess sie sich dort gar nicht getrennt beantworten. Sie steht jetzt beim **Bezugs-Entscheid** der Pensionskasse (nur bei Kapitalbezug) bzw. der **Säule 3a**. Beide Dialoge führen neu **brutto → Steuersatz → netto** und darunter die Verteilung. Der zugeteilte Betrag fliesst über den regulären Weg (`Carry.capitalIn` → Zusatzeinlage der Folgephase) und ist damit **überall sichtbar**: am Ziel-Element, in der Cash-Brücke als Investition und im «Kapital verteilen»-Dialog. Vorher erhöhte er still den Bestand, weshalb Element und Dialog eine **0** zeigten. Die **Säule 3a** ist am Pensions-Übergang neu ein **offener Entscheid** (Steuersatz und Verwendung); vorher galt sie als automatisch beantwortet. (2) **Phasendauer: die Folgephase gleicht aus** (Kap. 3.3.2). Bis 0.32 prüfte die Kappung nur die **bearbeitete** Phase – wurde Phase 1 von 10 auf 12 Jahre verlängert, überspannte danach Phase 2 die Pensionierung, und die tragende Invariante aus Roadmap Nr. 44 kippte. Neu trägt die Folgephase die Differenz (Gesamtdauer bleibt gleich, wie beim Verschieben des Pensionsalters); passt sie nicht, wird blockiert; vorher erscheint eine Rückfrage. Neue reine Funktion `planDurationChange`. (3) **Element und Phase direkt bedienbar:** In der Matrix tragen Element-Zeile und Phasenkopf neu **Stift** (umbenennen, beim Element inkl. **Zuordnung**) und **Papierkorb**; das Expand-Symbol ist **immer** sichtbar statt nur bei Mouseover. `PATCH /api/elements/` nimmt dafür neu auch `ownerRole` (bleibt für AHV/PK/3a personengebunden). (4) **Hilfetexte** werden über ein **Portal** gezeichnet – in scrollenden Dialogen schnitt der Container sie vorher ab; sie klappen nach oben, wenn unten kein Platz ist. (5) **Verteil-Dialoge:** Zeilen zeigen die **Zuordnung** (Person A/B/Gemeinsam) und sind nach **«vom Cash»/«ins Cash»** gruppiert; die Vorbelegung nutzt neu den **effektiven** Wert inklusive Vererbung aus der Vorphase – ein geerbter 3a-Beitrag erschien vorher als 0. (6) **Matrix:** alle Phasenspalten **gleich breit**, bei vielen Phasen wird horizontal gescrollt; **«Alle auf-/zuklappen»**; eine zugeklappte Kategorie zeigt je Phase die **Summe** ihrer Elemente. (7) **Phasen-Detailansicht** nutzt die neue Aufteilungs-Grafik (Fläche + Ring) statt der alten Balken. (8) **Übersicht:** «Leer starten» steht neu auch im leeren Zustand zur Wahl. (9) Nebenbei: dritte vom Umlaut-Sweep verstümmelte Hex-Farbe (`#7c3äd`) repariert, das Phasen-Panel nutzt den eigenen Bestätigungs-Dialog statt `window.confirm`. 10 Tests ergänzt (278 → 288). | | 0.32 | 2026-07-25 | Claude (Opus 5) | **Modul-Review 3, Nachbesserungen – darunter ein gravierender Rechenfehler bei den effektiven Werten.** (1) **Immobilien-Bugfix (Kap. 3.9):** Der Ist-Wizard belegte den Immobilienwert mit dem **Eigenkapital** vor (`ElementYearPoint.value`), während Erfassung und Rechenkern den **Verkehrswert** erwarten. Der Rechenkern setzte den vorbelegten Wert als Verkehrswert ein, liess die Hypothek aber stehen – das Eigenkapital brach im Ist-Jahr schlagartig ein, typischerweise ins Negative. Sichtbar wurde das als **negative Gesamt-Abweichung, obwohl nur ein Lohn erhöht** wurde, und als «wegbrechendes» Wohneigentum in der Vermögensaufteilung. Neu wird `propertyValue` vorbelegt; das Feld ist als «Verkehrswert + Restschuld» beschriftet. Drei Regressionstests. (2) **Ist-Datensätze bearbeitbar:** Ein Klick auf die Zeile (oder «Bearbeiten») öffnet den erfassten Satz erneut; neuer Endpunkt `PUT /api/plans//actuals/`. Beim Bearbeiten überschreiben die Planwerte die erfassten Zahlen nicht mehr. (3) **Ring-Klick in der Vermögensaufteilung repariert:** Recharts 3 reicht im Klick-Parameter **kein `activePayload`** mehr durch (nur noch `activeIndex`) – der Handler feuerte nie, der Ring zeigte immer das Planende. (4) **Seitenleiste sauber dreistufig:** Ebene 1 Pläne, Ebene 2 die vier Bereiche (Szenarien, Effektive Werte, Analysen, Berichte) mit **bündigen Symbolen**, Ebene 3 nur die Szenarien – verschachtelt nach Herkunft. (5) Die **Szenario-Liste** zeigt neben der Version deren **Kommentar**. | | 0.31 | 2026-07-25 | Claude (Opus 5) | **Modul-Review 3 (Plan-/Szenario-Struktur, Dashboard, Grafiken).** (1) **Versionierung startet bei 0.1** statt 1.0 (Kap. 3.8): Ein Szenario läuft in der 0er-Reihe (0.1, 0.2, … 0.137), bis eine **Hauptversion** gesetzt wird – erst dann entsteht 1.0. Vorher begann jedes Szenario bereits bei 1.0, wodurch die Hauptversion ihre Bedeutung verlor. Die Szenario-Liste zeigt neu die **echte** Version statt «1.x», dazu eine Spalte **Phasen**. (2) **Plan-Dashboard:** Kacheln sind **anklickbar** und führen in ihren Bereich, neu inkl. **Berichte**; der Plan lässt sich über ein Stift-Symbol **umbenennen**; die Ist-Abweichung nennt das **Jahr** des jüngsten Ist-Datensatzes und ist bei einer positiven Abweichung **grün** statt rot. (3) **Szenario-Liste:** Ein Klick auf die **Zeile** öffnet die Matrix (der «Matrix»-Knopf entfällt), dazu je Zeile **Kopie** und **Löschen**; die Kopiervorlage ist damit frei wählbar und nicht mehr auf das Basisszenario festgelegt. Nach einer Löschung lädt die Liste neu (zeigte vorher den alten Stand). (4) **Seitenleiste:** Szenarien werden wieder **verschachtelt** dargestellt (Tiefe = Herkunftskette); «Effektive Werte», «Analysen» und «Berichte» stehen neu **bündig zum Knoten «Szenarien»** statt auf Höhe der einzelnen Szenarien. (5) **CSV-Export vollständig neu** (Kap. 3.6.5, neues Modul `csv.ts`): vier Blöcke – Kopf, Lebensphasen, **die ganze Matrix** (Elemente × Phasen mit Beginn/Ende und den Übergangs-Entscheiden im Klartext) und **Jahreswerte**; mit BOM, damit Excel die Umlaute erkennt. Vorher enthielt die Datei kein einziges finanzielles Element. (6) **Grafiken:** Ein **Szenario-Wähler** gilt neu für **alle drei** Grafiken (vorher nur der Vermögensverlauf, und der nur additiv). Der **Vergleichs-Fehler** ist behoben: `WealthChart` benutzte den Szenario-**Namen** als Datenschlüssel, wodurch sich gleichnamige Szenarien gegenseitig überschrieben (Legende zeigte beide, der Chart nur eine) – neu die **ID**; die stille Deckelung auf vier Serien entfällt. Die **Legende** ist eigenständig, erlaubt eine **freie Farbwahl je Serie** und erklärt den Linienstil (gestrichelt = Plan, durchgezogen = effektiv). Die **Vermögensaufteilung** ist neu eine **gestapelte Fläche über alle Planjahre** plus ein **Ring** für die relative Aufteilung zu einem wählbaren Zeitpunkt (vorher gestapelte Balken je Phase mit schräger Beschriftung). **Alle Diagrammfarben** kommen aus neuen Theme-Tokens (`--chart-1` … `--chart-6`, `--chart-grid`) statt fester Hex-Werte. (7) **Dokumentation nachgezogen:** Die Kapitel 2.1, 3.2.2–3.2.7 und 3.10 beschrieben noch den Stand **vor V7** (Grundprofil am Szenario, `parentPlanId`, `Scenario.startYear`, `window.confirm`, drei Sidebar-Unterpunkte). (8) Nebenbei: verstümmelte Hex-Farbe `--danger-soft` im Warm-Schema repariert, deutsche Plural-/Umlautfehler in den Übersichts-Kacheln, Dateiname des CSV-Exports transliteriert Umlaute statt sie zu `_` zu machen. 8 Tests ergänzt (267 → 275). | | 0.30 | 2026-07-24 | Claude (Opus 4.8) | **Tour-Korrekturen und 3a-Verschiebung.** (1) Der Tour-**Spotlight** wird neu aus **vier fixed-Flächen** um die Bounding-Box des Ziels gezeichnet (Kap. 9.24) statt aus einem `box-shadow`-Trick. Grund: Der Schatten liess sticky Matrix-Köpfe (hoher z-index) hell durchscheinen und wurde im Matrix-Scrollbereich abgeschnitten (dann blieb fast alles hell). Die vier Flächen funktionieren unabhängig von z-index und overflow und folgen dem Ziel per `requestAnimationFrame`. (2) **Tour-Schritte** überarbeitet: neu erklärt sind **Zeitachse** und **Endvermögen**; der vormals «Analysen»-Schritt beschreibt jetzt korrekt die **obere Funktions-Leiste** (die Analyse-Werkzeuge sind dort nicht mehr), und ein neuer Schritt zeigt das **linke Menü** (Analysen, Berichte, Effektive Werte). Unsichtbare Ziele (z. B. das Menü auf schmalen Screens) werden übersprungen. (3) Der Schalter **«Selbstständig – grosse Säule 3a»** wandert im Assistenten von Schritt 4 zu **Schritt 5**, weil er die 3a-Einzahlung (also die Sparraten-Verteilung) betrifft. Kein Eingriff in den Rechenkern; 267 Tests unverändert grün. | | 0.29 | 2026-07-24 | Claude (Opus 4.8) | **Modul-Review 2, Feinschliff (Assistent, Tour, Ansicht).** (1) **Assistent:** neuer **Willkommens-Screen** vor Schritt 1 mit dem Gesamtbild der fünf Schritte, danach eine **persistente Schritt-Leiste** (links im breiten Modal, mobil als Fortschrittsbalken) – der aktuelle Schritt hervorgehoben, erledigte mit Haken, kommende gedämpft. Schritt «Vorsorge & Vermögen» fragt neu auch die **erwartete Rendite** bei PK, 3a und Wertschriften ab (vorher fest verdrahtet). Im Schritt «Sparen & Verteilen» rechnet die Sparquote-Vorschau **Hypothekarzinsen**, die als «noch nicht in den Ausgaben» markiert sind, korrekt zu den Ausgaben dazu (wie der Rechenkern bei `interestHandling: ADD`); der **noch nicht verteilte Rest** steht neu **prominent oben** (zwischen PK und Verteilung), und die Verteilung ist nach **Gemeinsam / Person A / Person B** gruppiert. (2) **Tour** (Kap. 9.24): statt der bisher bewusst schlichten Hervorhebung jetzt ein **Spotlight** – der Rest der Ansicht wird abgedunkelt (ein 9999-px-Kastenschatten, kein separates Overlay), der pulsierende Rahmen ist deutlich stärker, die Karte ist grösser und **springt** auf die dem Ziel gegenüberliegende Bildschirmhälfte (verdeckt es nie); neu mit **«Überspringen»**-Knopf. (3) **Szenario-Ansicht** (Kap. 3.7.7): Grundprofil, Zeitachse und die Kennzahlen (Endvermögen nominal + real, Ruinalter) bilden neu **einen kompakten Block** aus drei Spalten (25 / 50 / 25 %) statt zweier über die ganze Breite gezogener Zeilen. Neue Modal-Grösse `xwide`. Kein Eingriff in den Rechenkern; 267 Tests unverändert grün. | | 0.28 | 2026-07-24 | Claude (Opus 4.8) | **Modul-Review 2 (Onboarding & Ansicht): Layout-Umbau, Tour und Assistenten-Redesign.** (1) **Szenario-Ansicht neu geordnet** (Kap. 3.7.7): oben eine schlanke Funktions-Leiste (Änderungshistorie · Tour · Neues Szenario · Rechenwege · CSV-Export · Löschen · Abweichungs-Badge), darunter Nächste Schritte → Grundprofil → Zeitachse → Anzeige-Umschalter → Matrix. Grafiken, Effektive Werte, Live-Simulation, Monte-Carlo und Einflussfaktoren sind aus der Leiste **entfernt** – sie laufen über die eigenen Menüpunkte (Analysen / Effektive Werte). (2) **Tour** liegt neu in `AppShell` (statt `PlanView`) und startet nach **jeder** Plan-Erstellung – Assistent, Beispielplan **und** leerer Plan – unabhängig davon, ob sie schon einmal beendet wurde (Kap. 3.7.8); die Erfolgsmeldung hält damit ihr Versprechen. (3) **Assistent durchgehend in Du-Form** im Einzelmodus (Paarmodus weiter «ihr» / je Person). (4) **Schritt-Redesign** (Kap. 3.2.8): Schritt «Vorsorge & Vermögen» erfasst nur noch **Bestandswerte**; ein **neuer Schritt «Sparen & Verteilen»** zeigt die Sparquote (Nettoeinkommen − Ausgaben) und lässt sie auf 3a, Wertschriften, Amortisation und Schuldtilgung verteilen – der Rest bleibt sichtbar auf dem Cash-Konto. Die **PK-Einzahlung** steht dort bewusst separat, mit dem Hinweis, dass sie vom Bruttolohn kommt und die Sparquote **nicht** schmälert (deckt sich mit dem Rechenkern). Immobilien fragen im Assistenten neu **Wertsteigerung** und den **Zins-in-Ausgaben-Schalter** ab; der Lohn bekommt 1 % Default-Erhöhung. (5) **«Grosse Säule 3a» für Selbstständige** (Roadmap-Feedback): ein Schalter am 3a-Element (und im Assistenten) hebt die Beitrags-Obergrenze von 7’258 auf ca. 36’288 CHF an (neue Konstante `PILLAR_3A_MAX_SELF_EMPLOYED`, **2026-Wert zu verifizieren**; neues Feld `selfEmployed3a`). (6) Nebenbei: `POST /plans` liefert bei Validierungsfehlern eine lesbare Meldung statt eines rohen zod-Objekts. Keine Änderung am Rechenkern; 267 Tests unverändert grün. | | 0.27 | 2026-07-24 | Claude (Opus 4.8) | **Modul-Review 1 (Zugang & App-Rahmen): fünf Nachbesserungen an der Authentifizierung.** Ergebnis der ersten gemeinsamen Test- und Review-Runde. (1) **Timing-Ausgleich beim Login:** Ein unbekannter Benutzer wird neu gegen einen Dummy-bcrypt-Hash geprüft, damit die Antwortzeit dieselbe ist wie bei einem bekannten -- vorher liess sich aus der Dauer ablesen, ob ein Benutzername existiert (Kap. 3.1.2). (2) **Zurück-Knopf nach Logout:** Die aus dem Browser-Cache (bfcache) zurückgeholte, eingefrorene Ansicht prüft neu beim `pageshow` die Session und leitet ohne Anmeldung sofort auf `/login` -- vorher blieb die alte Ansicht sichtbar (Kap. 3.1.3). (3) **Rate-Limiting:** Login (10/15 min je IP), Registrierung (5/h je IP) und Passwortänderung (10/15 min je Benutzer) sind gegen Durchprobieren gebremst; neues In-Memory-Modul `rate-limit.ts`, 429 mit `Retry-After` (Kap. 3.1.6). Der Login-Zähler läuft je IP **und Benutzername** -- ein Konto sperrt nicht die anderen Konten derselben IP. (4) **Passwort-Dialog** läuft neu über die zentrale `Modal`-Komponente und schliesst damit auf Esc (Fokus-Falle, aria-modal inklusive) -- war zuvor von Hand gebaut (Kap. 3.1.4). (5) **Registrierungs-Fehler** werden sauber getrennt: nur der belegte Benutzername ist ein 409 mit freundlicher Meldung, jeder andere Fehler ein 500 statt einer rohen Prisma-Meldung als Konflikt. 6 Tests ergänzt (261 → 267). Offen für Roadmap #34: kein Passwort-Längen-Maximum (bcrypt-72-Byte-Grenze), keine ARIA-Labels auf Login/Palette. | | 0.26 | 2026-07-21 | Claude (Opus 4.8) | **Pensionsalter anpassen** (Roadmap Nr. 44, neue Kapitel 3.12, 4.4.7 und 4.16). Bisher war das Pensionsalter faktisch unantastbar: Es bestimmt, wo eine Lebensphase endet – ein frei geändertes Alter hätte die Phasengrenze zerrissen. Neu wird nicht das Alter geändert, sondern **die Grenze verschoben**: Die Phase davor wird länger, die danach kürzer, die Gesamtdauer bleibt gleich. Der Spielraum endet dort, wo eine angrenzende Phase unter ein Jahr fiele; ein Schritt weiter **entfällt sie ganz**, was vorher bestätigt wird, weil dabei zwei Übergänge **zusammengelegt** werden (bereits getroffene Entscheide bleiben, leere Felder werden aus dem entfallenden Übergang ergänzt, einmalige Cash-Beträge werden addiert – der Steuersatz betragsgewichtet). Das Pensionsalter ist damit auch **Treiber im Tornado** und **Regler in der Live-Simulation**. **AHV-Referenzalter (4.4.7):** Die Rente beginnt neu **immer mit 65**, unabhängig vom Pensionsalter – wer länger arbeitet, erhält sie zusätzlich zum Lohn; wer früher aufhört, zahlt bis 65 einen **Beitrag als Nichterwerbstätige(r)**, der als laufende Ausgabe auf die Verzehrquote schlägt und mit 65 wegfällt (neues Feld `ahvContribution`, ohne Default, Hilfetext nennt die reale Bandbreite von rund 530 bis 26'500 CHF pro Jahr). Beide Wechsel können **innerhalb** einer Phase liegen, die AHV wird deshalb **jahresweise** statt phasenweise gerechnet. **Punkt B:** Ein Einkommen, das einer **Person** zugeordnet ist, fällt bei deren Pensionierung auf 0 – bisher lief der Lohn stillschweigend in die Pension weiter. Gemeinsame Einkommen (Mieterträge o. Ä.) bleiben; ein ausdrücklich erfasster Betrag gewinnt, damit ein Teilzeitpensum modellierbar bleibt. **Punkt A:** Wiederkehr-Parameter (Raten, Beiträge, Amortisation, Wertsteigerung, Zinssatz) werden neu **live aus der Vorphase geerbt** statt beim Anlegen der Phase kopiert – sichtbar als angehaktes **«Aus Vorphase übernehmen»** je Feld. Vorher blieb die Kopie stehen, wenn man die Vorphase später änderte. **Punkt C:** Der Kapitalzufluss am Pensions-Übergang (PK, 3a, Verkaufserlös) lässt sich in **Prozent** auf Amortisation, Anlage und Cash aufteilen – bewusst nicht in Franken, weil sich der Betrag mit dem Pensionsalter ändert und eine Quote mitskaliert. **Nebenbei ein echter Fehler behoben:** Der fortgeschriebene Basiswert für Einkommen und Ausgaben wurde **vor** der Jahresschleife berechnet – effektive Werte kamen dadurch nie in der Folgephase an. Neues Modul `retirement.ts`, neuer Endpunkt `POST /api/scenarios//retirement`; 40 Tests ergänzt (221 → 261). | | 0.25 | 2026-07-21 | Claude (Opus 4.8) | **PDF-Berichte** (Roadmap Nr. 11, neues Kapitel 3.11). Neuer Unterpunkt **«Berichte»** auf Plan-Ebene: Liste der erzeugten Berichte plus Assistent zum Anlegen (Titel, Notiz, nominal **oder** real, Plan- oder effektive Daten, bis zu **drei** Szenarien, beliebige gespeicherte Analysen). Das **Layout ist immer gleich**; die Auswahl bestimmt nur, welche Bausteine erscheinen: Deckblatt mit Zusammenfassung und drei Kernaussagen, dann je Szenario Kennzahlen, Vermögensverlauf, Lebensphasen und Annahmen, danach Vergleich, Plan/Ist, Analysen und die Hinweise. **Die PDF-Datei wird als Datei abgelegt** (BYTEA in Postgres, nicht im Container-Dateisystem, das jeder Deploy neu baut): Ein Bericht muss in drei Jahren byte-identisch wieder herunterladbar sein – eine Neuerzeugung könnte das nach Änderungen an Plan, Rechenkern oder Layout nicht garantieren. **Kennzahlen je Szenario:** Endvermögen, Kapitalreichweite, Vermögen und Vorsorgekapital bei Pensionierung, AHV- und PK-Rente sowie die **offenen Entscheide** – die einzige unmittelbar handlungsleitende Zahl. Damit Bericht und Matrix nie verschiedene Zahlen nennen, liegt deren Zählung neu als reine Funktion in `decisions.ts`, die beide benutzen. **Zu jeder Kennzahl steht ihre Grundlage** als kurzer Verweis; die vollständigen Annahmen (Startwerte, Renditen, Raten je Element) stehen **einmal** je Szenario, statt bei jeder Kennzahl wiederholt zu werden. Ein **Haftungsausschluss** ist verpflichtend und durch einen Test gesichert – ein formal gesetztes PDF wird sonst als Beratung gelesen. **Technik:** `pdfkit` in der Node-Runtime statt Headless-Browser (kein Chromium im Image); `@react-pdf/renderer` schied aus, weil es mit React 19 / Next 16 bricht. Diagramme entstehen als **echte Vektoren** aus den gespeicherten Zahlen – genau dafür wurden die Analysen in 0.24 als Zahlen und nicht als Bilder abgelegt. `pdfkit` ist als externes Paket deklariert, weil es Font-Metriken über Dateipfade lädt und gebündelt erst in der Produktion bräche. Neue Tabelle `Report`, Endpunkte unter `/api/plans//reports`, neue Module `report.ts`, `report-pdf.ts`, `decisions.ts`; 9 Tests ergänzt (212 → 221). | | 0.24 | 2026-07-20 | Claude (Opus 4.8) | **Navigation auf Plan-Ebene und gespeicherte Analysen** (neues Kapitel 3.10). Die Seitenleiste ist neu zweistufig: Unter jedem Plan liegen die Unterpunkte **Szenarien**, **Effektive Werte** und **Analysen**; ein Klick auf den Plan-Namen öffnet ein **Plan-Dashboard** (Kennzahlen – Haushaltsdaten direkt, gerechnete Werte ausdrücklich «laut Basisszenario», dazu die Ist-Abweichung, falls erfasst). Die **Szenario-Liste** zeigt je Szenario Version, Elementzahl, Endvermögen und Ruinalter mit den Aktionen Historie und Matrix; das Basisszenario ist hervorgehoben, der Szenario-Baum in der Seitenleiste bleibt daneben erhalten. Die **Analysen-Ansicht** bietet vier umklappende Kacheln (Grafiken, Live-Simulation, Monte-Carlo, Einflussfaktoren – Umklappen auch per Antippen für Touch). **Grafiken** öffnen neu nicht mehr alle drei Diagramme, sondern lassen zuerst **eines** wählen; der Szenario-Vergleich zieht mit zu den Grafiken, der CSV-Export auf die Matrix. **Gespeicherte Analysen:** Jede Grafik, MC-Simulation und Einflussfaktoren-Berechnung kann festgehalten werden – als **Zahlen, nicht als Bild** (read-only, es wird nichts neu gerechnet). Das hält den Datensatz klein und macht ihn druckfähig: Der spätere PDF-Bericht (Roadmap Nr. 11) zeichnet daraus vektoriell in Druckauflösung, was ein Screenshot nicht könnte. Bewusst **nicht** gespeichert wird `finalWealthSorted` (megabyteweise). Jedes Werkzeug schreibt sein Ergebnis in dieselbe generische Form, sodass eine Nur-Lese-Ansicht genügt. Neue Tabelle `SavedAnalysis`, neue Endpunkte unter `/api/plans//analyses` und `/dashboard`; neue Komponenten `PlanViews`, `SavedAnalysisView`, `SaveAnalysisButton`, neues Modul `analyses.ts`. Kein Eingriff in den Rechenkern; Testbestand 212 (Migration um `SavedAnalysis` erweitert). | | 0.23 | 2026-07-20 | Claude (Opus 4.8) | **V7: Der Haushalt liegt am Plan, die Annahmen am Szenario.** **Haushaltsform**, **Personen** (Name, Alter) und **Planstartjahr** wandern vom Szenario auf den **Plan**; das **Pensionsalter** bleibt szenario-eigen (es ist der Kern jedes Früh-/Spätpensionierungs-Szenarios), ebenso Inflation und Cash-Anfangswert. Begründung: Diese Angaben beschreiben den Haushalt, nicht eine Planungsvariante – unterscheiden sie sich, ist es ein anderer **Plan**, kein anderes Szenario. Neue Tabelle `PlanPerson` (Rolle, Name, Alter je Plan); `Person` behält nur noch Rolle und Pensionsalter; `Plan` bekommt `householdType` und `startYear`. **Der Rechenkern bleibt unberührt:** `toPlanInput()` fügt Plan- und Szenario-Ebene wieder zu einem unveränderten `PlanInput` zusammen, die 43 Golden Tests laufen durch. **Nebeneffekt, der ein reales Problem löst:** Weil das Startjahr nun plan-weit ist, landet ein erfasster Ist-Satz für 2031 in **allen** Szenarien zwingend auf demselben Planjahr – vorher war das nicht garantiert. Das **Wiederherstellen einer Szenario-Version** setzt folgerichtig nur noch das Szenario-Eigene zurück; plan-weite Angaben über eine Version *eines* Szenarios zu überschreiben, hätte die übrigen stillschweigend mitverändert. Der Profil-Dialog kennzeichnet neu je Feld, ob es **plan-weit** oder **nur dieses Szenario** gilt. Die Migration übernimmt die Werte aus dem **Basisszenario**; zwei neue Tests spielen dafür echte V6-Daten ein und prüfen die Übernahme inkl. abweichender Nebenszenarien (210 → 212). | | 0.22 | 2026-07-20 | Claude (Opus 4.8) | **Fehlerbehebung: Cash-Vorbelegung im Ist-Wizard.** Der Wizard für die effektiven Werte zeigte als geplanten Cash-Bestand den Stand am **Phasenende** statt am gewählten Stichtag -- in einer Phase von 2026 bis 2036 also für 2031 den Wert von 2036. Ursache: Der Dialog las `cashBridge.cashEnd`, weil `computePlan` den Cash-Bestand bisher nur **je Phase** auswies. `YearPoint` trägt neu ein Feld `cash` (Stand am Jahresende), analog zu `wealthNominal`; der Wizard liest daraus. Die Vorbelegung der ELEMENTE war nie betroffen -- die stammte schon immer aus dem Jahresverlauf. Zwei Regressionstests decken den gemeldeten Fall ab (208 -> 210). Rein additiv, die 43 Golden Tests laufen unverändert. | | 0.21 | 2026-07-20 | Claude (Opus 4.8) | **Effektive Werte / Plan-Ist-Vergleich** (Roadmap Nr. 5, neue Kapitel 3.9 und 9.29). Macht aus dem Planer ein Monitoring-Werkzeug. Neuer Knopf **«Effektive Werte»** auf Plan-Ebene: Liste der Erfassungen plus Wizard in zwei Schritten (Stichtag, dann alle Elemente **aller** Szenarien inkl. **Cash**, Einkommen und Ausgaben, vorbelegt mit dem Planwert für dieses Jahr). Ein Ist-Satz hängt am **Plan**, nicht am Szenario – die Wirklichkeit ist dieselbe, egal wogegen man sie hält; die Zuordnung läuft über die Herkunfts-Kette `sourceElementId`. Das exakte Datum steht in Liste und Zeitachse, für die Rechnung zählt nur die **Jahreszahl**. **Zweiter Rechenlauf:** `computePlan` nimmt neu `{ actuals }`; die Werte schnappen in **jedem** erfassten Jahr auf die Realität und laufen von dort planmässig weiter (Lücken fallen auf die Plandaten zurück). Ohne die Option verhält sich die Funktion exakt wie bisher – die 43 Golden Tests laufen unverändert. Der Sprung wird als eigene Brückenposition `actualsCorrection` geführt (Vermögens- **und** Cash-Brücke): Eine Planabweichung ist keine Rendite, und ohne diese Zeile ginge die Zerlegung im Ist-Jahr nicht mehr auf. **Matrix:** zweiter Umschalter «Plan» / «Effektiv»; im Ist-Modus steht neben dem Wert die **Abweichung** zum Plan, farbig – bewusst kein «beide», das wären mit nominal/real acht Zahlen je Zelle (Begründung 9.29). **Zeitachse:** Marker je erfasstem Jahr, der jüngste farbig, ältere blass. **Alle vier Analysewerkzeuge** erhalten eine einheitliche Leiste (nominal/real als **Einfach**auswahl, Plan/Effektiv); im Vermögensverlauf kommt die Planlinie **gestrichelt** als Referenz dazu, max. vier Serien. **Monte-Carlo:** Der Zielbetrag dreht mit real/nominal mit und wird entsprechend beschriftet; eine Zeile weist aus, ab welchem Jahr simuliert wird – die Jahre davor sind durch Ist-Werte belegt und werden nicht gewürfelt. Das Startjahr ist **abgeleitet, nicht eingebbar**: Ein frei gesetztes Jahr würde Jahre als sicher behandeln, die nie erfasst wurden. Ein Ist-Satz erzeugt **keine** Szenario-Version – er ist eine Beobachtung, keine Planänderung. Neue Tabelle `ActualsSet` (Migration gegen echtes Postgres verifiziert), neue Endpunkte unter `/api/plans//actuals`, neue Module `actuals.ts` und `dataview.ts`; 27 Tests ergänzt (181 → 208). | | 0.20 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Raten über Lebensphasen übernehmen** (neues Kapitel 3.6.11) und **Rate in der Verlaufsgrafik**. (1) Ändert man ein **Ratenfeld**, fragt das Bearbeitungspanel neu nach der Reichweite: **nur diese Phase** (Vorgabe, bisheriges Verhalten), **diese + folgende** oder **alle Phasen**. Anlass war, dass eine geänderte Rendite bisher nur für die eine Phase galt und viermal eingetippt werden musste. Als Ratenfelder gelten `expectedReturn` (PK, 3a, Sonstiges Vermögen), `valueGrowth` und `interestRate` (Immobilie) sowie `teuerungsausgleich` (Einkommen, Ausgaben); AHV und Schulden haben keine. Die Rückfrage erscheint **inline und erst beim Speichern wirksam**, nicht als Modal – das Zahlenfeld löst bei jedem Tastendruck aus, ein Dialog erschiene bei «5.2» viermal. Sie erscheint nur bei **tatsächlich veränderten** Raten («nicht gesetzt» und 0 gelten als gleich). Beim Übertragen bleiben die **übrigen Werte der Zielphasen erhalten** – der Endpunkt ersetzt den ganzen Werte-Satz, ein blosses Kopieren des Entwurfs hätte dort Beträge, Sparraten und Bezüge gelöscht (durch Test abgesichert). Phasen, in denen der Wert schon stimmt, werden übersprungen. Kein neuer Schreibpfad: ein PUT je Zielphase über den bestehenden Endpunkt, alle in einer Bearbeitungssitzung und damit in **einer** Nebenversion. (2) `ElementYearPoint` führt neu ein Feld **`rate`** mit – additiv, es wird nur durchgereicht, was die Rechnung ohnehin benutzt; die 43 Golden Tests laufen unverändert. Die Verlaufsgrafik der Element-Detailansicht zeigt die Rate damit auf einer **zweiten Y-Achse rechts** in Prozent, als **Stufenlinie** (innerhalb einer Phase konstant, Sprung an der Phasengrenze). Neues Modul `ratefields.ts`; 17 Tests ergänzt (164 → 181). Keine DB- oder API-Änderung. | | 0.19 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Versionierung und Änderungshistorie je Szenario** (neues Kapitel 3.8). Jedes Szenario trägt eine Version **A.B**: **B** entsteht automatisch, **A** manuell mit Pflichtkommentar. **Der zentrale Entwurfsentscheid:** FPT hat keinen Speichern-Knopf – jede Änderung schreibt sofort, ein Assistenten-Durchlauf macht ~14 Schreibvorgänge, ein Verteil-Klick einen je Zielelement. Eine Version je Schreibvorgang wäre ein Tastenprotokoll gewesen; stattdessen werden alle Schreibvorgänge innerhalb von **10 Minuten zu einer** Nebenversion zusammengefasst, inhaltlich unveränderte Stände erzeugen gar keine, und verschiedene Benutzer laufen nie in einer Version zusammen. Eine Version hält den **vollständigen** Zustand als JSON in der Form `PlanInput` – dadurch ist die **Versionsauswahl in allen vier Analysewerkzeugen** (Grafiken, Live-Simulation, Monte-Carlo, Einflussfaktoren) fast kostenlos; bei Monte-Carlo **je Szenario einzeln**, weil dort mehrere gleichzeitig laufen. **Wiederherstellen** ist ungefährlich gebaut: Es legt den zurückgesetzten Stand selbst als neue Version an («Wiederhergestellt aus A.B»), löscht also nichts, und **erhält die IDs** von Phasen und Elementen – sonst verlören alle Kind-Szenarien ihre Diff-Basis und zeigten schlagartig alles als «neu». Wo ein Bezug trotzdem bricht (der alte Stand kannte das Element noch nicht), **warnt der Dialog vorher namentlich**. Die destruktive Logik liegt als reine Funktion `planRestore` vor und ist dort getestet; `versioning-db.ts` führt sie nur aus. Ein **statischer Wächter-Test** liest alle Route-Dateien und verlangt, dass jeder schreibende Endpunkt eine Version auslöst – eine vergessene Stelle wäre eine stille Lücke. Neue Tabelle `ScenarioVersion` + `Scenario.currentMajor` (Migration gegen echtes Postgres verifiziert), neue Endpunkte unter `/api/scenarios//versions`. Neue Kapitel 3.8 und 9.28; 25 Tests ergänzt (139 → 164). | | 0.18 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Live-Simulation** (Roadmap Nr. 22). Neuer Button und Dialog als Zweispalter: links Schieberegler, rechts eine wählbare Grafik, darüber eine Kennzahlenleiste. Dreht man an einem Regler, wird der Plan **sofort** neu gerechnet – ohne für jede Variante eine Szenario-Kopie anzulegen. **Keine eigene Rechenlogik:** Die Regler benutzen dieselben Transformationen wie der Tornado (`applyDriver`), können also gar nicht etwas anderes zeigen als die Einflussfaktoren-Analyse. Neu ist nur `applyElementDriver` – dieselbe Verschiebung auf ein **einzelnes** Element statt auf eine ganze Kategorie: Standardmässig gibt es einen Sammelregler «Rendite», ein Klick auf «Renditen einzeln aufschlüsseln» ersetzt ihn durch je einen Regler pro Anlage (der Sammelregler wird dabei **entfernt**, nicht ergänzt, sonst zählte eine Bewegung doppelt; ein Test sichert ab, dass beide Ansichten denselben Plan beschreiben). Der unveränderte Plan wird als **Referenzlinie** mitgezeichnet, und die Kennzahlenleiste weist Endvermögen nominal/real **mit Differenz zum Plan** aus sowie – als eigene Karte – ob das Kapital reicht; ein gekippter Plan ist einer Verlaufslinie sonst nicht anzusehen. Gemessene Laufzeit von `computePlan`: **0.2 ms** auf einem 60-Jahres-Plan mit 10 Elementen, also rund 1 % des 16-ms-Frame-Budgets – deshalb wird synchron gerechnet, **ohne Debounce und ohne Worker**. Anders als der Tornado haben die Regler **Standardbereiche** (Begründung des scheinbaren Widerspruchs zu 9.18: neues Kapitel 9.27), beide Enden editierbar. **Das Pensionsalter fehlt weiterhin** (9.18, eigener Roadmap-Punkt); «Als Szenario speichern» ist bewusst zurückgestellt, ersatzweise zeigt der Dialog die aktive Einstellung als lesbare Zeile. Die Vermögensaufteilung wurde als `AllocationChart` aus dem Dashboard herausgelöst, damit beide sie nutzen. Neue Kapitel 4.15 und 9.27; 15 Tests ergänzt (124 → 139). Keine API-, DB- oder Schreib-Änderung – das Feature liest ausschliesslich. Nebenbei dieselbe vom Umlaut-Sweep verstümmelte Hex-Farbe (`#7c3aed`) wie in 0.17, diesmal im Dashboard. | | 0.17 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Monte-Carlo: zwei Welten, vier Fälle.** Behebt einen Darstellungs-Widerspruch: Zuvor konnte «Planung 69 % erreicht» neben «Ziel 3 Mio nur 41 %» stehen, obwohl 3 Mio unter dem Plan-Endbetrag von 3.7 Mio lag – die beiden Zahlen stammten aus **verschiedenen simulierten Welten**. Neu läuft die Simulation **immer zweimal** (historische Renditen / geplante Werte, gemeinsamer Seed) und liest aus **jeder** Verteilung **beide** Schwellen ab: Plan-Endbetrag und Zielbetrag. Fall 1 und Fall 3 stammen damit aus derselben Verteilung, wodurch ein tieferes Ziel **nie** unwahrscheinlicher sein kann als ein höheres – der Widerspruch ist strukturell ausgeschlossen (Test). Zweite Korrektur: Der Nullpunkt für das Urteil ist **nicht 50 %**, sondern **Fall 2** (derselbe Schwellwert in der eigenen geplanten Welt); durch den Volatilitäts-Drag liegt der je nach Streuung bei 27–48 %. Verglichen wird Fall 1 gegen Fall 2 mit ± 5 pp Toleranzband → «zurückhaltend / realistisch / zu optimistisch». Darstellung: Fall 1 prominent mit Urteil, Fall 3+4 als Satzpaar untergeordnet, Fall 2 und die Mediane klein als Referenz. Der Drei-Wege-Umschalter aus 0.16 entfällt; historische Mittelwerte **und** Zielbetrag sind jetzt beide Pflicht. Technisch: `MonteCarloResult.finalWealthSorted` (alle Endvermögen sortiert) plus neuer Helfer `probabilityAtLeast` (Binärsuche) – vier Zahlen aus zwei Läufen statt vier Läufen. Kapitel 4.12.7 und 9.26 neu gefasst; 3 Tests ergänzt (121 → 124). Keine Änderung am Rechenkern. | | 0.16 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Monte-Carlo mit zwei Fragestellungen** (Roadmap Nr. 46). Ein Umschalter oben trennt: **«Planung prüfen»** (Fall 1, wie bisher) würfelt um die **historischen** Renditen und prüft gegen den **Planungs-Endbetrag** (read-only) – «wie realistisch ist meine Planung?». **«Ziel prüfen»** (Fall 2, neu) würfelt um die **geplanten** Werte aus dem Plan und prüft gegen einen **manuellen Zielbetrag** – «erreiche ich mein Ziel?»; hier sind keine historischen Mittelwerte nötig, nur die Streuung. **«Beides»** rechnet beide Durchgänge gleichzeitig (gemeinsamer Seed). Neue Ergebnis-**Deutungstexte** je Fall (weich formuliert wegen des Volatilitäts-Drags). Der Fächer stammt aus dem historischen Durchgang; der Zielbetrag ist in Fall 2 **einer für alle** Szenarien. `runMonteCarloMulti` nimmt neu die Inflation **je Szenario** (`inflationMeanFor`); neuer Helfer `plannedReturnOf`. Kapitel 4.12 überarbeitet, 4.12.7 und 9.26 neu; 8 Tests ergänzt (119 → 121). Nebenbei eine vom Umlaut-Sweep verstümmelte Hex-Farbe (`#7c3aed`) korrigiert. Keine Änderung am Rechenkern. | | 0.15 | 2026-07-19 | Claude (Opus 4.8) | **Plan-Assistent überarbeitet** (Schritt 2 und 4). Rein an der Oberfläche, keine Änderung an Berechnung, Datenmodell oder API. **(Schritt 2 – Lebensphasen):** Die Lebenslinie zerfällt neu an den **fixen Pensionierungszeitpunkten** in Abschnitte (neues reines Modul `phaseplan.ts`, `planSegments`): Erwerb (alle arbeiten), Misch (eine pensioniert, eine arbeitet), Pension (alle pensioniert) – jeweils mit **kurzer Definition**. In den durch eine Pensionierung **fest begrenzten** Abschnitten verteilt der Nutzer beliebig viele Phasen mit **+/Papierkorb** und **eigenem Namen je Phase**; eine Live-Summe erzwingt, dass die Phasendauern exakt aufgehen («Weiter» ist bis dahin gesperrt). Der letzte Pensions-Abschnitt ist **offen** (Lebensdauer frei). Die Anzahl Abschnitte wird **abgeleitet** – Einzelplan: 2 (Erwerb, Pension); Paar mit unterschiedlichem Pensionsalter: 3. Neue **Zeitachse** mit Pensionierungs-Flaggen und nummerierter Beschriftung **unter** dem Balken (auch kurze Phasen bleiben lesbar). Behebt den Fehler, dass die Erwerbsphase zuvor beliebig über die Pensionierung hinaus gesetzt werden konnte. **(Schritt 4 – Vorsorge & Vermögen):** bei Paaren aufgeteilt in **Gemeinsam / Person A / Person B**; PK und 3a sind je Person, Wertschriften/Wohneigentum/Schulden je Bereich (gemeinsam oder pro Person). Neue Kapitel 3.2.8 überarbeitet; 8 Tests ergänzt (111 → 119). | | 0.14 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **Phasenkopf überarbeitet und zwei Verteil-Werkzeuge.** (1) **Zweizeilige Wertdarstellung:** Im Anzeigemodus «Beide» steht der Realwert neu in Klammern in einer **eigenen Zeile** unter dem nominalen Wert statt daneben – im Phasenkopf *und* in den Matrix-Zellen. Der Pfeil wiederholt sich auf der zweiten Zeile, damit der Bezug Start → Ende erhalten bleibt. Nebeneffekt: Die Spalten werden schmaler, wodurch **jede Kennzahl umbruchfrei** (`whitespace-nowrap`) dargestellt werden kann. (2) Die Kennzahl heisst korrekt **«Sparquote»** bzw. **«Verzehrquote»** statt «Quote»/«Verzehr». (3) Neuer Block **«Verfügbares Kapital»** im Phasenkopf (ab Phase 2, nur wenn > 0): der beim Übergang zugeflossene Topf mit «davon verteilt» und «Rest auf Cash». (4) Zwei neue Werkzeuge als eigene Popups: **«Kapital verteilen»** (Zusatzeinlagen in PK/3a/Vermögen, Sonderamortisation, Sofort-Tilgung) und **«Sparquote/Bezug verteilen»** (jährliche Raten), beide mit **Live-Vorschau** über eine erneute `computePlan`-Rechnung im Browser – die angezeigte Wirkung ist dadurch per Konstruktion exakt die spätere, inklusive aller Kappungen. Der Quoten-Dialog weist neben erstem und letztem Jahr die **absolute Quote über die ganze Phase** aus und warnt, wenn die Quote über die Phase sinkt. Neues reines Modul `distribution.ts`. Neue Kapitel 3.6.9, 3.6.10, 9.25; 3.6.1 und 3.6.3 überarbeitet. 8 Tests ergänzt (103 → 111). **Keine Änderung an Berechnung, Datenmodell oder API** – beide Werkzeuge schreiben ausschliesslich bestehende Felder über bestehende Endpunkte. | | 0.13 | 2026-07-18 | Claude (Fable 5) | **UI-Gesamtumbau** – rein an der Oberfläche, Berechnung, Datenmodell und API-Semantik unverändert. **(A) Fundament:** durchgehende **Du-Form** und **echte Umlaute** in allen sichtbaren Texten (inkl. API-Fehlermeldungen); neue UI-Primitiven in `ui.tsx` (Button, Modal mit ESC/Fokus-Falle/Animation, Bestätigungs-Dialog statt `window.confirm`, Toasts statt `alert`, Skeleton-Loader, EmptyState); eigene **Attention-Farbe** (Amber) für offene Entscheide, getrennt vom Akzent; Micro-Interactions mit `prefers-reduced-motion`-Fallback. **(B) Onboarding (Roadmap Nr. 10):** geführter **Plan-Assistent** in fünf Schritten (reine Orchestrierung bestehender Endpunkte, Einkommen bewusst pro Person – räumt die 9.9-Falle aus), **Beispielplan mit einem Klick** (Übergänge absichtlich offen – die Ampel lehrt sich selbst), **interaktive Tour** über die Planansicht, abgeleitete **«Nächste Schritte»**-Karte. **(C) Struktur:** Einzel-Bearbeitungen laufen neu über ein rechtes **Inspector-Panel** statt Modals (Matrix bleibt sichtbar; Klick auf andere Zelle wechselt den Inhalt); **Phasenkopf entschlackt** auf vier Kern-Infos (Rest wohnt in der Detailansicht aus 0.11); Matrix mit eigenem Scrollbereich und **beidachsig fixierten Köpfen**; Sidebar-Gruppen «Meine Pläne»/«Wissen» («So rechnet FPT», Systemparameter); Terminologie-Fix «Szenario-Profil» statt «Plan-Einstellungen»; Aktions-Icons auch ohne Hover sichtbar (Touch). **(D) Extras:** **Sparklines** je Element-Zeile (aus den 0.11-Verlaufswerten, keine Neuberechnung), **Befehls-Palette** (Ctrl/Cmd+K), Ruin-Banner verlinkt auf die Einflussfaktoren. Neue Kapitel 3.2.8, 3.7.6–3.7.9, 9.23, 9.24; 9.17 bereinigt (der `Selection`-Rest und der ProfileMenu-Lint-Fehler sind behoben – `npm run lint` ist erstmals fehlerfrei). Testbestand unverändert 103. | | 0.12 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **Lesbarkeit der Wasserfälle, Verkaufspreis-Abgleich und Erklärung wirkungsloser Tornado-Treiber.** (1) Die beiden Wasserfälle werden **nicht mehr mit Recharts** gezeichnet, sondern als eigene liegende Darstellung: Verbindungslinien zwischen den Balken, Wertbeschriftung an jedem Schritt, Abschnitts-Überschriften („Am Übergang" / „Innerhalb der Phase") und eine aufklappbare Tabelle mit **laufendem Zwischenstand**. Anlass war, dass die bisherige Darstellung faktisch nicht lesbar war – die Zahlen waren korrekt, die Grafik nicht. (2) Der Restposten beider Brücken wird bei Abweichung neu als **Fehlermeldung** ausgewiesen statt als beiläufige „Rundungsdifferenz"; eine nicht aufgehende Zerlegung ist ein Rechenfehler und kein Schönheitsproblem. (3) **Verkaufspreis einer Immobilie** wird beim Wechsel auf „Verkaufen" neu mit dem **modellierten Verkehrswert** vorbelegt; der Dialog weist Verkehrswert und Abweichung aus und warnt ab 10 % Differenz (Kap. 3.5.8, 9.22). Damit fällt auf, wenn angenommene Wertsteigerung und erwarteter Verkaufspreis nicht zusammenpassen. (4) Der Tornado erklärt neu **Nullbalken** statt sie stumm zu zeigen – insbesondere den Fall, dass die Immobilien-Wertsteigerung bei einem Verkauf nachweislich wirkungslos ist (`ineffectiveReason`, Kap. 4.13.5). Neue Kapitel 3.5.8, 4.13.5, 9.22; 11 Tests ergänzt (92 → 103), darunter die Invariante `residual === 0` über sieben Plankonstellationen. Keine DB-Änderung, keine Änderung an der Berechnung. | | 0.11 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **Detailansichten (Roadmap Nr. 43)** und **vollständige Offenlegung der Berechnungslogiken (Roadmap Nr. 41)**. (1) Neue **Systemparameter-Ansicht** in der Seitenleiste: alle fest hinterlegten Grössen mit Wert, Bedeutung, Herleitung, Quelle und Stand – als strukturierte Daten aus `constants.ts`, also aus derselben Quelle, aus der gerechnet wird. (2) **Nur-Lese-Detailansicht** je Element und je Lebensphase über ein Expand-Icon: Element mit Verlaufsgrafik über **alle Planjahre** (dafür führt `computePlan` neu `ElementPhaseComputed.yearly` je Element mit), Phase mit Vermögensaufteilung und **zwei Wasserfällen**. (3) Die **Wasserfälle** sind bewusst getrennt: Der Vermögens-Wasserfall zeigt nur echte Zu- und Abgänge (Quote, Kapitalerträge, Wertsteigerung, PK-Beiträge, Steuern, Verrentung, Einmalposten); Sparraten, Amortisationen und Investitionen sind **Umbuchungen** und erscheinen ausschliesslich im Cash-Wasserfall – als Vermögensabgang gezeichnet würden sie einen Verlust vortäuschen, den es nicht gibt. Neue Strukturen `WealthBridge` / `CashBridge` inkl. Restposten als Kontrollgrösse. (4) **Rechenweg-Protokoll**: `computePlan(plan, sample?, { explain })` protokolliert die Schritte, die es ohnehin ausführt – Formel, eingesetzte Zahlen, Ergebnis und Hinweis auf geltende Vereinfachungen. Abdeckung über **alle** Ebenen (Element je Phase, Element je Übergang, Phasen-Kennzahlen, Plan-Ebene). Standardmässig aus, damit die Monte-Carlo-Simulation unberührt bleibt. Jeder Rechenweg verlinkt in das passende Kapitel dieser Spezifikation; ein Test prüft, dass alle Verweise eine existierende Überschrift treffen. Neue Kapitel 3.6.7, 3.6.8, 4.14, 9.20, 9.21; 12 Tests ergänzt (80 → 92). Keine DB-Änderung; die 43 Golden Tests laufen unverändert. | | 0.10 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **Szenario-Vergleich in der Monte-Carlo-Simulation** und **Sensitivitätsanalyse / Tornado** (Roadmap Nr. 20). (1) Die MC-Simulation rechnet neu **mehrere Szenarien desselben Plans in einem Lauf**. Die historischen Annahmen werden dabei nur **einmal je logischem Element** erfasst – die Zuordnung über die Herkunfts-Kette `sourceElementId`, dieselbe Grundlage wie beim Diff (neue Funktionen `resolveRootElementId`, `buildElementGroups`, `paramsForScenario`, `runMonteCarloMulti`). Alle Szenarien laufen mit **demselben Seed** (Common Random Numbers), damit Unterschiede strukturell und nicht zufällig sind. Der **Zielbetrag bleibt szenario-eigen** (vorbelegt mit dem jeweils geplanten Endvermögen) – nur so misst die Erfolgswahrscheinlichkeit, wie oft ein Szenario sein *eigenes* Versprechen hält. Ergebnis als Vergleichstabelle plus Median-Linien je Szenario; bei einem einzelnen Szenario unverändert der bisherige Fächer. (2) Neuer Bereich **Einflussfaktoren** (eigener Button, eigener Dialog) mit einem **Tornado-Chart** nach dem One-at-a-time-Verfahren: neues reines Modul `sensitivity.ts` mit sieben Treibern, je Treiber an-/abwählbar und mit **pflichtiger, frei definierbarer Bandbreite ohne Default**. Das **Pensionsalter ist bewusst nicht enthalten** (Begründung: 9.18). Neue Kapitel 3.6.6, 4.12.6, 4.13, 9.18; 20 Tests ergänzt (60 → 80). Keine DB-Änderung, keine Verhaltensänderung bestehender Pläne. **Ausserdem vier Dokumentationsfehler korrigiert:** Kap. 1.2 nannte noch Monte-Carlo, Hypothekarzinsen und Immobilien-Wertsteigerung als nicht umgesetzt (seit 0.5/0.7 vorhanden); Kap. 4.6.5 endete mit einem widersprüchlichen Restsatz zur fehlenden Wertsteigerung; Kap. 5.2/5.3/5.5.2/8.1 waren bei Migrationszahl, Dateiliste, Komponentenliste und Testzahlen veraltet; der Glossar-Eintrag „Szenario" beschrieb noch das Modell vor V6. | | 0.9 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **UI-Umbau und Planstart.** (1) Die Grafiken liegen neu im eigenen Bereich **Grafiken** (Dialog, Button oben) statt unter der Matrix. (2) Kennzahl **Geschätzter Nachlass** entfernt – sie war identisch mit dem nominalen Endvermögen. (3) **Monte-Carlo-Button** nach oben zu den Szenario-Aktionen verschoben. (4) Neues Profilfeld **Planstart (Jahr)** (`Scenario.startYear`, Migration; reine Anzeige, Berechnung bleibt in relativen Jahren) – erscheint auf der Zeitachse. (5) Zeitachse zeigt neu die **Lebensphasen als Segmente** (Breite = Dauer, Einfärbung nach Phasentyp, Jahresspanne). (6) **Lebensphase bearbeiten** neu als Popup statt Panel unter der Tabelle. (7) **Vermögensverlauf** über **alle Jahre** statt nur über die Phasengrenzen – dafür führt `computePlan` das Vermögen neu pro Jahr mit (`YearPoint.wealthNominal/wealthReal`). Zwei Tests ergänzt (58 → 60). | | 0.8 | 2026-07-18 | Claude (Opus 4.8) | **Szenario-Hierarchie (V6)** – grösste Umstrukturierung bisher. Der **Plan** ist neu ein schlanker Behälter ohne Finanzdaten; die berechenbare Einheit ist das **Szenario**, das Grundprofil (inkl. **Pensionsalter** → Frühpensionierungs-Szenarien), Phasen und Elemente trägt. Jeder Plan erhält beim Anlegen automatisch ein **Basisszenario**; weitere Szenarien entstehen als vollständige Kopie eines beliebigen Szenarios und hängen als **Baum** darunter (Sidebar zeigt die Verschachtelung). Kopierte Phasen/Elemente tragen Herkunfts-Verweise (`sourcePhaseId`, `sourceElementId`) – darauf beruht die **Abweichungs-Markierung**: geändert = gelb, neu = grün, entfernt = graue Geisterzeile (eigene Theme-Tokens für alle drei Farbschemata). Charts vergleichen neu die Geschwister-Szenarien. Datenmodell: neue Tabelle `Plan`, bisheriger `Plan` → `Scenario` (IDs erhalten), `planId` → `scenarioId` in Person/Phase/FinancialElement. API neu unter `/api/scenarios/*`. Neue Kapitel 2.1, 3.2, 4.13; 9 Diff-Tests + Migrations-Test (48 → 58). **Migration mit echtem Postgres (PGlite) verifiziert**, inkl. verschachtelter Szenarien und Cascade. | | 0.7 | 2026-07-17 | Claude (Opus 4.8) | **Monte-Carlo-Simulation** (Roadmap Nr. 19, Stufe A). Button in der Planansicht → Dialog mit Erklärung, Eingaben und Ergebnis. Statt einer festen Rendite/Inflation werden tausende Zufallspfade gerechnet; ausgewiesen werden **Ruinwahrscheinlichkeit**, **Erfolgswahrscheinlichkeit** (P(Endvermögen ≥ Zielbetrag)) und ein **Fächer** (10 %/Median/90 %) plus die deterministische Linie. Läuft komplett im Browser (`computePlan` ist rein). Modell: fettschwänzige Verteilung (Student-t, ν=5), gemeinsamer Marktschock (ρ=0.7), Böden 0 % für PK/3a und −100 % sonst. Pro renditetragendem Element und für die Inflation je: historischer Ø (Pflicht), Streuungsstufe, σ. Neue Datei `montecarlo.ts` + optionaler `sample`-Parameter in `computePlan` (Inflation neu als kumulatives Array; deterministisch identisch). Neues Kapitel 4.12; 7 MC-Tests + Refactor-Absicherung (41 → 48). Keine Verhaltensänderung, keine DB-Änderung. | | 0.6 | 2026-07-17 | Claude (Opus 4.8) | **Teilverkauf** von Sonstigem Vermögen (Roadmap Nr. 42) und **Sonderamortisation** der Hypothek (Roadmap Nr. 15). `OTHER_ASSET` am Übergang neu: Halten / Verkaufen / **Teilverkauf** – ein Betrag fliesst ins Cash (erscheint als „Kapitalzufluss" im Phasenkopf), der Rest bleibt investiert. `REAL_ESTATE` im Halten-Fall neu mit **Einmaltilgung** aus dem Cash (analog zur Sofort-Tilgung bei Schulden; erscheint als „Kapitalinvestition"). Damit lässt sich die indirekte Amortisation via 3a mechanisch nachbilden. Die eigentliche Roadmap Nr. 15 (Steuerwirkung der indirekten Amortisation) bleibt mit dem Steuer-Bündel 13/14/23 zurückgestellt – siehe 9.14. Kapitel 4.9.3/4.9.4 ergänzt. Fünf Regressionstests (36 → 41). Keine Verhaltensänderung für bestehende Pläne. | | 0.5 | 2026-07-17 | Claude (Opus 4.8) | **Netto/Brutto geklärt** (Roadmap Nr. 9, reduziert) und **Immobilien-Modul erweitert** (Roadmap Nr. 8). Einkommen ist neu explizit als **Nettolohn** definiert (Label und Hilfetext); für die AHV rechnet das Tool intern mit `AHV_GROSS_FROM_NET_FACTOR = 1.12` auf den Bruttolohn hoch – die AHV bemisst sich am Brutto, die bisherige Netto-Basis unterschätzte die Rente um bis zu ~1'900/Jahr. Immobilie neu mit **Hypothekarzins** (% der Restschuld, sinkt mit der Amortisation, mit Doppelzählungs-Schalter) und **Wertsteigerung** (auf die **Liegenschaft**, nicht auf das Eigenkapital – Hebeleffekt). Grundstückgewinnsteuer bemisst sich neu explizit am ursprünglichen Kaufpreis. Keine Aufschlüsselung bei Einkommen oder Ausgaben, keine Steuerschätzung (Begründung: 9.14). Neues Kapitel 4.4.5; 4.6.5 und 4.9.4 überarbeitet; Abschnitt 9 um zwei Punkte ergänzt. Sechs Regressionstests (30 → 36). **Verhaltensänderung:** siehe 9.13. | | 0.4 | 2026-07-17 | Claude (Opus 4.8) | **AHV-Rente einkommensabhängig** (Roadmap Nr. 3) und **Fortschreibungs-Warnhinweis** (Roadmap Nr. 4). Die AHV-Rente folgt neu der amtlichen Rentenformel (Skala 44) über das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen statt pauschal der Maximalrente; verifiziert gegen die amtliche Tabelle 318.117.1 (51/51 Zeilen). Prüfung der Beitragskarriere am Pensions-Übergang, mit Zusatzfeldern für die Jahre vor Planbeginn (ab Alter 21). Alles **real** gerechnet. Neue Konstanten `AHV_MIN_MONTHLY_FULL`, `AHV_PENSION_MONTHS`, `AHV_CONTRIBUTION_START_AGE`; `AHV_MAX_ANNUAL_SINGLE` neu abgeleitet. Warnhinweis in Phasenzellen und Phasen-Detail, wenn Folgephasen existieren. Neue Kapitel 3.5.6, 4.4; Abschnitt 9 um zwei Punkte ergänzt. Zwölf Regressionstests (18 → 30). **Verhaltensänderung:** siehe 9.10. | | 0.3 | 2026-07-16 | Claude (Opus 4.8) | **Einmalige Sonderein-/ausgaben** umgesetzt (Roadmap Nr. 1). Der Cash-Übergang zwischen zwei Phasen ist neu ein eigener Entscheid: 1:1 übernehmen · einmaliger Zufluss · einmalige Kosten · beides. Beträge gehen direkt aufs Cash-Konto. Zufluss wird nominal erfasst (real angezeigt) mit optionalem Steuersatz (Default 0 %), Kosten werden real erfasst (nominal angezeigt); beide bleiben aus der Sparquote heraus. Der Entscheid startet unbeantwortet und zählt im „offen"-Badge mit. Neue Spalte `Phase.cashTransition` (JSON) + Migration, neue Route `PUT /api/phases//cash-transition`, eigene Kennzahlen im Phasenkopf. Fünf Regressionstests ergänzt (13 → 18). Neue Kapitel 3.5.5, 4.9.6; Abschnitt 9 um zwei Grenzen ergänzt. | | 0.2 | 2026-07-16 | Claude (Opus 4.8) | Drei Fixes umgesetzt und dokumentiert: **(1)** `Phase.inflationRate` ersatzlos entfernt (DB-Migration, API, Typen, UI) – die Inflation liegt seit V5 plan-weit; das Feld war wirkungslos. **(2)** Amortisation und Tilgung stoppen neu, sobald Hypothek bzw. Schuld abbezahlt sind – sie belasten danach weder Cash noch Sparquote (Kap. 4.6.5, 4.6.7, 4.7, 4.8). **(3)** Kapitalbezugssteuer greift neu auch bei PK-/3a-Vorbezügen vor der Pensionierung, inkl. Steuerfeld und Netto-Vorschau im UI (Kap. 3.5.2, 4.9.1, 4.9.2). Kennzahl `plannedSaveRate` ist neu die Rate des **ersten** Phasenjahres. Drei Regressionstests ergänzt (10 → 13). Abschnitt 9 neu nummeriert (erledigte Punkte entfernt, „Sparraten werden nicht indexiert" ergänzt). | | 0.1 | 2026-07-16 | Claude (Opus 4.8) | Erstfassung. Vollständige Neuerstellung aus dem Code (Stand `f768e01`). Ersetzt die bisherigen FDD/TDD-Dokumente v1–v5 vollständig. | > **Pflegehinweis:** Dieses Dokument ist ein lebendes Dokument. Bei jeder Aktualisierung wird > (a) die Änderungshistorie um eine Zeile ergänzt, (b) die Versionsnummer im Kopf hochgezählt > und (c) der referenzierte Codestand (Commit) aktualisiert. > > Die Versionsnummer ist ein **Zähler nach dem Punkt**, keine Dezimalzahl: auf 0.9 folgt 0.10, > darauf 0.11 und so weiter. Ein Sprung auf 1.0 ist damit dem Erreichen eines echten > Meilensteins vorbehalten und passiert nicht als Nebeneffekt des Hochzählens. --- ## Inhaltsverzeichnis 1. [Einleitung und Abgrenzung](#1-einleitung-und-abgrenzung) 2. [Fachliche Grundkonzepte](#2-fachliche-grundkonzepte) 3. [Funktionale Spezifikation](#3-funktionale-spezifikation) 4. [Berechnungsmodell](#4-berechnungsmodell) 5. [Technische Spezifikation](#5-technische-spezifikation) 6. [API-Referenz](#6-api-referenz) 7. [Betrieb und Deployment](#7-betrieb-und-deployment) 8. [Qualitätssicherung](#8-qualitätssicherung) 9. [Bekannte Einschränkungen und Modellentscheide](#9-bekannte-einschränkungen-und-modellentscheide) 10. [Glossar](#10-glossar) --- # 1. Einleitung und Abgrenzung ## 1.1 Zweck des Tools Das FPT ist eine Webanwendung zur persönlichen Finanzplanung über Lebensabschnitte hinweg, ausgelegt auf Schweizer Verhältnisse (AHV, Pensionskasse, Säule 3a, Grundstückgewinnsteuer). Ein Benutzer bildet seine finanzielle Situation als Kette von **Lebensphasen** ab, hinterlegt **finanzielle Elemente** (Einkommen, Ausgaben, Vorsorge, Immobilien, Vermögen, Schulden) und trifft an den **Übergängen** zwischen den Phasen bewusste Entscheide (halten, verkaufen, Kapital beziehen, verrenten). Das Tool rechnet daraus Jahr für Jahr das Vermögen, den Cash-Bestand, Spar- bzw. Verzehrquoten sowie ein allfälliges Ruinalter fort. ## 1.2 Was das Tool nicht ist Aus dem Code direkt ableitbare Abgrenzungen: - **Keine Steuerberechnung** ausser den drei explizit modellierten Sätzen (Kapitalbezugssteuer, Grundstückgewinnsteuer, PK-Umwandlungssatz). Einkommens- und Vermögenssteuern sind nicht modelliert und müssen vom Benutzer in den Ausgaben erfasst werden (Begründung: [9.14](#914-keine-steuerschätzung)). - **Keine Nebenkosten, kein Eigenmietwert, keine Mieteinnahmen** bei Immobilien (siehe [9.3](#93-immobilien-was-noch-fehlt)). - **Keine automatische Deckung von Liquiditätslücken.** Negatives Cash wird gemeldet, aber nicht korrigiert (siehe [9.1](#91-cash-wird-nicht-automatisch-ausgeglichen)). - **Keine Mehrbenutzer-Kollaboration.** Pläne gehören genau einem Benutzer. > **Hinweis zur Dokumenthistorie:** Bis Version 0.9 stand hier zusätzlich „keine > Monte-Carlo-Simulation", „keine Hypothekarzinsen" und „keine Wertentwicklung von Immobilien". > Alle drei sind seit Version 0.5 bzw. 0.7 umgesetzt ([4.4.5](#445-netto-brutto-umrechnung-für-die-ahv), > [4.6.5](#465-real_estate-immobilie), [4.12](#412-monte-carlo-simulation)); die Abgrenzung war > versehentlich stehen geblieben. Die deterministische Rechnung bleibt der Kern des Tools; Stochastik kommt ausschliesslich in der **Monte-Carlo-Simulation** ([4.12](#412-monte-carlo-simulation)) und – als reine Was-wäre-wenn- Rechnung – in der **Sensitivitätsanalyse** ([4.13](#413-sensitivitätsanalyse-tornado)) dazu. Beide verändern die gespeicherten Plandaten nicht. ## 1.3 Kernprinzip: Plan als selbsttragende Einheit Seit dem V3-Rework (Migration `20260713150000_profile_to_plan_v3`) trägt **jeder Plan sein eigenes Grundprofil**: Haushaltsform, Personen (Alter, Pensionsalter, Name) und Inflationsannahme. Es gibt keine übergeordnete Haushalts-Entität mehr. Ein Szenario ist deshalb eine vollständige Deep-Copy und vom Ursprungsplan unabhängig veränderbar. Referenz: `prisma/schema.prisma` Zeilen 8–10, `src/lib/types.ts` Zeilen 38–49. --- # 2. Fachliche Grundkonzepte ## 2.1 Die Ebenen ``` User └── Plan (der HAUSHALT: Name, Haushaltsform, Startjahr) ├── PlanPerson[] (Rolle, Name, Alter — gelten für ALLE Szenarien) └── Scenario[] (die berechenbare Einheit = eine Planungsvariante) │ szenario-eigen: Inflation, Cash-Startwert │ isBase = genau eines je Plan · parentScenarioId = Baum + Vergleichsbasis ├── Person[] (nur das PENSIONSALTER je Rolle — szenario-eigen) ├── Phase[] (Kette 1..n; sourcePhaseId = Gegenstück in der Vorlage) └── FinancialElement[] (szenario-weit; sourceElementId = Gegenstück in der Vorlage) ├── ElementPhaseValue[] (Werte je Phase, JSON) └── ElementTransitionValue[] (Entscheide je Übergang, JSON) ``` **Zwei Designprinzipien tragen dieses Modell:** **(1) Ein finanzielles Element ist über alle Lebensphasen hinweg dieselbe Entität.** Eine Pensionskasse „PK Arbeitgeber" existiert einmal pro Szenario; sie hat pro Phase einen Werte-Satz und pro Phasenübergang einen Entscheid-Satz. Dadurch bleibt die Identität eines Vermögensgegenstands über die Zeit erhalten – Voraussetzung für die Fortschreibung (Carry) und die Vermögensaufteilungs-Grafik. **(2) Der Haushalt liegt am Plan, die Annahmen am Szenario** (V7, siehe [9.30](#930-warum-der-haushalt-am-plan-hängt)). Haushaltsform, Personen (Name, Alter) und Planstartjahr beschreiben den **Haushalt** – sie gelten für alle Szenarien. Unterscheiden sie sich, ist es ein anderer **Plan**. Szenario-eigen sind die **Annahmen**: Inflation, Cash-Startwert und – am wichtigsten – das **Pensionsalter** je Person. Nur deshalb sind Frühpensionierungs-Szenarien überhaupt möglich („Was, wenn ich mit 62 statt 65 aufhöre?"). Der **Plan** trägt zudem den Eigentümer (`userId`). Ownership von Szenario/Phase/Element läuft über die Kette `Scenario → Plan → User`. Referenz: `prisma/schema.prisma`. ## 2.2 Die Matrix als Leitmetapher Die Hauptansicht ist eine Tabelle: - **Zeilen** = finanzielle Elemente, gruppiert nach Kategorie; zuoberst die systemseitige, read-only Zeile **Cash**. - **Spalten** = abwechselnd **Phasenspalten** und **Übergangsspalten** (Phase 1 → Übergang → Phase 2 → Übergang → Phase 3 …). Der letzten Phase folgt keine Übergangsspalte. - **Zellen** = anklickbar; Phasenzellen öffnen die Werte-Eingabe, Übergangszellen den Entscheid-Dialog. Referenz: `src/components/PlanView.tsx` Zeilen 111–120 (Spaltenaufbau), 333–477 (Matrix). ## 2.3 Phasentyp – abgeleitet, nicht gespeichert Der Typ einer Phase wird **nie gespeichert**, sondern in jeder Berechnung aus Alter und Pensionsalter der Personen abgeleitet: | Bedingung (zu Phasenbeginn) | Typ | |---|---| | alle Personen `startAge < retirementAge` | `ERWERB` | | alle Personen `startAge >= retirementAge` | `PENSION` | | gemischt | `MIXED` | Referenz: `src/lib/calculations.ts` Zeilen 158–172; Kommentar in `prisma/schema.prisma` Zeilen 94–95. ## 2.4 Cash als Ausgleichskonto Cash ist kein vom Benutzer erfassbares Element, sondern das systemseitige Ausgleichskonto: - Es startet mit `Plan.initialCash` (Phase 1). - Es nimmt jährlich die **Spar-/Verzehrquote** (Einkommen − nominale Ausgaben) auf. - Es finanziert die **geplanten Sparraten** (3a-Beiträge, Sparbeiträge, Amortisationen, Tilgungen). - Es empfängt die **Bezugsraten** aus Sonstigem Vermögen. - Es empfängt an Übergängen **Kapitalzuflüsse** (Verkäufe, PK-/3a-Bezüge) und finanziert **Sofort-Tilgungen** sowie **Zusatzinvestitionen** der Folgephase. - Es nimmt an Übergängen **einmalige Sonderein-/ausgaben** auf (Erbschaft, Poolbau, Autokauf) – siehe [3.5.5](#355-cash-übergang-einmalige-sonderein-ausgaben). - Es darf **negativ werden** – dies ist die Definition einer Liquiditätslücke und wird rot markiert, aber nicht automatisch korrigiert. Cash ist die einzige Zeile der Matrix ohne `FinancialElement`-Datensatz. Zwei Zellen sind dennoch bearbeitbar: die **erste** Phasenzelle (Cash-Anfangswert) und **jede Übergangszelle** (einmalige Sonderein-/ausgaben). Referenz: `src/lib/calculations.ts` (Jahresschleife und Übergang). --- # 3. Funktionale Spezifikation ## 3.1 Authentifizierung und Benutzerkonto ### 3.1.1 Registrierung - Öffentlich zugänglich (kein Einladungscode, keine Freischaltung). - Benutzername: Muster `^[a-zA-Z0-9._-]{3,32}$` – 3 bis 32 Zeichen, Buchstaben, Zahlen, Punkt, Unterstrich, Bindestrich. Muss plan-übergreifend eindeutig sein (`User.username @unique`). - Passwort: mindestens 6 Zeichen; wird mit bcrypt (Cost-Faktor 12) gehasht. - Bei Erfolg wird sofort eine Session gesetzt (Login inbegriffen), HTTP 201. - Bei belegtem Benutzernamen: HTTP 409 mit Meldung „Dieser Benutzername ist bereits vergeben." Referenz: `src/lib/users.ts` Zeilen 6–22, `src/app/api/auth/register/route.ts`. ### 3.1.2 Anmeldung - Benutzername + Passwort; Prüfung via `bcrypt.compare`. - Fehlermeldung ist bewusst unspezifisch: „Benutzername oder Passwort falsch." (HTTP 401) – verrät nicht, ob der Benutzer existiert. Auch die **Antwortzeit** verrät es nicht: Ein unbekannter Benutzer wird gegen einen Dummy-bcrypt-Hash geprüft, damit die Dauer dieselbe ist wie bei einem bekannten mit falschem Passwort (`TIMING_DUMMY_HASH` in `users.ts`). - Bei Erfolg: JWT (HS256, Payload `{ userId }`, Gültigkeit 30 Tage) im HttpOnly-Cookie `fpt_session` (`sameSite=lax`, `secure` nur in Produktion, `maxAge` 30 Tage). Referenz: `src/app/api/auth/login/route.ts`, `src/lib/auth.ts`. ### 3.1.3 Abmeldung `POST /api/auth/logout` löscht das Cookie. Da die Session zustandslos ist (JWT), bleibt ein bereits kopiertes Token bis zum Ablauf technisch gültig – es gibt keine serverseitige Token-Sperrliste. Nach dem Abmelden führt der **Zurück-Knopf** des Browsers zur zuletzt gezeigten Ansicht aus dem *bfcache* zurück -- ohne neue Anfrage, also ohne dass Middleware oder Session-Prüfung greifen. Damit die eingefrorene, scheinbar noch angemeldete Ansicht nicht stehen bleibt, prüft die Hauptseite beim `pageshow`-Ereignis (nur bei einer aus dem bfcache zurückgeholten Seite) erneut `/api/auth/me` und leitet ohne gültige Session sofort auf `/login`. Es sind dabei nie echte Daten freigegeben -- das Cookie ist gelöscht --, aber die alten Zahlen sollen auf einem geteilten Rechner gar nicht erst wieder sichtbar werden. Referenz: `src/app/page.tsx`. ### 3.1.4 Passwortänderung Im Profilmenü. Erfordert das aktuelle Passwort; das neue Passwort muss ≥ 6 Zeichen haben und wird im Dialog gegen eine Wiederholung geprüft (Client-seitig). Nach Erfolg erscheint 1.2 s lang „Passwort geändert.", dann schliesst der Dialog. Der Dialog läuft über die zentrale `Modal`-Komponente und schliesst damit auch auf **Esc** (Fokus-Falle und `aria-modal` inklusive, siehe 3.7.6). Referenz: `src/app/api/auth/change-password/route.ts`, `src/components/ProfileMenu.tsx` Zeilen 117–140. ### 3.1.5 Zugriffsschutz Zweistufig: 1. **Middleware** (`src/middleware.ts`, Edge-Runtime): schützt alle Pfade ausser `/login`, `/api/auth/login`, `/api/auth/register`, `/_next/*`, `/favicon*`. Ohne gültiges Token → API-Aufrufe erhalten HTTP 401, Seitenaufrufe werden nach `/login?next=` umgeleitet. 2. **Ownership-Check in jeder API-Route**: `getCurrentUserId()` plus eine Abfrage, die den Datensatz nur zurückgibt, wenn er dem Benutzer gehört (`getOwnedPlan`, `getOwnedPhase`, `getOwnedElement` in `src/lib/queries.ts`). Ein fremder Datensatz führt zu HTTP 404 (nicht 403) – die Existenz wird nicht preisgegeben. ### 3.1.6 Missbrauchsschutz (Rate-Limiting) Login, Registrierung und Passwortänderung sind gegen wiederholtes Durchprobieren gebremst (`src/lib/rate-limit.ts`): | Endpunkt | Grenze | Schlüssel | |---|---|---| | `POST /api/auth/login` | 10 / 15 min | Client-IP **+ Benutzername** | | `POST /api/auth/register` | 5 / 60 min | Client-IP | | `POST /api/auth/change-password` | 10 / 15 min | Benutzer-ID | Bei Überschreitung: **HTTP 429** mit lesbarer Meldung und `Retry-After`-Header. Der Zähler ist ein **In-Memory-Fixed-Window** – bewusst einfach, weil das Tool in einem einzigen Container läuft; nach einem Deploy ist er leer. Die Client-IP kommt aus `X-Forwarded-For` (Traefik); ohne Header fallen alle auf denselben Eimer, was im Zweifel eher zu stark als zu schwach bremst. Für einen Mehrinstanz-Betrieb müsste der Zähler nach Redis o. Ä. wandern (Roadmap #34). **Bewusst offen (Roadmap #34, Pentest):** kein Passwort-Längen-Maximum (bcrypt prüft still nur die ersten 72 Byte), keine ARIA-Labels auf der Login-Maske und der Befehls-Palette. ## 3.2 Plan-Verwaltung ### 3.2.1 Plan erstellen Es gibt genau **einen** Weg: den Knopf «Meinen ersten Finanzplan anlegen» in der Übersicht bzw. das «+» in der Seitenleiste. Beide öffnen denselben Dialog. Zur Begründung, warum die frühere Auswahl aus drei Wegen entfallen ist, siehe [3.2.8](#328-der-einstieg-ein-weg-eine-tour-ein-assistent). Der Dialog fragt Name plus Grundprofil -- **ohne Pensionsalter**, das gehört in die Pensionsplanung: | Feld | Typ | Default | Wertebereich | |---|---|---|---| | Name des Plans | Text | „Basisplan" | 1–120 Zeichen | | Haushaltsform | Auswahl | `SINGLE` | `SINGLE` / `COUPLE` | | Name je Person | Text (optional) | leer | ≤ 60 Zeichen | | Aktuelles Alter | Zahl | 35 | 0–120 | | Pensionierungsalter | Zahl | 65 | 30–100 | | Erwartete Inflationsrate (%) | Zahl | 1.5 | −20 bis 50 | Konsistenzregel: `SINGLE` erfordert genau eine Person, `COUPLE` genau zwei (Person A und B). Verletzung → HTTP 400 mit Klartextmeldung. Referenz: `src/components/PlanProfileFields.tsx`, `src/app/api/plans/route.ts`. Ein neu erstellter Plan hat **keine Phasen und keine Elemente**; `initialCash` ist 0. ### 3.2.2 Grundprofil ändern Über **«Profil bearbeiten»** im Grundprofil-Block der Szenario-Ansicht (Panel «Szenario-Profil»). Der Endpunkt ist `PATCH /api/scenarios/`: Er schreibt Haushaltsform, Personen (Name, Alter) und Startjahr an den **Plan**, Inflation und Pensionsalter ans **Szenario** – die Trennung aus V7 ([9.30](#930-warum-der-haushalt-am-plan-hängt)). Das **Pensionsalter** ist dort nur noch Anzeige; verschoben wird es über «Pensionsalter anpassen» ([3.12](#312-pensionsalter-anpassen)), weil es auf einer Phasengrenze liegt. Wichtig: Die Personen werden serverseitig in einer Transaktion **gelöscht und neu angelegt** (`deleteMany` + `create`). Die Person-IDs ändern sich dadurch. Da Elemente über `ownerRole` (nicht über `personId`) zugeordnet sind, bleibt die Zuordnung erhalten. Ein Wechsel von `COUPLE` auf `SINGLE` entfernt Person B. Elemente mit `ownerRole = PERSON_B` bleiben in der Datenbank bestehen, finden aber keinen Owner mehr – siehe [9.2](#92-verwaiste-person_b-elemente). **Plan umbenennen:** über das Stift-Symbol neben dem Plannamen im Plan-Dashboard (`PATCH /api/plans/`, nur das Feld `name`). Referenz: `src/app/api/scenarios/[scenarioId]/route.ts`, `src/app/api/plans/[planId]/route.ts`. ### 3.2.3 Cash-Anfangswert Klick auf die erste Zelle der Cash-Zeile öffnet den Dialog „Cash-Anfangswert". Wertebereich 0 bis 1'000'000'000, wird auf ganze Franken gerundet. Referenz: `src/components/PlanView.tsx`, `PATCH /api/scenarios/` (Feld `initialCash`). ### 3.2.4 Plan löschen Aus der Übersichtskachel oder der Seitenleiste, mit dem eigenen Bestätigungs-Dialog (`useConfirm`, siehe [3.7.6](#376-sprache-und-ui-primitiven) – kein Browser-`confirm()` mehr). Löscht per Datenbank-Cascade **alle Szenarien** des Plans und darüber Personen, Phasen, Elemente und sämtliche Werte, dazu die Ist-Datensätze, gespeicherten Analysen und Berichte des Plans. Referenz: `prisma/schema.prisma`, `src/app/api/plans/[planId]/route.ts`. ### 3.2.5 Szenarien Beim Anlegen eines Plans entsteht **automatisch das Basisszenario** (`isBase = true`, Name „Basisszenario"). Vom erfassten Profil landen **Haushaltsform, Personen und Startjahr am Plan**, **Inflation und Pensionsalter am Basisszenario** (V7). Ein weiteres Szenario ist eine **vollständige Kopie eines beliebigen bestehenden Szenarios** (nicht nur des Basisszenarios – die Vorlage ist in der Szenario-Liste je Zeile über «Kopie» wählbar). Kopiert werden die szenario-eigenen Angaben (Inflation, Cash-Startwert, Pensionsalter), alle Phasen, alle Elemente sowie sämtliche Phasen- und Übergangswerte. Der Haushalt wird **nicht** kopiert – er liegt am Plan und gilt ohnehin für alle Szenarien. Gesetzt werden dabei: - `parentScenarioId` = das kopierte Szenario → ergibt den **Baum** in der Seitenleiste **und** die **Vergleichsbasis** für die Abweichungs-Markierung - `sourcePhaseId` / `sourceElementId` je kopierter Phase bzw. Element → die **Identität**, über die der Diff „dieselbe Zelle" wiederfindet Da jede Kopie wieder kopierbar ist, entstehen **Sub-Szenarien** beliebiger Tiefe; die Seitenleiste rückt sie entsprechend ein. **Löschen:** Ein Szenario lässt sich löschen, das **Basisszenario nicht** (dafür den ganzen Plan löschen). Das Löschen eines Plans entfernt per Cascade alle seine Szenarien. Referenz: `src/app/api/scenarios/[scenarioId]/copy/route.ts`. ### 3.2.6 Abweichungs-Markierung (Diff) Jedes Szenario ausser dem Basisszenario wird **live gegen sein Eltern-Szenario** verglichen. Abweichende Stellen sind in der Matrix farblich markiert: | Zustand | Darstellung | |---|---| | **geändert** | gelb hinterlegt (`--diff` / `--diff-soft`) | | **neu** (in der Vorlage nicht vorhanden) | grün hinterlegt + Badge „neu" (`--diff-added`) | | **entfernt** (in der Vorlage vorhanden, hier gelöscht) | graue **Geisterzeile**, durchgestrichen (`--diff-removed`) | Markiert werden: Phasenzellen, Übergangszellen, Element-Zeilen (Name/Zuordnung), Phasenköpfe (Name/Dauer), der Cash-Anfangswert, Cash-Übergänge und das Grundprofil-Banner. Über der Matrix steht die Gesamtzahl der Abweichungen. Die Farben sind **semantische Tokens** und für Hell, Dunkel und Warm getrennt abgestimmt – ein fester Gelbwert würde im Dunkelschema unbrauchbar aussehen. **Zwei bewusste Eigenschaften:** - Der Vergleich läuft gegen das **direkte Eltern-Szenario**, nicht immer gegen die Basis. Bei einem Sub-Szenario ist das genau „was habe ich gegenüber der Vorlage geändert". - Der Diff ist **live**: Ändert man die Vorlage, verschiebt sich die Markierung im Kind rückwirkend (siehe [9.16](#916-diff-ist-live-gegen-die-vorlage)). Referenz: `src/lib/diff.ts`. ### 3.2.7 Planstart (Kalenderjahr) Das Grundprofil enthält das Feld **Planstart (Jahr)** – das Kalenderjahr, in dem Jahr 1 der Planung liegt (`Plan.startYear`, seit V7 plan-weit). Es dient **ausschliesslich der Darstellung**: Zeitachse und Grafiken beschriften damit Jahre statt nur Alter. Die Berechnung rechnet unverändert in **relativen** Jahren ab Planbeginn – `startYear` fliesst in keine Formel ein. Beim Anlegen wird das laufende Jahr vorbelegt; bestehende Pläne wurden per Migration darauf gesetzt. Kalenderjahr eines Planjahrs: `startYear + (Jahr − 1)`. ### 3.2.8 Der Einstieg: ein Weg, eine Tour, ein Assistent Bis 0.35 standen im leeren Zustand **drei** Knöpfe: geführt starten, Beispielplan ansehen, leer starten. Das ist eine Wahl, die niemand treffen kann, der das Tool noch nicht kennt -- und sie kostete den ersten Eindruck. Seit 0.36 gibt es genau einen Weg: ``` "Meinen ersten Finanzplan anlegen" | v Plan-Dialog (sechs Felder) | v Basisszenario, leer -> Tour (Demo-Popup) -> FPT-Assistent ``` **Der Plan-Dialog** fragt nur noch: Name des Plans, Haushaltsform, Namen der Personen (freiwillig), Startjahr, Alter, Inflation. Dasselbe Fenster öffnet auch das Plus in der Seitenleiste. **Das Pensionsalter wird bewusst NICHT gefragt.** Es ist kein Stammdatum, sondern der erste Entscheid der Pensionsplanung -- und es erzeugt eine Phasengrenze ([3.14.4](#3144-fixpunkte-jeder-bezugsbeginn-erzwingt-eine-phasengrenze)). Bis Schritt 2 des Assistenten gilt das Referenzalter. **Der frühere Plan-Assistent (`PlanWizard`) und der Beispielplan sind entfallen.** Der Wizard führte VOR dem Plan durch ein Formular und liess einen danach mit der Matrix allein; der Assistent führt jetzt IM Plan und bleibt dort, solange man ihn braucht ([3.14](#314-der-fpt-assistent)). Was der Beispielplan leistete -- einmal sehen, wie ein gefüllter Plan aussieht --, übernimmt die Tour. ### 3.3.1 Phase anlegen Neue Phasen werden **immer am Ende der Kette** angehängt (`sequenceNumber = Anzahl + 1`). **Automatische Dauer-Kappung:** Die Dauer wird ans nächste Pensionsereignis gekappt. Formel (`maxPhaseDuration`): für jede Person, die zu Phasenbeginn noch erwerbstätig ist, gilt `retirementAge − (age + yearsBefore)`; das Minimum dieser Werte ist die Obergrenze. Ist keine Person mehr erwerbstätig, gibt es keine Obergrenze (`null`). Diese Kappung ist im Dialog sichtbar („max. N") **und** wird serverseitig erzwungen. Fachliche Begründung: Eine Phase darf keine Pensionierung überspannen, weil der Phasentyp und die AHV-/PK-Renten am Phasenbeginn ausgewertet werden. **Default-Dauer:** die Kappung, sonst 10 Jahre. **Default-Name:** Phase 1 → „Erste Lebensphase"; sonst „Pensionsphase" wenn zu Phasenbeginn mindestens eine Person pensioniert ist, sonst „Erwerbsphase". **Vorbelegung der Elemente:** Beim Anlegen einer Phase wird für jedes noch aktive Element (nicht `SOLD`, nicht `SETTLED`) ein `ElementPhaseValue` erzeugt – seit 0.28 aber fast **leer** (`buildCarryData`): | Kategorie | Kopierte Felder | |---|---| | `AHV` | `gapYears: 0` – Ausfalljahre gelten für genau eine Phase, ein geerbter Wert würde eine Lücke erfinden | | `REAL_ESTATE` | `purchasePrice` (eine Tatsache, Basis der Grundstückgewinnsteuer) und `interestHandling` (ein Schalter ohne Zahlenwert) | | alle übrigen | **nichts** | Alles andere wird **nicht kopiert, sondern live vererbt**: Beträge und Bestände werden aus der Vorphase fortgeschrieben, die **Wiederkehr-Parameter** (Raten, Beiträge, Amortisation, Wertsteigerung, Zinssatz) gelten weiter, solange das Feld leer bleibt ([3.12.4](#3124-punkt-a-aus-vorphase-übernehmen)). Der Unterschied zeigt sich, sobald man eine frühe Phase nachträglich ändert: Eine Kopie bliebe stehen, die Vererbung zieht mit. Referenz: `src/app/api/scenarios/[scenarioId]/phases/route.ts`. ### 3.3.2 Phase bearbeiten Klick auf einen Phasenkopf (oder auf dessen **Stift-Symbol**) öffnet das Panel „Lebensphase: " mit Bezeichnung und Dauer. Eine phasenspezifische Inflationsrate gibt es nicht; das Panel weist darauf hin. **Die Folgephase gleicht eine geänderte Dauer aus.** Wird eine Phase um N Jahre verlängert, wird die **nächste** um N Jahre kürzer – die Gesamtdauer des Plans bleibt gleich. Das Panel zeigt die Auswirkung live und fragt vor dem Speichern nach. Warum das nötig ist: Bis 0.32 kappte das Tool nur die **bearbeitete** Phase am nächsten Pensionsereignis. Das ist richtig, aber nicht ausreichend. Beispiel: Phase 1 (10 J.) + Phase 2 (10 J.), Pensionierung im Jahr 20. Eine Verlängerung von Phase 1 auf 12 Jahre ist für Phase 1 zulässig – danach lief Phase 2 aber von Jahr 12 bis 22 und **überspannte die Pensionierung**. Da `computePlan` die Dauer nicht nachkappt und den Phasentyp am Phasen*beginn* ableitet, wurde die Pensionierung faktisch übersprungen; die tragende Invariante aus [4.16.1](#4161-die-tragende-invariante) war verletzt. Passt der Ausgleich nicht (die Folgephase fiele unter ein Jahr), wird die Änderung **blockiert** mit dem Hinweis, um wie viel sie höchstens möglich wäre. Die **letzte** Phase hat keine Nachfolgerin – sie verlängert oder verkürzt den Plan tatsächlich. Referenz: `planDurationChange` in `src/lib/phaseplan.ts`, `src/components/PhaseDetail.tsx`, `src/app/api/phases/[phaseId]/route.ts` (setzt beide Dauern in einer Transaktion). ### 3.3.3 Phase löschen **Nur die letzte Phase** kann gelöscht werden – serverseitig geprüft (HTTP 400: „Nur die letzte Phase kann gelöscht werden."). Damit bleibt die Kette der `sequenceNumber` lückenlos. Der Löschen-Button erscheint im Detail-Panel nur bei der letzten Phase. Referenz: `src/app/api/phases/[phaseId]/route.ts`. ## 3.4 Finanzielle Elemente ### 3.4.1 Kategorien und Personenzuordnung | Kategorie | Label | Zuordnung | |---|---|---| | `INCOME` | Einkommen | frei: Gemeinsam / Person A / Person B | | `EXPENSE` | Ausgaben | frei | | `AHV` | AHV | **zwingend genau eine Person** | | `PENSION_FUND` | Pensionskasse | **zwingend genau eine Person** | | `PILLAR_3A` | Säule 3a | **zwingend genau eine Person** | | `REAL_ESTATE` | Immobilie | frei | | `OTHER_ASSET` | Sonstiges Vermögen | frei | | `OTHER_DEBT` | Sonstige Schulden | frei | Die Vorsorge-Kategorien (`PERSON_ONLY_CATEGORIES`) sind zwingend personengebunden, weil AHV-Rente, PK-Verrentung und 3a-Bezug am **individuellen** Pensionierungszeitpunkt hängen. Wird für diese Kategorien kein `PERSON_A`/`PERSON_B` übergeben → HTTP 400. Für die übrigen Kategorien gilt: fehlt die Zuordnung, wird serverseitig `HOUSEHOLD` gesetzt. Referenz: `src/lib/elements.ts` (`PERSON_ONLY_CATEGORIES`), `src/app/api/scenarios/[scenarioId]/elements/route.ts`. ### 3.4.2 Element anlegen Der Dialog „Finanzielles Element" fragt Kategorie, Zuordnung, Bezeichnung **und direkt die Werte der ersten Lebensphase** ab. Nach dem Anlegen (`POST .../elements`) werden die Werte per `PUT .../phase/` gespeichert, sofern mindestens ein Feld gesetzt wurde. Der Bezeichnungs-Default ist das Kategorie-Label. `orderIndex` = bisheriges Maximum + 1; bestimmt die Reihenfolge innerhalb der Kategoriegruppe. Referenz: `AddElementDialog` in `src/components/PlanView.tsx`. ### 3.4.3 Element bearbeiten und löschen Ein Klick auf eine **Phasenzelle** öffnet das Panel mit den kategorie- und kontextabhängigen Feldern (siehe [3.4.4](#344-feldkatalog-je-kategorie)) – dort stehen die Werte **dieser Phase**. Die Eigenschaften des **Elements selbst** (Bezeichnung, Zuordnung) sind phasenunabhängig und haben deshalb ihren eigenen Ort: In der Element-Zeile ganz links stehen drei Symbole – **Stift** (umbenennen und Zuordnung ändern), **Papierkorb** (löschen) und **Expand** (Detailansicht). Alle drei sind **immer** sichtbar, nicht erst bei Mouseover; auf einem Touch-Gerät gäbe es sonst keinen Weg dorthin. Denselben Aufbau trägt der **Phasenkopf**. Die Zuordnung läuft über `ownerRole`, nicht über eine Person-ID – deshalb übersteht sie auch das Neuanlegen der Personen im Profil-Dialog. Für AHV, Pensionskasse und Säule 3a bleibt sie zwingend personengebunden (HTTP 400 bei „Gemeinsam"). Löschen entfernt das Element **aus allen Phasen** (eigener Bestätigungs-Dialog, dann Cascade auf `ElementPhaseValue` und `ElementTransitionValue`). Referenz: `PATCH /api/elements/` (Felder `name`, `ownerRole`), `ElementMetaPanel` in `src/components/PlanView.tsx`. ### 3.4.4 Feldkatalog je Kategorie Die angezeigten Felder hängen von drei Kontextgrössen ab: - **`carried`** – ob der Basiswert aus der Vorphase fortgeschrieben wird (ab Phase 2) - **`ownerWorking`** – ob der zugeordnete Besitzer in dieser Phase erwerbstätig ist - **`durationYears`** – Phasendauer (begrenzt z. B. die Ausfalljahre) Referenz: `ElementPhaseFields` in `src/components/ElementDetail.tsx`. #### INCOME (Einkommen) **Einkommen ist der NETTOLOHN** – der Betrag, der nach allen Lohnabzügen (AHV/ALV, Pensionskasse, NBU) tatsächlich aufs Konto kommt. Das ist die für den Cash-Fluss richtige Grösse und die, in der man denkt. | Feld | JSON | Semantik | |---|---|---| | Jahreseinkommen NETTO, nominal (erstes Jahr) | `amount` | Basiswert Jahr 1. Ab Phase 2 vorbelegt mit dem fortgeschriebenen Wert, bewusst änderbar (Teilzeit, Beförderung). | | ≈ real (heutige Kaufkraft) | – | Read-only Info: `amount / deflatorStart` | | Nominale Lohnerhöhung (%/Jahr) | `teuerungsausgleich` | Default 0 %. 0 % = nominal gleichbleibend, real sinkend. | Für die **AHV** rechnet das Tool intern auf den Bruttolohn zurück – siehe [4.4.5](#445-netto-brutto-umrechnung-für-die-ahv). Warum die Definition überhaupt nötig war: Für den Cash-Fluss sind beide Konventionen gleichwertig (`brutto − Ausgaben inkl. Abzüge` ≡ `netto − Ausgaben ohne Abzüge`), weshalb die Ambiguität lange folgenlos blieb. Mit der einkommensabhängigen AHV hängt daran aber eine Rente. #### EXPENSE (Ausgaben) Hinweistext: „Ausgaben werden REAL erfasst (in heutiger Kaufkraft)." | Feld | JSON | Semantik | |---|---|---| | Jahresausgaben REAL (erstes Jahr) | `amount` | Basiswert in heutiger Kaufkraft. | | ≈ nominal (in diesem Jahr) | – | Read-only Info: `amount * deflatorStart` | | Reale Mehrausgaben (%/Jahr) | `teuerungsausgleich` | **Zusätzlich** zur Inflation. 0 % = gleicher Lebensstandard. | Die Asymmetrie (Einkommen nominal, Ausgaben real) ist der Kern des V5-Modells: Man kennt seinen Lohn nominal, aber seinen Lebensstandard real. #### AHV | Zustand | Anzeige | |---|---| | Besitzer erwerbstätig | Eingabefeld **Geplante Ausfalljahre** (`gapYears`), 0 bis Phasendauer. Hilfetext: „Jedes Ausfalljahr kuerzt die spaetere Rente um 1/44." | | Besitzer pensioniert | Nur Hinweistext – die Rente wird automatisch berechnet. | #### PENSION_FUND (Pensionskasse) | Zustand | Felder | |---|---| | erwerbstätig, Phase 1 | **Aktueller PK-Wert** (`currentValue`), **Jährliche Einzahlung** (`annualContribution`), **Erwartete Rendite** (`expectedReturn`) | | erwerbstätig, ab Phase 2 | **Startwert (fortgeschrieben)** (read-only), **Zusatzeinlage aus Kapital** (`additionalInvestment`), Einzahlung, Rendite | | pensioniert | Hinweistext (Rente aus Umwandlungssatz bzw. „Vollständig bezogen") | Wichtig (Hilfetext im UI): Die PK-Einzahlung „Fliesst NICHT in die Sparquote ein (bereits in den Ausgaben beruecksichtigt)" – Lohnabzüge sind im Nettoeinkommen bereits weg. #### PILLAR_3A (Säule 3a) Wie PK, aber: - Die Einzahlung **zählt** zur Sparquote (verlässt das Cash). - Das Feld ist auf `PILLAR_3A_MAX_ANNUAL` = **7'258 CHF** (2026, mit PK) hart geklammert – mit dem Schalter «Selbstständig ohne PK» auf `PILLAR_3A_MAX_SELF_EMPLOYED` (Feld `selfEmployed3a`, siehe 4.11). - Bei Pensionierung: „Die Saeule 3a wird beim Pensions-Uebergang vollstaendig bezogen." #### REAL_ESTATE (Immobilie) | Feld | JSON | Semantik | |---|---|---| | Kaufpreis | `purchasePrice` | nur Phase 1 / Neukauf; ab Phase 2 read-only fortgeschrieben | | Hypothek | `mortgage` | dito | | Startwert Netto (fortgeschrieben) | – | read-only ab Phase 2: **Verkehrswert** − Resthypothek | | Resthypothek (fortgeschrieben) | – | read-only ab Phase 2 | | Amortisation (CHF/Jahr) | `amortization` | endet, sobald die Hypothek abbezahlt ist | | **Hypothekarzins (%/Jahr)** | `interestRate` | Zinssatz auf der **Restschuld** | | **Hypothekarzins-Betrag (Beginn → Ende)** | – | read-only: Zinsbetrag im ersten und im letzten Jahr der Phase | | **Geschätzte Wertsteigerung (%/Jahr)** | `valueGrowth` | wirkt auf die **Liegenschaft** | | **Sind die Zinsen bereits in den Ausgaben enthalten?** | `interestHandling` | `INCLUDED` (Default) / `ADD` | Der Zinsbetrag sinkt automatisch mit der Amortisation – das kann kein manueller Ausgabenposten. Beispiel: Hypothek 1'000'000, Amortisation 10'000/Jahr, Zins 1 %, 10 Jahre → Anzeige `10'000 → 9'100` (Jahr 1 auf 1'000'000, Jahr 10 auf 910'000). Der Schalter `interestHandling` verhindert die Doppelzählung: Bestehende Pläne haben die Zinsen im Ausgabenbetrag, deshalb ist `INCLUDED` der Default und das Tool zieht **nichts** ab. Erst `ADD` rechnet die Zinsen dazu – dann gehören sie aus dem Ausgabenbetrag entfernt. Der Schalter sitzt bewusst auf der **Immobilie** und nicht auf dem Ausgaben-Element: Bei mehreren Ausgaben-Elementen wäre sonst unklar, welches die Zinsen trägt (und zwei auf „Ja" würden doppelt zählen). #### OTHER_ASSET (Sonstiges Vermögen) | Feld | JSON | Semantik | |---|---|---| | Startwert / Startwert (fortgeschrieben) | `startValue` | ab Phase 2 read-only | | Zusatzinvestition aus Kapital | `additionalInvestment` | nur ab Phase 2 | | Erwartete Rendite (%/Jahr) | `expectedReturn` | | | Jährlicher Sparbeitrag | `annualContribution` | fliesst ins Vermögen, verlässt das Cash → **geplante Sparrate** | | Jährliche Bezugsrate | `annualWithdrawal` | Entnahme aus dem Vermögen ins Cash → **geplante Verzehrrate** | Die Bezugsrate ist das Instrument für den **laufenden** Kapitalverzehr *innerhalb* einer Phase. Für einen **einmaligen** Zugriff *am Übergang* gibt es zusätzlich den Teilverkauf (3.5.2, 4.9.3). #### OTHER_DEBT (Sonstige Schulden) | Feld | JSON | Semantik | |---|---|---| | Restschuld / (fortgeschrieben) | `startValue` | ab Phase 2 read-only | | Jährliche Tilgung | `annualRepayment` | verlässt das Cash → geplante Sparrate | Schulden gehen mit **negativem** Vorzeichen ins Vermögen ein. ## 3.5 Übergänge ### 3.5.1 Konzept Zwischen zwei Phasen liegt ein Übergang. Er ist der Ort, an dem einmalige Entscheide getroffen werden. Fünf Kategorien haben Übergangs-Entscheide (`TRANSITION_CATEGORIES`): `PENSION_FUND`, `PILLAR_3A`, `REAL_ESTATE`, `OTHER_ASSET`, `OTHER_DEBT`. Dazu kommt der **Cash-Entscheid** (siehe [3.5.5](#355-cash-übergang-einmalige-sonderein-ausgaben)), der an jedem Übergang zu treffen ist. Für `INCOME`, `EXPENSE` und `AHV` erscheint: „Fuer diese Kategorie gibt es im Uebergang keine Eingaben." ### 3.5.2 Normaler Übergang vs. Pensions-Übergang Ein Übergang ist für ein Element ein **Pensions-Übergang**, wenn dessen Besitzer in der Von-Phase erwerbstätig und in der Ziel-Phase pensioniert ist (`isRetirementTransition`). Nur personenzugeordnete Elemente (nicht `HOUSEHOLD`) können das auslösen. | Kategorie | Normaler Übergang (Vorbezug) | Pensions-Übergang | |---|---|---| | `PENSION_FUND` | Bezug? Kein Bezug / Bezug + Bruttobetrag (max. Endwert) + **Kapitalbezugssteuer (%)** | **Bezugsart**: Rente / Kapitalbezug / Kombination | | `PILLAR_3A` | Bezug? Kein Bezug / Bezug + Bruttobetrag + **Kapitalbezugssteuer (%)** | Nur **Kapitalbezugssteuer (%)** – Bezug ist zwingend vollständig | | `REAL_ESTATE` | Halten (+ optionale **Sonderamortisation**) / Verkaufen (+ Verkaufspreis, Grundstückgewinnsteuer) | identisch | | `OTHER_ASSET` | Halten / Verkaufen / **Teilverkauf** (+ Betrag) | identisch | | `OTHER_DEBT` | Sofortige Tilgung (CHF) | identisch | Ein **Vorbezug** (vor der Pensionierung, z. B. für Wohneigentum oder Selbstständigkeit) ist wie der Bezug bei Pensionierung kapitalbezugssteuerpflichtig. Der eingegebene Betrag ist der **Bruttobezug**: er wird in voller Höhe dem Vorsorgekapital entnommen, ins Cash fliesst der Betrag nach Abzug der Steuer. Der Dialog zeigt die resultierende Netto-Auszahlung als read-only Vorschau an. Bei PK-Bezugsart: - **Rente**: Feld Umwandlungssatz (Default 6 %) - **Kapitalbezug**: Feld Kapitalbezugssteuer (Default 8 %) - **Kombination**: beide Felder plus „Davon Kapitalbezug (CHF)", geklammert am Endwert Referenz: `src/components/ElementDetail.tsx` Zeilen 342–462. ### 3.5.3 Ampel-Logik: „offene" Entscheide Seit 0.35 gibt es **drei** Zustände statt zwei. Der dritte ist der interessanteste. | Zustand | Bedeutung | |---|---| | **unbeantwortet** | Das System weiss nichts. Verkauf/Halten, Tilgung, Cash-Übergang. | | **auf Vorgabe** | Das System **hat** eine Antwort – nur nicht die des Benutzers. Gilt für die Pensionierungs-Entscheide (AHV/PK/3a), die seit 0.35 durchgängige Vorgaben haben. | | **bestätigt** | Der Benutzer hat hingeschaut (`retirementDecision.confirmed`), je Säule. | Warum der dritte Zustand nötig wurde: Die Vorgaben sind Absicht – ohne sie müsste man am Anfang Fragen beantworten, die man erst am Ende beantworten kann, und der Plan wäre bis dahin nicht rechenbar ([3.13.2](#3132-kein-leeres-formular)). Eine Vorgabe aber als *beantwortet* zu zählen hiesse, eine stillschweigend gesetzte Annahme wie «volle Rente statt Kapitalbezug» durchgehen zu lassen, obwohl sie das Ergebnis massiv verändert. Sie zählt deshalb **mit** – aber in einem eigenen Topf, damit sie sich nicht wie ein vergessenes Eingabefeld liest: > **2 offene Entscheide · 3 Vorgaben ungeprüft** `openTransitionCount` und `totalOpenDecisions` liefern deshalb ein Paar `DecisionCounts` (`{ open, unconfirmed }`) statt einer Zahl. `decisionsText` formuliert es. Ein Entscheid gilt weiterhin als beantwortet (`isTransitionAnswered`), wenn das jeweilige Feld gesetzt ist: | Kategorie | Beantwortet, wenn | |---|---| | `REAL_ESTATE`, `OTHER_ASSET` | `decision` gesetzt (inkl. `PARTIAL`) | | `PENSION_FUND`, `PILLAR_3A`, `AHV` | am **Pensions-Übergang**: über `confirmed` (siehe oben); sonst: `withdrawalMode` gesetzt | | **Cash** | `mode` gesetzt (`isCashTransitionAnswered`) | | alle anderen | immer beantwortet | Der Übergangs-Spaltenkopf zeigt „N offen" (Akzentfarbe), „N Vorgaben" (gedeckt, weil es kein Handlungsdefizit ist) oder „geprüft" (grün, Häkchen). Offene Zellen sind hervorgehoben und zeigen „?". **Auswirkung auf den PDF-Bericht:** Die Kennzahl «Offene Entscheide» weist beide Töpfe zusammen aus. Berichte von vor 0.35 sind deshalb nicht direkt vergleichbar. **Ein Element ist am Übergang inaktiv** (`transitionInactive`), wenn es bereits verkauft/getilgt ist **oder** wenn es eine PK/3a ist, deren Besitzer schon zu Beginn der Von-Phase pensioniert war (dann ist bereits bezogen/verrentet). Inaktive Zellen zeigen „–" und sind nicht anklickbar. Referenz: `src/lib/decisions.ts` (`openTransitionCount`, `totalOpenDecisions`, `decisionsText`). ### 3.5.4 Geführter Übergang (Review-Dialog) Klick auf einen Übergangs-Spaltenkopf öffnet „Übergang prüfen: ". Der Dialog listet zuoberst den **Cash-Entscheid** (einmalige Sonderein-/ausgaben, betrifft jeden Übergang) und darunter **alle** noch aktiven Elemente der Übergangs-Kategorien mit ihren Entscheidfeldern und kontextabhängigen Hinweisen: - PK/3a, normaler Übergang: „Hier könnten Sie optional Kapital beziehen." - PK, Pensionierung: „Pensionierung: Bezugsart wählen (Rente / Kapital / Kombination)." - 3a, Pensionierung: „Wird bei Pensionierung vollständig bezogen." „Alle speichern" schreibt jeden Entscheid einzeln per `PUT`. Entscheidend: Die Formulare sind mit `withTransitionDefaults` vorbelegt (Halten / Kein Bezug / Rente), damit ein blosses Speichern den **sichtbaren** Default auch tatsächlich persistiert und die Ampel auf grün geht. Referenz: `src/components/PlanView.tsx` (`TransitionReviewDialog`), `src/components/ElementDetail.tsx` (`withTransitionDefaults`). ### 3.5.5 Cash-Übergang: einmalige Sonderein-/ausgaben Einmalige Ereignisse (Erbschaft, Poolbau, Autokauf, grössere Anschaffung) werden **nicht** als finanzielles Element modelliert, sondern als Entscheid auf dem **Cash-Konto am Phasenübergang**. Sie belasten bzw. speisen das Cash direkt. Der Entscheid hat vier Ausprägungen (`CashTransitionMode`): | Modus | Bedeutung | Felder | |---|---|---| | `NONE` | **1:1 übernehmen** – Cash läuft unverändert weiter (Default) | – | | `INFLOW` | **Einmaliger Zufluss** | Bezeichnung, Betrag (nominal), Steuer (%) | | `OUTFLOW` | **Einmalige Kosten** | Bezeichnung, Betrag (real) | | `BOTH` | Zufluss **und** Kosten am selben Übergang | beide Feldgruppen | **Erfassungs-Konventionen** – bewusst analog zu den laufenden Flows: - **Zufluss: nominal erfasst, real angezeigt** (wie Einkommen). Man kennt den Betrag, der effektiv aufs Konto kommt. Der Realwert erscheint read-only als Info. - **Kosten: real erfasst, nominal angezeigt** (wie Ausgaben). Man denkt „ein Pool kostet heute 20'000"; die Inflation rechnet daraus den Betrag zum Ereigniszeitpunkt. Der Nominalwert erscheint read-only als Info. - **Steuersatz nur beim Zufluss**, Default 0 % (Erbschaften an direkte Nachkommen sind in den meisten Kantonen steuerfrei). Ins Cash fliesst der Betrag nach Abzug der Steuer. **Weder Zufluss noch Kosten gehen in die Spar-/Verzehrquote.** Sie sind keine laufenden Flows; eine Erbschaft von 250'000 würde die Quote zu einem sinnlosen Ausschlag treiben. Sie wirken ausschliesslich auf das Cash und damit auf Vermögensverlauf, Endvermögen und Ruinalter. **Bedienung:** Klick auf eine Übergangszelle der Cash-Zeile öffnet den Dialog „Uebergang: Cash". Die Zelle zeigt `1:1`, `+100'000`, `−20'000` bzw. `+100'000 / −20'000`, solange offen ein `?`. Der Entscheid ist Teil des geführten Übergangs (3.5.4) und zählt im „offen"-Badge mit – eine neu angelegte Phase erzeugt damit automatisch einen offenen Cash-Entscheid am neuen Übergang. Referenz: `src/components/ElementDetail.tsx` (`CashTransitionFields`), `src/components/PlanView.tsx` (`CashTransitionDialog`). ### 3.5.6 AHV-Prüfung am Pensions-Übergang Die AHV-Rente hängt vom **massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen (mdJE)** über die ganze Beitragsdauer ab. Diese Grösse kann das Tool nicht allein aus dem Plan bestimmen: Die Beitragspflicht beginnt mit 21, der Plan aber erst beim heutigen Alter. Bei einer 45-jährigen Person liegen 24 Beitragsjahre vor dem Planbeginn. Deshalb ist die Beitragskarriere **am Pensions-Übergang** zu prüfen – dort, wo bereits die PK-Bezugsart und der 3a-Bezug entschieden werden. Der Dialog zeigt: | Feld | Art | |---|---| | Geplantes Durchschnittseinkommen (aus dem Plan) | read-only, real | | Beitragsjahre im Plan | read-only | | Durchschnittseinkommen vor Planbeginn (real) | Eingabe – **nur wenn Alter bei Planbeginn > 21** | | Ausfalljahre vor Planbeginn | Eingabe – **nur wenn Alter bei Planbeginn > 21** | | Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen | read-only, live berechnet | | Resultierende AHV-Rente pro Jahr | read-only, live berechnet | Die beiden Eingabefelder erscheinen also nur, wenn sie fachlich gebraucht werden. Die Zelle zeigt `Geprueft` bzw. `?`; der Entscheid zählt im „offen"-Badge mit. An allen **anderen** Übergängen ist die AHV-Zelle inaktiv (`–`). **Wichtig zum Feld „vor Planbeginn":** Der Wert ist **real** (heutige Kaufkraft). Der AHV-Kontoauszug listet Einkommen historisch-nominal – ein Lohn von 2008 steht dort mit dem Betrag von 2008 und wäre zu tief. Die Zahl stammt idealerweise aus der **Rentenvorausberechnung**, dort ist die Aufwertung bereits enthalten. Der Hilfetext im Feld sagt das. **Sonderfall „bei Planbeginn bereits pensioniert":** Dann gibt es keinen Pensions-Übergang. Die gleichen Felder erscheinen stattdessen in der **AHV-Phasenzelle der ersten Phase**, zusammen mit der resultierenden Rente als Live-Vorschau. Referenz: `src/components/ElementDetail.tsx` (`AhvReviewFields`), Formeln in `src/lib/calculations.ts` (`ahvMdje`, `ahvAnnualPension`). ### 3.5.7 Warnhinweis bei Änderungen in früheren Phasen Seit dem V3-Rework werden Werte **live fortgeschrieben** (Endwert = Startwert der Folgephase). Eine Änderung in einer frühen Phase wirkt damit bis ans Planende durch – oft unbemerkt. Seit Roadmap Nr. 3 gilt das verschärft: Ein geändertes Einkommen in Phase 1 verschiebt über das mdJE auch die AHV-Rente in Phase 5. Beim Bearbeiten einer Phase, der noch Phasen folgen, erscheint deshalb ein rot abgesetzter Warnhinweis mit der Anzahl betroffener Folgephasen. Er erscheint in: - **Phasenzellen** (Werte eines Elements in einer Phase) - **Phasen-Detail** (Bezeichnung/Dauer – eine geänderte Dauer verschiebt alle Folgephasen) Nicht in Übergangs-Dialogen (dort ist die Wirkung auf die Folgephase offensichtlich) und nicht beim Anlegen eines Elements (dort gibt es noch nichts zu überschreiben). Referenz: `src/components/ElementDetail.tsx` (`CarryWarning`). ### 3.5.8 Verkaufspreis und modellierter Verkehrswert Das Modell führt zwei Immobilienwerte getrennt: den **Verkehrswert**, der mit `valueGrowth` wächst, und den **ursprünglichen Kaufpreis** als Basis der Grundstückgewinnsteuer ([4.6.5](#465-real_estate-immobilie)). Beim Verkauf zählt jedoch ausschliesslich der vom Benutzer **erfasste Verkaufspreis** ([4.9.4](#494-real_estate)). Daraus ergab sich eine stille Inkonsistenz: Man konnte 2 % jährliche Wertsteigerung annehmen und die Immobilie trotzdem zum Kaufpreis verkaufen, ohne dass das Tool widersprach. Deshalb gilt seit Version 0.12: - Beim Wechsel auf **Verkaufen** wird der Verkaufspreis mit dem **modellierten Verkehrswert am Phasenende** vorbelegt – aber nur, wenn noch keiner erfasst ist (bestehende Pläne bleiben unverändert). - Der Dialog zeigt den Verkehrswert daneben read-only an und beziffert die **Abweichung** in Franken und Prozent. - Ab **10 %** Abweichung wird der Hinweis rot abgesetzt, mit der Aufforderung zu prüfen, ob Wertsteigerungsannahme und erwarteter Verkaufspreis zusammenpassen. Der erfasste Preis bleibt **massgebend** – die Vorbelegung ist eine Hilfe, keine Bevormundung. Ein bewusst abweichender Preis (Notverkauf, Liebhaberpreis, Verkauf an Nachkommen) bleibt möglich. Die Berechnung ist unverändert. Referenz: `src/components/ElementDetail.tsx` (`ElementTransitionFields`, `REAL_ESTATE`). ## 3.6 Auswertung und Visualisierung ### 3.6.1 Anzeigemodus nominal / beide / real Ein Umschalter oben in der Planansicht steuert die Darstellung aller Geldbeträge in Matrix und Phasenköpfen: | Modus | Darstellung | |---|---| | Nominal | `1'234'567` | | Beide | nominal oben, real in Klammern **darunter** (siehe unten) | | Real | `890'123` | Im Modus **Beide** steht der Realwert seit 0.14 in einer **eigenen Zeile** unter dem nominalen Wert, nicht mehr daneben. Bei Start-/Endwerten wiederholt sich der Pfeil, damit der zeitliche Bezug erhalten bleibt: ``` 30'000 → 10'000 (29'557) → (7'430) ``` Grund: Nebeneinander wird die Zeile so lang, dass die Spalten unnötig breit werden und Kennzahlen umbrechen. Untereinander bleiben die Spalten schmal – erst dadurch lässt sich jede Kennzahl **umbruchfrei** darstellen. Die Regel gilt im Phasenkopf **und** in den Matrix-Zellen; in den Modi «Nominal» und «Real» bleibt alles einzeilig. „real" bedeutet kaufkraftbereinigt auf den **Planbeginn**: `nominal / Deflator`. Die Wahl wird in `localStorage` unter `fpt-value-mode` gespeichert. Es werden zwei verschiedene Deflatoren verwendet – siehe [4.5.3](#453-die-drei-deflatoren). Referenz: `src/components/PlanView.tsx` (Anzeige-Umschalter über der Matrix). ### 3.6.2 Zeitachse Horizontale Achse über das Alter (von jüngster Person bis Planende) mit: - den **Lebensphasen als Segmente**: Breite proportional zur Dauer, Einfärbung nach Phasentyp (Erwerb kräftig, Misch mittel, Pension hell), beschriftet mit Name, Dauer und – sofern ein Planstart gesetzt ist – der **Jahresspanne** (z. B. „2026–2046") - Flaggen-Marker je Person am Pensionsalter (Farbe: Person A indigo, Person B hellblau) - rotem „Ruin "-Marker, falls zutreffend - Alters- **und Jahres**-Beschriftung an beiden Enden Die Kalenderjahre stammen aus dem Profilfeld **Planstart** (`Scenario.startYear`). Ist es nicht gesetzt, zeigt die Achse nur Alter – die Berechnung ist davon nie betroffen (siehe 3.2.7). Referenz: `src/components/Timeline.tsx`. ### 3.6.3 Phasenkopf-Kennzahlen Seit 0.13 ist der Phasenkopf bewusst **schlank** – zwölf Kennzahlen in 10-Pixel-Schrift liest niemand (Progressive Disclosure): | Kennzahl | Bedeutung | |---|---| | Name + Status-Icon | grünes Häkchen oder rotes Warnsymbol (Liquiditätslücke) | | Typ-Badge + Dauer | Erwerb / Pension / Misch, „N J." | | Alter je Person | ` ` | | **Verfügbares Kapital** | ab Phase 2 und nur wenn > 0: Topf, davon verteilt, Rest auf Cash ([3.6.9](#369-verfügbares-kapital-im-phasenkopf)) | | **Sparquote** bzw. **Verzehrquote** | Einkommen − Ausgaben; Label wechselt auf „Verzehrquote", wenn Jahr 1 negativ; rot bei Verzehr | | Vermögen | Start → Ende (inkl. Cash), hervorgehoben | | Einmalposten | nur als Kurzhinweis (Bezeichnung), wenn vorhanden | Die beiden Blöcke «Verfügbares Kapital» und «Sparquote» tragen je einen Knopf, der das passende Verteil-Werkzeug öffnet ([3.6.10](#3610-verteil-werkzeuge)). Alles Weitere – Einkommen/Ausgaben Jahr 1 → letztes Jahr, geplante Spar-/Verzehrrate, Kapitalzufluss und -investitionen, die vollen Einmalposten – wohnt in der **Phasen-Detailansicht** (seit 0.11, [3.6.7](#367-detailansichten-je-element-und-je-lebensphase)), erreichbar über das Expand-Icon im Kopf. Die Kennzahlen selbst sind unverändert berechnet; nur der Anzeigeort hat gewechselt. Referenz: `src/components/PlanView.tsx` Zeilen 701–769. ### 3.6.4 Analyse-Bereich „Grafiken" Die Auswertungen liegen **nicht** unter der Matrix, sondern in einem eigenen Bereich: Die Kachel **Grafiken** unter dem Menüpunkt **Analysen** ([3.10.2](#3102-analysen-vier-kacheln)) öffnet sie als breiten Dialog. So bleibt die Matrix die ruhige Hauptansicht. **Szenario-Wahl:** Ganz oben steht ein Auswahlfeld, welches Szenario die Grafiken zeigen – es gilt für **alle drei**. Vorher war der Bereich fest an das geöffnete Szenario gebunden, und nur der Vermögensverlauf konnte weitere überlagern. **Kennzahl-Karten:** Endvermögen nominal und Endvermögen real. (Die frühere Karte „Geschätzter Nachlass" ist entfallen – sie war rechnerisch identisch mit dem nominalen Endvermögen und suggerierte eine zusätzliche Information, die es nicht gab.) **Grafik 1 – Einkommen vs. Ausgaben pro Jahr** (`SparquoteChart`): Ein Datenpunkt pro Jahr über alle Phasen. Grüne Linie = Einkommen nominal (inkl. Renten), rote Linie = Ausgaben nominal, graue gestrichelte Linie = Ausgaben real. Die Fläche zwischen Einkommen und nominalen Ausgaben ist grün (Sparquote) oder rot (Verzehr) eingefärbt. Der Keil zwischen roter und grauer Linie ist anschaulich „das, was die Inflation frisst". **Grafik 2 – Vermögensverlauf nach Alter** (`WealthChart`): Liniendiagramm über das Alter von Person A. Datenpunkte: **jedes Planjahr** (nicht nur die Phasengrenzen) – dadurch werden Verläufe *innerhalb* einer Phase sichtbar, etwa das Abschmelzen im Kapitalverzehr. Grundlage ist `YearPoint.wealthNominal/wealthReal` (4.10). Über Checkboxen lassen sich weitere **Szenarien überlagern**; deren Daten werden bei Bedarf nachgeladen und im Client zwischengespeichert. Der Datenschlüssel je Serie ist die **Szenario-ID**, nicht der Name. Bis 0.30 diente der Name als Schlüssel – zwei gleichnamige Szenarien überschrieben sich dadurch gegenseitig, und die Legende zeigte eine Linie an, die es im Diagramm gar nicht gab. Die **Legende** ist eigenständig (nicht die von Recharts): Sie erlaubt je Serie eine **freie Farbwahl** und erklärt den Linienstil (gestrichelt = reine Planwerte, durchgezogen = mit effektiven Werten). **Grafik 3 – Vermögensaufteilung im Zeitverlauf**: Links eine **gestapelte Fläche** über alle Planjahre, die Phasengrenzen als feine gestrichelte Senkrechte; rechts ein **Ring**, der die **relative** Aufteilung zu einem wählbaren Zeitpunkt zeigt (Klick in die Fläche wählt das Jahr, Vorgabe ist das Planende). Gestapelt werden alle Elemente der Kategorien PK, 3a, Immobilie, Sonstiges Vermögen, die irgendwann einen positiven Wert haben. Stapelung nach `elementId` (nicht Name), damit gleichnamige Elemente nicht kollidieren. Negative Werte werden auf 0 geklammert. Bis 0.30 waren das gestapelte Balken mit zwei Säulen je Phase und schräg gestellter Beschriftung – ab drei Phasen kaum mehr lesbar, und die relative Aufteilung war gar nicht ablesbar. Die Fläche zeigt den Verlauf statt zweier Stichproben je Phase; die Jahreswerte dafür liegen seit 0.11 ohnehin vor (`ElementPhaseComputed.yearly`), es wird nichts neu gerechnet. Referenz: `src/components/Dashboard.tsx`, `src/components/WealthChart.tsx`, `src/components/SparquoteChart.tsx`, `src/components/AllocationChart.tsx`. ### 3.6.5 CSV-Export `GET /api/scenarios//export` liefert die **vollständige Matrix** als semikolon-getrennte CSV. Bis 0.30 war das eine reine Phasen-Zusammenfassung – zehn Spalten, eine Zeile je Phase, **kein einziges finanzielles Element**; was am Bildschirm stand, liess sich damit nicht weiterverarbeiten. Die Datei enthält **vier Blöcke** untereinander (Excel kommt damit zurecht, und es ist sofort erkennbar, was zusammengehört): | Block | Inhalt | |---|---| | **Kopf** | Szenario, Haushaltsform, Personen (Alter/Pensionsalter), Planstart, Inflation, Cash-Anfangswert, Erzeugungszeitpunkt | | **LEBENSPHASEN** | je Phase: Typ, Dauer, Altersspanne, Einkommen/Ausgaben, Quote (Beginn/Ende), Cash (Beginn/Ende), Vermögen (Beginn/Ende, nominal + real) | | **MATRIX** | Zeilen = Cash + alle Elemente; je Phase **zwei** Spalten (Beginn/Ende), dazwischen je Übergang **eine** Spalte mit dem Entscheid im Klartext (z. B. «Kapitalbezug (Steuer 8 %)») | | **JAHRESWERTE** | je Planjahr: Kalenderjahr, Alter, Vermögen nominal/real, Cash, Einkommen, Ausgaben, Sparquote | Der Jahreswerte-Block ist der, mit dem sich in Excel selbst weiterrechnen lässt; die Matrix bildet 1:1 die Bildschirm-Ansicht ab. Zwei Details, die vorher Ärger machten: Die Datei beginnt mit einem **BOM** – ohne dieses Zeichen zerlegt Excel unter Windows alle Umlaute –, und der **Dateiname** transliteriert Umlaute (ä→ae) statt sie durch `_` zu ersetzen. Bei vorhandenem Ruin folgt eine Schlusszeile. Referenz: `src/lib/csv.ts` (rein, ohne I/O), `src/app/api/scenarios/[scenarioId]/export/route.ts`. ### 3.6.6 Analyse-Bereich „Einflussfaktoren" Der Button **Einflussfaktoren berechnen** in der oberen Aktionsleiste (neben „Grafiken" und „Monte-Carlo-Simulation") öffnet die Sensitivitätsanalyse als eigenen Dialog. Aufbau bewusst analog zur Monte-Carlo-Simulation: 1. **Erklärung** – was die Analyse beantwortet, wie sie rechnet, was man davon hat, und die zwei ehrlichen Grenzen (Bandbreiten-Abhängigkeit, keine Wechselwirkungen). 2. **Zielgrösse** – Endvermögen real (Default) oder nominal. 3. **Parameter** – je Treiber eine Checkbox; erst angehakt erscheinen die beiden Pflichtfelder „tief" und „hoch" in der Einheit des Treibers, mit Hilfe-Bubble zu plausiblen Bandbreiten. Nicht anwendbare Treiber werden gar nicht erst angezeigt. 4. **Ergebnis** – Basisfall, Tornado-Chart und Tabelle. Der Dialog ist bewusst **nicht** Teil des Grafiken-Bereichs: Dieser ist reine Ausgabe, während der Tornado Pflichteingaben braucht. Seit 0.26 gehört auch das **Pensionsalter** je Person zu den Treibern – es erscheint nur, wenn die Phasengrenze überhaupt Spielraum hat (siehe [9.18](#918-tornado-was-der-chart-nicht-leistet) und [4.16](#416-pensionsalter-verschieben)). Referenz: `src/components/SensitivityDialog.tsx`, `src/components/AppShell.tsx`. ### 3.6.7 Detailansichten je Element und je Lebensphase Jede Element-Zeile und jeder Phasenkopf trägt oben rechts ein **Expand-Icon** (erscheint beim Überfahren). Es öffnet eine **Nur-Lese-Detailansicht** mit Reitern. **Element** – zwei Reiter: | Reiter | Inhalt | |---|---| | Verlauf | Liniendiagramm über **alle Planjahre**, nicht nur die Phasengrenzen. Bei einer Immobilie drei Reihen (Eigenkapital, Verkehrswert, Restschuld). Zusätzlich die wirksame **Rate** auf einer zweiten Y-Achse rechts in Prozent – als **Stufenlinie**, weil sie innerhalb einer Phase konstant ist und an der Phasengrenze springt; eine interpolierte Kurve würde einen gleitenden Übergang suggerieren, den die Berechnung nicht macht. Die Achse erscheint nur, wenn das Element überhaupt eine Rate trägt. Darunter eine Tabelle Beginn/Ende je Lebensphase. | | Rechenweg | Die Herleitung je Phase und je Übergang (siehe [4.14](#414-verlaufswerte-brücken-und-rechenwege)) | **Lebensphase** – drei Reiter: | Reiter | Inhalt | |---|---| | Übersicht | Typ, Dauer, Vermögen Beginn/Ende; Vermögensaufteilung als Fläche über die Planjahre mit Ring für den gewählten Zeitpunkt | | Wasserfall | Vermögens- und Cash-Wasserfall ([4.14.2](#4142-die-beiden-wasserfälle)) | | Rechenweg | Quote, Spar-/Verzehrrate, Cash-Fortschreibung, Vermögen, Phasentyp, Cash-Übergang | Der Phasenkopf reagiert bereits auf Klick (öffnet das Bearbeiten-Popup); das Expand-Icon stoppt deshalb die Ereignis-Weitergabe, sonst gingen beide Dialoge gleichzeitig auf. Zusätzlich öffnet der Button **Rechenwege** in der Aktionsleiste die **plan-weiten** Grössen: Deflatoren, AHV-Beitragskarriere je Person und Ruinalter. Referenz: `src/components/DetailView.tsx`, `src/components/PlanView.tsx`. ### 3.6.8 Systemparameter-Ansicht Eigener Eintrag in der Seitenleiste (über der SPEZIFIKATION). Zeigt alle fest hinterlegten Systemgrössen, gruppiert nach AHV, Vorsorge und Steuern, je mit **Wert, Bedeutung, Herleitung, Quelle und Stand**. Die Einträge stammen aus `SYSTEM_PARAMETERS` in `src/lib/constants.ts` – **derselben Datei, aus der die Berechnung liest**. Ein Auseinanderlaufen von angezeigtem und gerechnetem Wert ist damit konstruktiv ausgeschlossen. Abgeleitete Grössen wie `AHV_MAX_ANNUAL_SINGLE` zeigen ihre Herleitung (`2 × R0 × 13`) statt nur das Ergebnis. Referenz: `src/components/SystemParametersView.tsx`, `src/lib/constants.ts`. ### 3.6.9 Verfügbares Kapital im Phasenkopf Für die Planung einer Phase ist die zentrale Frage: **Wie viel Kapital steht überhaupt zur Verfügung?** Der Phasenkopf weist das ab Phase 2 als eigenen Block aus (nur wenn > 0): | Zeile | Bedeutung | |---|---| | **Verfügbares Kapital** | der gesamte Topf beim Übergang in diese Phase | | davon verteilt | Zusatzeinlagen + Sonderamortisation + Sofort-Tilgung | | Rest auf Cash | was auf dem Cash-Konto liegen bleibt (= `cashStart`) | Der Topf ist vollständig aus der **Cash-Brücke** ([4.14.2](#4142-die-beiden-wasserfälle)) ableitbar – es braucht keine zusätzliche Berechnung: ``` Topf = Cash-Ende der Vorphase + Kapitalzufluss + einmaliger Zufluss − einmalige Kosten = cashStart + Investitionen + Sofort-Tilgungen ``` **Nur ab Phase 2:** In der ersten Phase ignoriert die Berechnung `additionalInvestment` – dort tragen die Elemente ihren Startwert direkt ([4.6.3](#463-pension_fund)). Ein «Verteilen» hätte dort eine andere Bedeutung, deshalb wird es gar nicht erst angeboten. Referenz: `src/lib/distribution.ts` (`capitalPot`). ### 3.6.10 Verteil-Werkzeuge Zwei Popups, erreichbar über je einen Knopf im Phasenkopf. Beide schreiben **ausschliesslich bestehende Felder** über die bestehenden Endpunkte – an der Berechnung ändert sich nichts. **«Kapital verteilen»** verteilt den Topf aus 3.6.9 auf: | Ziel | geschriebenes Feld | liegt an | |---|---|---| | PK, Säule 3a, Sonstiges Vermögen | `additionalInvestment` | **dieser** Phase | | Immobilie | `extraAmortization` | dem **Übergang davor** | | Sonstige Schulden | `immediateRepayment` | dem **Übergang davor** | Jede Zeile nennt neben dem Namen die **Zuordnung** (Person A / Person B / Gemeinsam) – ohne sie sind zwei gleichnamige Guthaben nicht unterscheidbar. **Bezogene** PK- und 3a-Guthaben erscheinen gar nicht mehr (Kennzeichen `acceptsCapital`, siehe 3.12.5): Die Rechnung ignoriert dort jede Einlage, ein Eingabefeld wäre also folgenlos. Dass zwei verschiedene Objekte beschrieben werden, ist eine Folge des Datenmodells: Die Zusatzeinlage ist ein Phasenwert, Sonderamortisation und Sofort-Tilgung sind Übergangs-Entscheide. Beide zehren aber vom selben Topf. Betragsfelder werden dabei in die bestehenden Daten **hineingemischt** – vorhandene Entscheide (`decision`, `salePrice`, `payoutMode` …) bleiben erhalten. Was nicht verteilt wird, **bleibt automatisch auf dem Cash** – dafür braucht es keine Logik, das ist das Verhalten des Modells. Wird mehr verteilt als vorhanden, startet die Folgephase mit negativem Cash; der Dialog weist das als Liquiditätslücke aus. **Bereits zugeteiltes Alterskapital steht read-only darüber.** Das Eingabefeld führt nur den hier erfassten Teil; was aus der Prozent-Quote des Bezugs-Entscheids stammt ([3.12.5](#3125-punkt-c-verwendung-des-bezogenen-alterskapitals)), liegt daneben und ist nach Quelle aufgeschlüsselt. Bis 0.33 fehlte diese Zeile: Man sah eine **0** und hielt die Quote für wirkungslos. **«Sparquote verteilen»** (bzw. **«Bezug verteilen»** bei Verzehr) verteilt die laufende Quote auf jährliche Raten: `annualContribution` (3a, Sonstiges Vermögen), `annualWithdrawal` (Sonstiges Vermögen), `amortization` (Immobilie), `annualRepayment` (Schulden). > **Die Pensionskasse fehlt hier bewusst.** Ihr Beitrag stammt aus dem Bruttolohn und belastet > das Cash-Konto nicht ([4.6.3](#463-pension_fund)) – er lässt sich also gar nicht aus der Quote > verteilen. Auch hier gilt der Filter über `acceptsCapital`: Eine **bezogene Säule 3a** nimmt keine Einzahlung mehr auf und erscheint deshalb nicht. Bis 0.33 stand sie in der Liste – mitsamt dem aus der Vorphase geerbten Beitrag, der als aktive Rate aussah, obwohl die Rechnung ihn längst verwarf. Der Dialog weist **drei** Bezugsgrössen aus: Quote im ersten Jahr, im letzten Jahr und – entscheidend – die **absolute Quote über die ganze Phase**. Letztere ist die Grösse, gegen die sich eine flache Jahresrate sinnvoll verteilen lässt (siehe [9.25](#925-die-quote-ist-kein-fester-betrag)). **Live-Vorschau:** Beide Dialoge kopieren den Plan mit den Entwurfswerten und rechnen ihn erneut durch `computePlan` – im Browser, ohne API-Aufruf. Die angezeigte Wirkung ist dadurch **per Konstruktion exakt die spätere**, inklusive aller Kappungen (Bezugsrate am Bestand, Amortisation an der Restschuld). Eine Nebenrechnung im UI hätte hier dieselbe Driftgefahr wie bei den Rechenwegen ([4.14.3](#4143-rechenweg-protokoll)). Beide Dialoge zeigen den **Fortschreibungs-Warnhinweis** ([3.5.7](#357-warnhinweis-bei-änderungen-in-früheren-phasen)), wenn Folgephasen existieren. Referenz: `src/components/DistributionDialogs.tsx`, `src/lib/distribution.ts`. ### 3.6.11 Raten über Lebensphasen übernehmen Werte liegen **je Lebensphase** vor. Bei Beträgen ist das richtig – das Einkommen ändert sich, der Vermögensstand ohnehin. Bei **Raten** ist es meist nicht gemeint: Wer die erwartete Rendite seines ETF auf 5 % setzt, meint fast nie «nur in Phase 2». Ohne Übernahme muss derselbe Wert vier- oder fünfmal eingetippt werden, und dabei wird zuverlässig eine Phase übersehen. Ändert man ein Ratenfeld, erscheint deshalb im Bearbeitungspanel eine Rückfrage mit drei Möglichkeiten: | Auswahl | Wirkung | |---|---| | **Nur diese Phase** (Vorgabe) | bisheriges Verhalten, andere Phasen bleiben unberührt | | **Diese + folgende** | ab der bearbeiteten Phase vorwärts – Vergangenes bleibt stehen | | **Alle Phasen** | der Wert gilt für den ganzen Plan | Als **Ratenfelder** gelten: | Feld | Kategorien | |---|---| | `expectedReturn` | Pensionskasse, Säule 3a, Sonstiges Vermögen | | `valueGrowth` | Immobilie (Wertsteigerung) | | `interestRate` | Immobilie (Hypothekarzins) | | `teuerungsausgleich` | Einkommen (Lohnentwicklung), Ausgaben (reale Mehrausgaben) | **AHV und Schulden haben keine**: Die AHV-Rente folgt der amtlichen Formel ([4.4](#44-ahv-rente)), Schulden tragen ihren Zins nicht als eigenes Feld. **Vier Entwurfsentscheide:** **Die Rückfrage erscheint beim Bearbeiten, nicht als Modal.** Das Zahlenfeld löst bei *jedem Tastendruck* aus – ein Dialog erschiene bei der Eingabe «5.2» viermal. Stattdessen taucht die Auswahl inline unter den Feldern auf, sobald sich eine Rate tatsächlich vom gespeicherten Wert unterscheidet, und wird beim **Speichern** ausgeführt. **Nur veränderte Raten lösen sie aus.** Wer bloss einen Betrag anpasst, bekommt keine Rückfrage. «Nicht gesetzt» und «0» gelten dabei als gleich – sonst meldete schon das Öffnen eines Panels mit leerem Feld eine Änderung. **Die Zielphasen behalten ihre übrigen Werte.** Der Endpunkt ersetzt den *ganzen* Werte-Satz einer Phase. Würde man den Entwurf der bearbeiteten Phase einfach hinüberkopieren, verlöre jede andere Phase ihre Beträge, Sparraten und Bezüge. Übertragen wird deshalb ausschliesslich das geänderte Ratenfeld, in die bestehenden Werte hineingemischt. Ein Test sichert genau das ab. **Phasen, in denen der Wert schon stimmt, werden übersprungen** – das spart Schreibvorgänge und verhindert eine Version, obwohl sich inhaltlich nichts geändert hat. Technisch ist die Übernahme ein Schreibvorgang **je Zielphase** über den bestehenden Endpunkt; es gibt keinen neuen Schreibpfad. Alle fallen in dieselbe Bearbeitungssitzung und ergeben deshalb **eine** Nebenversion, nicht eine je Phase ([3.8.1](#381-eine-version-je-sitzung--nicht-je-änderung)). Referenz: `src/lib/ratefields.ts`, `src/components/ElementDetail.tsx`. ## 3.7 Bedienoberfläche ### 3.7.1 Layout - **Sidebar** (Desktop ab `lg` fix, mobil als Overlay): Logo, Ctrl-K-Hinweis, „Übersicht", Gruppe **«Meine Pläne»** (Szenario-Baum, «+»), Gruppe **«Wissen»** («So rechnet FPT» = gerenderte Spezifikation, «Systemparameter»). - **Header**: Menü-Button (mobil), Plantitel, Profilmenü. - **Hauptbereich**: Übersicht (Plan-Kacheln bzw. EmptyState mit «Geführt starten» / «Beispielplan») oder Planansicht (Umschalter, Zeitachse, Szenario-Profil-Leiste, «Nächste Schritte», Ruin-Banner, Matrix, Inspector-Panel rechts). - Die **Matrix** hat einen eigenen Scrollbereich (max. 75 vh): Phasen-Köpfe (oben) und Elementnamen (links) bleiben beim Scrollen in **beiden Achsen** fixiert. - Alle Aktions-Icons (Kopieren, Löschen, Detailansicht) sind auch ohne Hover leicht sichtbar – auf Touch-Geräten gibt es kein Hover. ### 3.7.2 Farbschemata Drei Themes: **Hell**, **Dunkel**, **Warm** (cremefarben, Koralle-Akzent). Wahl im Profilmenü, persistiert in `localStorage` (`fpt-theme`), gesetzt als `data-theme` am ``. Ohne gespeicherte Wahl folgt die Oberfläche `prefers-color-scheme`. Ein Inline-Script im `` setzt das Attribut vor dem ersten Paint (verhindert FOUC). Alle Farben laufen über semantische CSS-Variablen (`--bg`, `--surface`, `--accent`, `--danger`, …). Referenz: `src/lib/theme.ts`, `src/app/globals.css`, `src/app/layout.tsx` Zeilen 1181–1196. ### 3.7.3 Geldeingabefelder Die `MoneyInput`-Komponente ist ein spezialisiertes Betragsfeld: - Unfokussiert Anzeige mit Apostroph-Tausendertrennung (`1'234'567`), fokussiert reine Ziffern - Ein Default-Wert 0 wird beim Fokussieren geleert, sonst der Text markiert - Pfeiltasten: ↑/↓ = ±1, Shift+↑/↓ = ±100 - Pfeil-Buttons mit **Klick-und-Halten-Beschleunigung**: nach 400 ms Wiederholung im 70-ms-Takt, Schrittweite wächst mit der Haltedauer (1 → 10 → 100 → 1'000 → 10'000) - Optionale harte Klammerung über `min` (Default 0) und `max` **Zahlenformat:** Bewusst nicht über `toLocaleString("de-CH")`, weil dessen Trennzeichen das typografische Apostroph (U+2019) ist. Das Tool verwendet durchgehend das gerade Apostroph. Referenz: `src/components/FormField.tsx` Zeilen 60–200, `src/lib/format.ts`. ### 3.7.4 Hilfe-Bubbles Feldbeschriftungen können ein Info-Icon tragen (`InfoBubble`), das per Hover oder Klick einen Erklärtext einblendet. Wird durchgehend für die fachlich heiklen Felder verwendet. ### 3.7.5 Reaktivität Die Anwendung rechnet **nicht im Client**. Jede Änderung führt zu einem `PUT`/`PATCH`/`POST`, gefolgt von `onChanged()` → `loadDetail(planId, silent = true)`. Der „silent"-Refresh lädt Plan und Berechnung neu, ohne die `PlanView` zu demontieren – so bleibt die Scrollposition nach dem Schliessen eines Popups erhalten. Referenz: `src/components/AppShell.tsx`. ### 3.7.6 Sprache und UI-Primitiven Seit 0.13 gilt durchgehend die **Du-Form** (wie moderne CH-Finanz-Apps) und es werden überall **echte Umlaute** verwendet – zuvor mischte das UI «Übergang prüfen» mit «Uebersicht» und Sie- mit Du-Anrede. Der Sweep umfasst auch die API-Fehlermeldungen (z. B. „Nur die letzte Phase kann gelöscht werden."). Alle Bausteine liegen zentral in `src/components/ui.tsx`: | Baustein | Ersetzt / leistet | |---|---| | `Button` | vier Varianten (primary/secondary/danger/ghost), einheitliche Hover-/Active-Zustände | | `Modal` | Dialog mit ESC, Fokus-Falle, `aria-modal`, Einblend-Animation | | `ConfirmProvider` / `useConfirm` | ersetzt `window.confirm()` – Browser-Systemdialoge folgen keinem Farbschema | | `ToastProvider` / `useToast` | ersetzt `alert()`; Erfolgs- und Fehlermeldungen unten rechts | | `Skeleton` / `PlanSkeleton` | Struktur-Platzhalter statt «Lädt…»-Text | | `EmptyState` | einheitliche leere Zustände mit Erklärung und Aktion | | `InspectorShell` | das rechte Bearbeiten-Panel (3.7.7) | Mehrere Schichten (Panel + Dialog) teilen sich einen **ESC-Stapel**: ESC schliesst immer nur die oberste. Animationen (150–220 ms) respektieren `prefers-reduced-motion`. **Attention-Farbe:** Offene Entscheide tragen neu einen eigenen Amber-Ton (`--attention`, je Farbschema abgestimmt) statt der Akzentfarbe – «hier fehlt eine Eingabe» und «hier kannst du klicken» sind damit unterscheidbar. **Diagramm-Palette:** Seit 0.31 kommen auch die Farben aller Diagramme aus Tokens (`--chart-1` … `--chart-6`, dazu `--chart-grid`) statt aus festen Hex-Werten – je Farbschema gedämpft abgestimmt. Recharts bekommt die Variablen direkt als Attributwert (`var(--chart-1)`), der Browser löst sie im SVG auf. Vorher stachen die Diagramme mit greller Standardpalette aus dem Schema heraus und sahen im Dunkelmodus falsch aus. ### 3.7.7 Inspector-Panel statt Modals Alle **Einzel-Bearbeitungen** – Phasenzelle, Übergangszelle, Cash-Übergang, Cash-Anfangswert, Phase (Name/Dauer), Szenario-Profil – öffnen sich als rechtes Seitenpanel (`InspectorShell`, 26 rem, mobil volle Breite) statt als Modal. Bewusst **ohne Backdrop**: Die Matrix bleibt sichtbar und klickbar, ein Klick auf eine andere Zelle wechselt einfach den Panel-Inhalt – der Kontext, den Modals nehmen, bleibt erhalten. Genau ein Panel kann offen sein (eine `Panel`-Union ersetzt die früheren Einzel-Zustände); der `key` erzwingt beim Wechsel den Neuaufbau des Formulars wie zuvor bei den Dialogen. **Modals bleiben** für Erstell-Flows (Element, Phase, Plan, Assistent), den geführten Übergang (mehrere Objekte auf einmal), die Analysen und die Detailansichten. Der frühere Dialog «Plan-Einstellungen» heisst im Panel korrekt **«Szenario-Profil»** – er bearbeitet seit V6 das Szenario, nicht den Plan. **Aufbau der Szenario-Ansicht (seit 0.28/0.29):** von oben nach unten eine schlanke **Funktions-Leiste** (Änderungshistorie · Tour · Neues Szenario aus diesem · Rechenwege · CSV-Export · Szenario löschen · Abweichungs-Badge), dann **Nächste Schritte**, danach ein **kompakter Block aus drei Spalten** – **Grundprofil** (25 %, Angaben untereinander, «Bearbeiten» oben rechts), **Zeitachse** (50 %) und **Kennzahlen** (25 %: Endvermögen nominal und real, bei Ruin das Ruinalter) –, dann der **Anzeige-Umschalter** (Nominal/Beide/Real, Plan/Ist) und zuunterst die **Matrix** mit ihren «Element»-/«Lebensphase»-Knöpfen. Der Drei-Spalten-Block ersetzt das früher über die ganze Breite gezogene Grundprofil, das auf breiten Bildschirmen unnötig lang wirkte. Auf schmalen Screens stapeln die drei Spalten. Die Analyse-Werkzeuge (Grafiken, Live-Simulation, Monte-Carlo, Einflussfaktoren) und die Effektiven Werte sind hier bewusst **nicht** mehr verlinkt – sie laufen ausschliesslich über ihre eigenen Menüpunkte ([3.10](#310-navigation-auf-plan-ebene-und-gespeicherte-analysen)), damit es je Funktion genau einen Ort gibt. ### 3.7.8 Tour und «Nächste Schritte» Die **Tour** (`Tour.tsx`) führt in bis zu sechs Schritten über Profil, Zeitachse, Matrix, Übergänge, Cash und Analysen – als **Spotlight**: das jeweilige Ziel bleibt hell, der Rest wird abgedunkelt, dazu ein pulsierender Rahmen (`data-tour`-Attribute); die Karte springt auf die gegenüberliegende Bildschirmhälfte und lässt sich überspringen (Umsetzung und Grenze: 9.24). Schritte ohne vorhandenes Ziel werden übersprungen; der «Tour»-Knopf in der oberen Funktions-Leiste startet sie jederzeit neu. Sie liegt seit 0.28 in `AppShell` (nicht mehr in `PlanView`), weil dort die Plan-Erstellung zusammenläuft, und hat **zwei Auslöser**: Nach **jeder** Plan-Erstellung (Assistent, Beispielplan, leerer Plan) startet sie **einmal** – unabhängig davon, ob sie schon beendet wurde (die Erfolgsmeldung «die Tour zeigt dir gleich …» hält damit ihr Versprechen). Zusätzlich startet sie beim ersten Öffnen eines bestehenden Plans mit Phasen, solange sie noch nie beendet wurde (localStorage `fpt-tour-done`). Ein aus dem DOM gelesenes Ziel setzt voraus, dass die Szenario-Ansicht bereits gerendert ist; der Auslöser feuert deshalb erst, wenn das Szenario geladen ist. Die Karte **«Nächste Schritte»** über der Matrix leitet aus den vorhandenen Daten ab, was sinnvollerweise als Nächstes ansteht – offene Übergangs-Entscheide (mit Direktsprung in den geführten Übergang), fehlendes Einkommen/fehlende Ausgaben, ein Plan, der vor der Pensionierung endet, und bei Ruin der Sprung zu den Einflussfaktoren. Kein eigener Zustand, kein API-Aufruf; die Karte verschwindet von selbst, wenn nichts offen ist. Auch das **Ruin-Banner** verlinkt neu auf die Einflussfaktoren («Wirksamsten Hebel finden»). ### 3.7.9 Befehls-Palette und Sparklines **Ctrl/Cmd+K** öffnet die Befehls-Palette (`CommandPalette.tsx`): Springen zu jedem Plan/Szenario und die wichtigsten Aktionen (Analysen, neues Szenario, neuer Plan), mit Tastatur-Navigation – der Effizienz-Pfad für geübte Nutzer. Jede Element-Zeile der Matrix trägt eine **Sparkline** (`Sparkline.tsx`): der Wertverlauf über alle Planjahre als Mini-SVG, gespeist aus den per-Jahr-Werten der Detailansichten (`ElementPhaseComputed.yearly`, seit 0.11) – keine Neuberechnung, reine Darstellung. Flache Verläufe werden nicht gezeichnet (keine Information). ## 3.8 Versionierung und Änderungshistorie Jedes **Szenario** trägt eine Version **A.B** und eine vollständige Änderungshistorie. Zugang über den Knopf **«Änderungshistorie»** in der Szenario-Leiste. | | Bedeutung | Entsteht | |---|---|---| | **B** (Nebenversion) | ein Bearbeitungsstand | **automatisch**, eine je Bearbeitungssitzung | | **A** (Hauptversion) | ein bewusst gesetzter Meilenstein | **manuell**, mit Pflichtkommentar; setzt B auf 0 | ### 3.8.1 Eine Version je Sitzung – nicht je Änderung FPT hat **keinen Speichern-Knopf**: Jede Änderung schreibt sofort. Eine Version je Schreibvorgang wäre deshalb ein Tastenprotokoll und keine Historie – ein Durchlauf des Plan-Assistenten macht rund **14** Schreibvorgänge, ein Klick im Verteil-Dialog einen **je Zielelement**. Stattdessen werden alle Schreibvorgänge innerhalb eines **Zeitfensters von 10 Minuten** zu **einer** Nebenversion zusammengefasst: Der erste legt sie an, alle weiteren aktualisieren sie. Zwei Sicherungen ergänzen das: - **Unverändert = keine Version.** Ergibt ein Schreibvorgang inhaltlich denselben Stand (Dialog geöffnet und unverändert geschlossen), entsteht nichts. Verglichen wird über eine Serialisierung mit **sortierten Schlüsseln** – ohne das würden identische Stände als verschieden gelten, weil die Reihenfolge der Werte aus der Datenbank-Zeilenfolge stammt. - **Benutzerwechsel trennt immer.** Änderungen verschiedener Benutzer laufen nie in einer Version zusammen, auch nicht innerhalb des Fensters – Vorbereitung auf die spätere Freigabe an einen Finanzberater. Eine **Hauptversion** wird nie zusammengefasst und nie nachträglich verändert; die nächste Änderung beginnt bei A.1. **Ein Szenario startet bei 0.1.** Die Nebenversion zählt beliebig weit hoch (0.1, 0.2, … 0.137); die **0** bedeutet «noch kein verabschiedeter Stand». Erst eine bewusst gesetzte **Hauptversion** macht daraus **1.0**. Bis 0.30 begann jedes Szenario bereits bei 1.0 – damit war die Hauptversion bedeutungslos, weil jeder Plan schon eine hatte. Bestehende Historien werden **nicht** umnummeriert; nur der Startwert ist neu (Migration `20260724120000_version_zero_start`). ### 3.8.2 Was die Historie zeigt Je Version: **wer** (Benutzername), **wann** (Zeitpunkt der letzten Änderung dieser Sitzung) und – bei Hauptversionen – der **Kommentar**. Die oberste Zeile ist der aktuelle Stand. Zwei Aktionen je Version: - **Anzeigen** – ein Nur-Lese-Fenster mit der Matrix dieses Standes ([VersionMatrix](#552-komponenten)), Phasen als Spalten, Elemente als Zeilen, dazu Endvermögen und Ruinalter. Bewusst **nicht** die Bearbeitungs-Matrix: Inspector, Übergangs-Ampeln und Diff-Markierung haben für einen alten Stand keine Bedeutung. - **Wiederherstellen** – setzt das Szenario vollständig auf diesen Stand zurück. ### 3.8.3 Wiederherstellen Zwei Eigenschaften machen den Knopf ungefährlich: **Es geht nichts verloren.** Der wiederhergestellte Stand wird selbst als **neue Version** festgehalten, mit dem Kommentar «Wiederhergestellt aus A.B». Die bisherige Historie bleibt vollständig – auch alles, was nach dem Zielstand kam. **IDs bleiben erhalten.** Phasen und Elemente behalten ihre IDs (der Snapshot trägt sie mit). Das ist keine Kosmetik: Kind-Szenarien zeigen über `sourceElementId` / `sourcePhaseId` auf genau diese IDs, und daran hängt die Abweichungs-Markierung ([3.2.6](#326-abweichungs-markierung-diff)). Würden neue IDs entstehen, erschiene in jedem Kind-Szenario schlagartig **alles als «neu»** statt als «geändert». Restlos vermeiden lässt sich das nicht: Geht man auf einen Stand zurück, in dem ein Element noch gar nicht existierte, auf das ein Kind verweist, bricht dieser eine Bezug zwangsläufig. Der Dialog **prüft das vorher** und benennt die betroffenen Szenarien namentlich, statt es stillschweigend zu tun. ### 3.8.4 Analyse auf einer bestimmten Version Alle vier Analysewerkzeuge – **Grafiken**, **Live-Simulation**, **Monte-Carlo** und **Einflussfaktoren** – haben oben einen Wähler **«Berechnungsgrundlage»**: aktueller Stand (Vorgabe) oder eine festgehaltene Version. In der **Monte-Carlo-Simulation** ist die Auswahl **zweidimensional**: Sie rechnet mehrere Szenarien gleichzeitig, und der Wähler hängt deshalb an der jeweiligen Szenario-Zeile – man kann Szenario A in Version 1.2 gegen Szenario B in Version 2.0 stellen. Das war fast kostenlos: Der Snapshot ist bereits ein **`PlanInput`**, also genau der Typ, den alle Werkzeuge ohnehin entgegennehmen. Es genügt, den Arbeitsstand durch den Snapshot zu ersetzen; das Gerechnete entsteht lokal über `computePlan`. **Eine Ausnahme ist beschriftet:** Der CSV-Export liest immer das Szenario aus der Datenbank und liefert deshalb den **aktuellen** Stand, nicht die betrachtete Version. Der Knopf sagt das in diesem Fall ausdrücklich. ### 3.8.5 Vollständigkeit der Historie Die Versionierung hängt daran, dass **jeder** inhaltsverändernde Endpunkt sie auslöst (`touchScenario`). Ein vergessener Pfad fiele nicht auf – er erzeugte still keine Version, und die Lücke bemerkte man erst Wochen später. Ein **Test liest deshalb alle Route-Dateien** und verlangt, dass jeder schreibende Endpunkt entweder `touchScenario` aufruft oder mit Begründung in einer Ausnahmeliste steht; verwaiste Ausnahmen meldet er ebenfalls. Das Festhalten einer Version ist bewusst **fehlertolerant**: Schlägt es fehl, wird es protokolliert, die eigentliche Änderung des Nutzers aber nicht zurückgewiesen. Die Historie ist Begleitinformation, nicht der Zweck der Anfrage. Referenz: `src/lib/versioning.ts` (reine Logik), `src/lib/versioning-db.ts` (Datenbank), `src/components/VersionHistoryDialog.tsx`, `src/components/VersionMatrix.tsx`, `src/components/VersionPicker.tsx`. ## 3.9 Effektive Werte (Plan-/Ist-Vergleich) Roadmap Nr. 5. Macht aus dem Planer ein **Monitoring-Werkzeug**: Was ist tatsächlich eingetreten, und was heisst das für den Rest der Planung? Knopf **«Effektive Werte»** auf Plan-Ebene → Liste der bisherigen Erfassungen → Wizard in zwei Schritten. ### 3.9.1 Ein Ist-Satz gehört zum Plan, nicht zum Szenario Das tatsächliche PK-Guthaben am 18.8.2026 ist **eine Zahl** – unabhängig davon, gegen welches Szenario man sie hält. Ein Ist-Satz hängt deshalb am `Plan` und wird über dieselbe Herkunfts-Kette (`sourceElementId`) auf die szenario-eigenen Element-IDs abgebildet, die auch der Diff ([3.2.6](#326-abweichungs-markierung-diff)) und die Monte-Carlo-Gruppierung benutzen. Erfasst wird also je **Wurzel-Element**. ### 3.9.2 Der Wizard **Schritt 1 – Stichtag.** Exaktes Datum (z. B. 18. August 2026) plus optionale Notiz. Das Datum erscheint in der Liste und auf der Zeitachse; für die Rechnung zählt **nur die Jahreszahl**, weil der Rechenkern in ganzen Jahren ab Planbeginn arbeitet. Der Dialog sagt das ausdrücklich. **Schritt 2 – Werte.** Alle Elemente **aller Szenarien** dieses Plans, zusammengefasst auf ihre Wurzel, dazu das **Cash-Konto**. Vorbelegt mit dem Stand, den der Plan für dieses Jahr vorsieht (aus dem Basisszenario; fehlt das Element dort, aus dem erstbesten Szenario, das es kennt). Der Nutzer überschreibt nur, was tatsächlich abweicht. Zwei Arten von Werten, die sich verschieden verhalten: | Art | Elemente | Wirkung | |---|---|---| | **Bestand** | PK, 3a, Sonstiges Vermögen, Schulden, Cash | ersetzt den laufenden Stand | | **Verkehrswert + Schuld** | Immobilie | zwei Felder: Wert und Resthypothek getrennt | | **Fluss** | Einkommen, Ausgaben | nominaler **Jahresbetrag**; ersetzt die Basis für alle Folgejahre | **Die AHV erscheint nur, wenn die Rente zum Stichtag bereits läuft.** Vorher gibt es keinen Stand, den man ablesen könnte – die Rente folgt der amtlichen Formel aus der Beitragskarriere ([4.4](#44-ahv-rente)). **Ist-Werte erfassen Werte, keine Entscheide.** Wenn der Plan die Immobilie verkauft, du sie aber behalten hast, lässt sich das hier nicht ausdrücken – dafür ist ein Szenario da. ### 3.9.3 Die zweite Berechnung Der Plan-Lauf bleibt **unangetastet**. Parallel läuft ein zweiter mit derselben Mechanik, aber korrigierter Ausgangsbasis: In jedem Jahr, für das ein Ist-Satz erfasst wurde, schnappen die Werte auf die Realität und laufen von dort planmässig weiter. **Alle** Sätze gehen ein, nicht nur der jüngste. Beispiel aus der Anforderung: Fonds startet 2020 mit 100'000 bei 5 %. Ohne Ist-Daten steht 2022 rechnerisch 115'763. Wird für 2022 ein Ist-Wert von 120'000 erfasst, rechnet die Ist-Sicht ab dort weiter und steht 2024 bei 132'300. Kommt für 2024 ein Wert von 140'000 dazu, springt sie erneut. Genau das ist als Test hinterlegt. **Lücken fallen auf die Plandaten zurück.** Ein Element ohne erfassten Ist-Wert läuft unverändert auf seiner Planlinie weiter – man muss nicht alles wissen, um etwas zu erfassen. Technisch: `computePlan(plan, sample?, { actuals })`. Ohne die Option verhält sich die Funktion exakt wie bisher; die 43 Golden Tests laufen unverändert. **Der Sprung ist keine Rendite.** Die Differenz zwischen Plan und Wirklichkeit wird als eigene Brückenposition `actualsCorrection` geführt (Vermögens- **und** Cash-Brücke). Würde man sie den Kapitalerträgen zuschlagen, erschiene ein Planrückstand als Anlageverlust – und die Zerlegung ginge im Ist-Jahr nicht mehr auf ([3.6.8](#367-detailansichten-je-element-und-je-lebensphase)). ### 3.9.4 Anzeige in der Matrix Ein zweiter Umschalter neben nominal/real/beide, aber mit nur **zwei** Möglichkeiten: | Auswahl | Wirkung | |---|---| | **Plan** | wie bisher | | **Effektiv** | die Ist-Zahlen, jeweils mit der **Abweichung** zum Plan daneben | Warum keine dritte Möglichkeit «beide»: Plan und Ist als Rohwerte nebeneinander wären bei zusätzlich aktivem nominal/real **acht Zahlen je Zelle**. Stattdessen zeigt die Ist-Ansicht den Wert und daneben klein die Differenz, grün oder rot ([9.29](#929-acht-zahlen-je-zelle--und-wie-wir-sie-vermeiden)). Der Umschalter erscheint nur, wenn überhaupt Ist-Werte erfasst sind. **Nur die Abweichung trägt Farbe.** Die Beträge selbst bleiben neutral – sonst wird die Matrix zum Ampelteppich, in dem nichts mehr heraussticht. ### 3.9.5 Zeitachse Je erfasstem Jahr ein Marker. Der **jüngste** ist farbig, ältere blass – sie sind überholt, aber nicht bedeutungslos. Ohne gesetztes Planstartjahr entfallen die Marker, weil es dann keinen Kalenderbezug gibt. ### 3.9.6 Die vier Analysewerkzeuge Grafiken, Live-Simulation, Monte-Carlo und Einflussfaktoren erhalten dieselbe Leiste: **Werte** (nominal/real) und **Grundlage** (Plan/Effektiv), dazu die schon bestehende Versionswahl. «Effektiv» ist deaktiviert, solange nichts erfasst ist. **Nominal/real ist in den Werkzeugen eine Einfachauswahl**, kein «beide» – anders als in der Matrix. Begründung siehe [9.29](#929-acht-zahlen-je-zelle--und-wie-wir-sie-vermeiden). Besonderheiten: - **Vermögensverlauf:** Im Ist-Modus kommt die reine Planlinie **gestrichelt** als Referenz dazu. Maximal vier Serien. - **Monte-Carlo:** Der Zielbetrag **dreht mit** der gewählten Grösse (real/nominal) und wird entsprechend beschriftet – sonst prüft man einen nominalen Zielbetrag gegen ein reales Endvermögen. Ausserdem eine Zeile: *Simuliert ab ‹Jahr›; die Jahre davor sind durch deine effektiven Werte belegt und werden nicht gewürfelt.* Das Startjahr ist **abgeleitet, nicht eingebbar** – ein frei gesetztes Jahr würde Jahre als sicher behandeln, die nie erfasst wurden. - **Einflussfaktoren:** Mit Ist-Werten wirken die Treiber nur noch auf die nicht belegten Jahre. Die Balken fallen dadurch zu Recht kürzer aus. ### 3.9.7 Verhältnis zur Versionierung Ein Ist-Satz ist eine **Beobachtung, keine Planänderung**: Er erzeugt **keine** Szenario-Version ([3.8](#38-versionierung-und-änderungshistorie)), und es gibt kein Wiederherstellen. Löschen entfernt ihn ersatzlos; der Plan bleibt unberührt. Die beiden Historien bleiben getrennt. Referenz: `src/lib/actuals.ts`, `src/lib/dataview.ts`, `src/components/ActualsDialog.tsx`, `src/components/AnalysisControls.tsx`. ### 3.9.6 Immobilien: Verkehrswert, nicht Eigenkapital Bei einer Immobilie führt der Rechenkern **zwei** Grössen: den **Verkehrswert** der Liegenschaft und die **Restschuld**. Was die Matrix zeigt und was `ElementYearPoint.value` trägt, ist die Differenz – das **Eigenkapital**. Der Verkehrswert steht separat in `propertyValue`. Der Ist-Wizard erfasst **Verkehrswert und Restschuld getrennt**, nie das Eigenkapital. Bis 0.31 belegte er das Wertfeld irrtümlich mit `value` (dem Eigenkapital) vor: Der Rechenkern setzte diese Zahl als Verkehrswert ein und liess die Hypothek unverändert, wodurch das Eigenkapital im Ist-Jahr um genau die Hypothek einbrach – meist ins Negative. Weil ein Ist-Satz **alle** Zeilen mitschreibt (auch die unveränderten), traf das jeden Satz, selbst wenn nur ein Lohn angepasst wurde. Drei Regressionstests in `actuals.test.ts` halten die Trennung fest. ### 3.9.7 Ist-Datensätze bearbeiten Ein erfasster Satz lässt sich über einen Klick auf seine Zeile (oder «Bearbeiten») erneut öffnen und korrigieren – Stichtag, Kommentar, Cash und alle Werte. Der Wizard läuft dabei in beiden Schritten wie beim Erfassen, überschreibt die bereits erfassten Zahlen aber **nicht** mit den Planwerten; nur Zeilen ohne erfassten Wert (z. B. ein später hinzugekommenes Element) werden ergänzt. Endpunkt: `PUT /api/plans//actuals/`. Wie das Anlegen erzeugt auch das Bearbeiten **keine** Szenario-Version – ein Ist-Satz ist eine Beobachtung, keine Planänderung. Der ursprüngliche Erfasser bleibt vermerkt. ## 3.10 Navigation auf Plan-Ebene und gespeicherte Analysen Die Seitenleiste ist zweistufig: Unter jedem **Plan** liegen vier Unterpunkte. Ein Klick auf den **Plan-Namen** öffnet dessen Dashboard. | Ort | Führt zu | |---|---| | Plan-Name | **Plan-Dashboard** (Kennzahlen, Umbenennen) | | Szenarien | **Szenario-Liste** – darunter der Szenario-Baum, **verschachtelt** nach Herkunft; seine Einträge führen direkt in die Matrix | | Effektive Werte | Liste + Wizard der Ist-Werte ([3.9](#39-effektive-werte-plan-ist-vergleich)) | | Analysen | Vier Werkzeug-Kacheln + Liste gespeicherter Analysen | | Berichte | PDF-Berichte erzeugen und wieder herunterladen ([3.11](#311-pdf-berichte)) | Die Seitenleiste ist damit **dreistufig**: | Ebene | Inhalt | |---|---| | **1** | die Pläne | | **2** | je Plan die vier Bereiche: Szenarien · Effektive Werte · Analysen · Berichte – ihre Symbole stehen **auf einer Linie** (der Knoten «Szenarien» trägt zusätzlich den Auf-/Zuklapp-Pfeil) | | **3** | **nur** unter «Szenarien»: die einzelnen Szenarien, **verschachtelt** nach ihrer Herkunftskette (beliebig tief) | So ist in der Seitenleiste sichtbar, woraus ein Szenario entstanden ist; die Szenario-Liste zeigt dasselbe zusätzlich als Spalte «aus …». ### 3.10.1 Plan- vs. Szenario-Ebene der Kennzahlen Seit V7 ([9.30](#930-warum-der-haushalt-am-plan-hängt)) liegen Haushaltsform, Personen und Startjahr am Plan; Endvermögen, Ruinalter, Phasen und Elemente sind dagegen **szenario-eigen**. Das Plan-Dashboard zeigt deshalb die Haushaltsdaten direkt, alle gerechneten Kennzahlen aber ausdrücklich als **«laut Basisszenario»** – das Basisszenario ist der kanonische Vertreter. Die vier Kennzahl-Kacheln (Szenarien, Effektive Werte, Analysen, Berichte) sind **anklickbar** und führen in ihren Bereich. Über ein **Stift-Symbol** neben dem Plannamen lässt sich der Plan umbenennen. Falls Ist-Werte erfasst sind, weist das Dashboard die **Abweichung** des Endvermögens gegenüber dem Plan aus – benannt mit dem **Jahr des jüngsten Ist-Datensatzes** («Mit den effektiven Werten von 2032 …») und **grün**, wenn die Realität besser ist als der Plan, sonst rot. Die **Szenario-Liste** zeigt je Szenario Name, die **aktuelle Version** (z. B. «0.17») samt ihrem **Kommentar** (sofern vorhanden – gesetzt wird er bei Hauptversionen und beim Wiederherstellen), Anzahl **Phasen** und **Elemente**, das Endvermögen und ob das Kapital reicht; das Basisszenario ist farblich hervorgehoben, und die Herkunft (aus welchem Szenario kopiert) steht darunter. Ein Klick auf die **Zeile** öffnet die Matrix; je Zeile gibt es zusätzlich **Historie**, **Kopie** (macht dieses Szenario zur Vorlage) und – ausser beim Basisszenario – **Löschen**. ### 3.10.2 Analysen: vier Kacheln Die Werkzeuge **Grafiken**, **Live-Simulation**, **Monte-Carlo** und **Einflussfaktoren** liegen als Kacheln vor, die beim Darüberfahren – oder Antippen (Touch hat kein Hover) – umklappen und einen Erklärtext zeigen. Ein Klick startet das jeweilige Werkzeug auf dem Basisszenario; Szenario und Version lassen sich darin weiterhin umstellen. **Grafiken** öffnen neu **nicht mehr alle drei Diagramme**, sondern lassen zuerst **eine** wählen (Vermögensverlauf / Einkommen vs. Ausgaben / Vermögensaufteilung), dazu wie bisher nominal/real und Plan/effektiv. Der **Szenario-Vergleich** wandert mit zu den Grafiken; der **CSV-Export** zieht dorthin, wo er hingehört – auf die **Matrix**. ### 3.10.3 Gespeicherte Analysen Jede Grafik, Monte-Carlo-Simulation und Einflussfaktoren-Berechnung kann **gespeichert** werden (die Live-Simulation vorerst nicht – sie ist bewusst flüchtig). Festgehalten werden **Eingaben und Ergebnis als Zahlen**, read-only: Beim Öffnen wird **nichts neu gerechnet**, die gespeicherten Werte werden nur gezeichnet. **Zahlen statt Bild** – und zwar bewusst: Ein Bildschirm-Abbild wäre im Druck unscharf (300 dpi gegen 96), im Seitenformat fix und im Dunkelmodus falsch eingefärbt. Aus Zahlen zeichnet der spätere **PDF-Bericht** (Roadmap Nr. 11) die Grafik **vektoriell und in Druckauflösung** neu – und braucht die Zahlen für Tabellen und Fliesstext ohnehin. Bewusst **nicht** gespeichert wird `finalWealthSorted` aus der Monte-Carlo-Simulation (ein Eintrag je Lauf, megabyteweise); für die Anzeige genügen die abgelesenen Wahrscheinlichkeiten und die Bänder. Jedes Werkzeug schreibt sein Ergebnis in **dieselbe generische Form** (Parameter, Kernzahlen, Tabelle, Grafik). Dadurch braucht die Nur-Lese-Ansicht nur einen Renderer, und der PDF-Bericht findet überall dieselbe Struktur vor. Der Name wird automatisch vorgeschlagen («Typ · Szenario Version · Datum»), ist aber überschreibbar. Die Liste je Plan zeigt Typ, Zeitpunkt, Szenario/Version, nominal/real und Plan/effektiv. Ein gespeicherter Datensatz ist eine **Momentaufnahme**, keine Planänderung: Er erzeugt keine Version, und Löschen entfernt ihn ersatzlos. Referenz: `src/components/PlanViews.tsx`, `src/components/SavedAnalysisView.tsx`, `src/components/SaveAnalysisButton.tsx`, `src/lib/analyses.ts`. ## 3.11 PDF-Berichte Roadmap Nr. 11. Neuer Unterpunkt **«Berichte»** auf Plan-Ebene: eine Liste der erzeugten Berichte, von dort aus lässt sich ein neuer anlegen. ### 3.11.1 Was ein Bericht ist Ein Bericht ist ein **festes Dokument**, kein Blick auf den aktuellen Stand. Die erzeugte PDF-Datei wird **als Datei abgelegt** und lässt sich jederzeit unverändert wieder herunterladen – auch nachdem der Plan weiterentwickelt wurde. Das ist der Zweck: ein verlässlicher Audit-Trail. Wer heute einen Bericht verschickt, muss in drei Jahren exakt dasselbe Dokument vorweisen können. Deshalb wird **nicht** die Definition gespeichert und das PDF bei Bedarf neu erzeugt: Eine Neuerzeugung könnte nach Änderungen an Plan, Rechenkern oder Layout nicht mehr dieselben Bytes liefern. Abgelegt werden drei Dinge: die gewählten **Parameter**, das eingefrorene **Berichtsmodell** (alle Zahlen, für die Liste und zur Nachvollziehbarkeit) und die **PDF-Datei** selbst. In der Datenbank, nicht im Dateisystem – der Anwendungscontainer wird bei jedem Deploy neu gebaut, nur das Datenbank-Volume überlebt. ### 3.11.2 Auswahl beim Anlegen | Angabe | Möglichkeiten | |---|---| | Titel und Notiz | frei; die Notiz erscheint auf dem Deckblatt | | **Werte** | nominal **oder** real – eine Leitgrösse für den ganzen Bericht | | **Grundlage** | Plandaten oder **effektive Werte** (nur wenn erfasst) | | **Szenarien** | 1 bis **3** (Konstante `MAX_REPORT_SCENARIOS`) | | **Analysen** | beliebig viele der gespeicherten Auswertungen | Zwei bewusste Begrenzungen: **Nur eine Leitgrösse.** «Beides» würde jede Tabellenspalte verdoppeln – dasselbe Problem wie in der Matrix ([9.29](#929-acht-zahlen-je-zelle--und-wie-wir-sie-vermeiden)). **Höchstens drei Szenarien.** Darüber wird die Vergleichstabelle unlesbar; vergleichbare Werkzeuge stellen bewusst nur zwei gegenüber. Das Basisszenario führt den Bericht an und liefert die Zusammenfassung. ### 3.11.3 Aufbau des Dokuments Das Layout ist **immer gleich**; die Auswahl bestimmt nur, welche Bausteine erscheinen. | Seite | Inhalt | |---|---| | 1 | Deckblatt · **Das Wichtigste in Kürze** (Kennzahlen + drei Kernaussagen) · Ausgangslage | | je Szenario | Kennzahlen · Vermögensverlauf · Lebensphasen · **Annahmen** | | bei ≥ 2 Szenarien | Vergleichstabelle | | bei Ist-Daten | Plan gegenüber effektiven Werten inkl. Abweichung | | bei gewählten Analysen | die eingefrorenen Auswertungen | | Schluss | **Wichtige Hinweise** (Haftungsausschluss) | Die **Zusammenfassung zuerst** ist kein Geschmacksentscheid: Überkomplexität ist die häufigste Kritik an Beraterberichten, weshalb sich die einseitige Übersicht als eigenes Format etabliert hat. ### 3.11.4 Kennzahlen und ihre Grundlage Je Szenario: **Endvermögen** · **Kapital reicht bis** · **Vermögen bei Pensionierung** · **Vorsorgekapital bei Pensionierung** (PK + 3a) · **AHV-Rente** · **PK-Rente** · **offene Entscheide**. Die letzte ist die einzige unmittelbar handlungsleitende Zahl – sie zählt die noch nicht getroffenen Übergangs-Entscheide. Damit Bericht und Matrix nie verschiedene Zahlen nennen, liegt die Zählung neu als reine Funktion in `lib/decisions.ts`, die **beide** benutzen. **Zu jeder Kennzahl steht ihre Grundlage** – aber als **kurzer Verweis**, nicht als wiederholte Tabelle. Die vollständigen Annahmen (Inflation, Pensionsalter, Startwerte, Renditen, Sparraten je Element) stehen **einmal** je Szenario in einem eigenen Abschnitt. Sie bei jeder Kennzahl zu wiederholen würde den Bericht aufblähen, ohne etwas hinzuzufügen. ### 3.11.5 Haftungsausschluss Ein formal gesetztes PDF wird als Beratung gelesen. Der Bericht schliesst deshalb **verpflichtend** mit Hinweisen: dass es sich um eine Projektion auf Basis eigener Annahmen handelt, keine Anlage-, Steuer- oder Vorsorgeberatung; dass Abweichungen erheblich sein können; dass laufende Einkommens- und Vermögenssteuern **nicht** modelliert sind ([9.14](#914-keine-steuerschätzung)); und dass Monte-Carlo-Wahrscheinlichkeiten die Streuung **um** die Annahmen messen, nicht deren Richtigkeit. Ein Test stellt sicher, dass der Abschnitt nicht wegfallen kann. ### 3.11.6 Technik Erzeugt wird mit **pdfkit** in der Node-Runtime. Bewusst **kein Headless-Browser**: Chromium würde das Image um Hunderte Megabyte und Systembibliotheken aufblähen. `@react-pdf/renderer` schied aus, weil es React-Interna nutzt, die mit React 19 / Next 16 brechen. Weil das Layout ohnehin fix ist, kostet programmatisches Setzen nichts – und die Diagramme entstehen als **echte Vektoren** aus den gespeicherten Zahlen. Genau dafür wurden die gespeicherten Analysen als Zahlen und nicht als Bilder abgelegt ([3.10.3](#3103-gespeicherte-analysen)): Ein Bildschirm-Abbild wäre im Druck unscharf. `pdfkit` ist in `next.config.ts` als **externes Paket** deklariert. Es lädt seine Font-Metriken zur Laufzeit über Dateipfade; gebündelt stimmt `__dirname` nicht mehr und der Bericht bräche erst in der Produktion. Die Trennung ist zweistufig: `report.ts` baut aus Plan und Konfiguration ein reines **Berichtsmodell** (ohne PDF-Kenntnisse, testbar), `report-pdf.ts` zeichnet es. Damit ist das, was eingefroren wird, dasselbe, was geprüft wird. Referenz: `src/lib/report.ts`, `src/lib/report-pdf.ts`, `src/lib/decisions.ts`, `src/components/ReportsView.tsx`. ## 3.12 Pensionsalter anpassen > Roadmap Nr. 44. Bedienung im Szenario-Profil, Abschnitt «Pensionsalter anpassen». ### 3.12.1 Warum das kein Zahlenfeld ist Das Pensionsalter bestimmt, **wo eine Lebensphase endet**: `maxPhaseDuration` kappt jede Phasendauer beim nächsten Pensionierungsereignis, jede Pensionierung liegt deshalb zwangsläufig auf einer Phasengrenze. Ein frei änderbares Alter hätte diese Zusammengehörigkeit zerrissen – die Phasen blieben, wo sie sind, und der Phasentyp (Erwerb/Misch/Pension) käme mitten in einer Phase ins Rutschen. Deshalb ändert die Bedienung nicht das Alter, sondern verschiebt **die Grenze**: | | vorher | nachher (−4 Jahre) | |---|---|---| | Phase 3 «Misch» | 10 Jahre | **6 Jahre** | | Phase 4 «Pension» | 15 Jahre | **19 Jahre** | | Gesamtdauer | 60 Jahre | 60 Jahre | Die Gesamtdauer des Plans bleibt immer gleich – es wird Zeit umverteilt, nicht hinzugefügt. ### 3.12.2 Spielraum und Sperren Angezeigt wird je Person das aktuelle Pensionsalter, Knöpfe für ±1 Jahr, Kurzwahl-Chips für grössere Schritte und eine **Hilfebox**, die den Spielraum benennt. Ein deaktivierter Knopf ohne Erklärung wirkt wie ein Fehler; die Box sagt deshalb immer, was möglich ist **und warum nicht mehr**. Der Spielraum ist `−(Dauer der Vorphase − 1)` bis `+(Dauer der Folgephase − 1)`: Eine Lebensphase muss mindestens ein Jahr dauern. Gesperrt wird ganz, wenn: | Situation | Meldung | |---|---| | Person ist bei Planbeginn schon pensioniert | es gibt keine Grenze zu verschieben | | Pensionierung liegt am oder nach dem Planende | zuerst eine Lebensphase anhängen | | Pensionierung liegt nicht auf einer Phasengrenze | zuerst die Lebensphasen anpassen (Altdaten) | | **Beide Personen teilen dieselbe Grenze** | zuerst eine Lebensphase einfügen, um sie zu trennen | Der letzte Fall ist der Kehrseite der Zusammenlegung: Sind zwei Pensionierungen auf demselben Zeitpunkt, liesse sich die eine nicht bewegen, ohne die andere mitzunehmen. ### 3.12.3 Zusammenlegung: wenn eine Lebensphase entfällt Genau ein Jahr über den Spielraum hinaus fällt die angrenzende Phase auf 0 und **verschwindet**. Das ist erlaubt – es ist der Fall «beide werden gleichzeitig pensioniert, die Mischphase gibt es nicht mehr» –, wird aber **vorher bestätigt**, weil dabei zwei Übergänge zu einem werden. Regel für die Zusammenführung (überlebende Grenze ist die des **Vorgängers** der entfallenden Phase): | | Regel | Begründung | |---|---|---| | Element-Entscheide | Was am überlebenden Übergang schon entschieden ist, **bleibt**. Nur leere Felder werden aus dem entfallenden ergänzt. | Ein bewusster Entscheid darf nie von einem anderen überschrieben werden. | | Einmalige Cash-Beträge | werden **addiert** | Beide Ereignisse finden weiterhin statt, nur zum selben Zeitpunkt. | | Steuersatz auf dem Zufluss | **betragsgewichteter** Mischsatz | Nur so bleibt der Netto-Zufluss derselbe wie vorher. | | Bezeichnungen | mit « + » verbunden | damit nachvollziehbar bleibt, woraus die Summe entstand | Die Verschiebung ist **nicht** über die Undo-Funktion rückgängig zu machen – sie erzeugt wie jede Änderung eine neue Nebenversion, aus der sich der alte Stand wiederherstellen lässt ([3.8](#38-versionierung-und-änderungshistorie)). ### 3.12.4 Punkt A: «Aus Vorphase übernehmen» Wiederkehr-Parameter – Teuerungsausgleich, erwartete Rendite, jährliche Einzahlung, Bezugsrate, Amortisation, Wertsteigerung, Hypothekarzins, Tilgung – galten bisher als **Kopie**: Beim Anlegen einer Phase wurde der Wert der Vorphase hineingeschrieben. Änderte man die Vorphase später, blieb die Kopie stehen. Neu ist das Feld in Folgephasen standardmässig **leer** und wird live geerbt; darunter steht ein angehaktes Kästchen **«Aus Vorphase übernehmen»** mit dem geerbten Wert daneben. Ein Häkchen weg macht das Feld editierbar und den Wert phasen-eigen. Nicht vererbt werden bewusst: **Ausfalljahre** (sie gelten für genau eine Phase – ein geerbter Wert würde eine Lücke erfinden), der **Kaufpreis** einer Immobilie (eine Tatsache, keine Annahme) und die **Zins-Behandlung** (ein Schalter ohne Zahlenwert). Bestehende Pläne verhalten sich unverändert: Dort sind die Werte gespeichert und gewinnen daher gegen die Vererbung, bis man das Häkchen aktiv setzt. ### 3.12.5 Punkt C: Verwendung des bezogenen Alterskapitals Am Pensions-Übergang kommt oft ein grosser Betrag auf einmal herein (PK-Kapital, Säule 3a). Ihn vollständig als Cash liegen zu lassen ist selten die Absicht. Beim **Bezugs-Entscheid des jeweiligen Guthabens** lässt sich deshalb erfassen, wie viel **in Prozent** in die Amortisation der Hypothek und in eine Anlage fliesst; der Rest bleibt Cash. Die Frage steht seit 0.33 dort, wo der Bezug entschieden wird – bei der **Pensionskasse** (nur wenn Kapital bezogen wird) und bei der **Säule 3a**. Bis 0.32 hing sie am **Cash-Übergang**: Das war der falsche Ort, weil sich mit zwei Guthaben nicht getrennt festlegen liess, welches wohin fliesst. Beide Dialoge führen deshalb neu in der Reihenfolge, in der man tatsächlich entscheidet: **Bezugsart → Betrag brutto → Steuersatz → Betrag netto → Verteilung**. **Warum Prozent und nicht Franken:** Verschiebt man das Pensionsalter, ändert sich das bezogene Kapital. Ein Frankenbetrag müsste von Hand nachgezogen werden – und würde bis dahin still eine falsche Aufteilung rechnen. Eine Quote skaliert mit. Die Amortisations-Quote ist am Restsaldo der Hypothek gekappt; ist sie grösser, bleibt der Rest Cash. Die Anlage-Quote fliesst in ein wählbares Vermögens-Element (Vorgabe: das erste aktive). Beide sind mechanisch nichts Neues – die eine wirkt wie eine Sonderamortisation, die andere wie eine Zusatzeinlage, und beide laufen dadurch korrekt durch die zwei Wasserfall-Brücken. **Der zugeteilte Betrag ist überall sichtbar.** Er wandert über `Carry.capitalIn` in die **Zusatzeinlage der Folgephase** und erscheint dadurch am Ziel-Element (als eigene, read-only Zeile «Zusatzinvestition aus Kapitalbezug»), in der Cash-Brücke als **Investition** und im Dialog «Kapital verteilen» (dort über dem Eingabefeld, das nur den **manuell** erfassten Teil führt). Bis 0.32 erhöhte die Verteilung direkt den internen Bestand – Element und Dialog zeigten deshalb eine **0**, obwohl das Geld geflossen war; bis 0.33 fehlte sie im Dialog. **Die Herkunft wird mitgeführt.** `Carry.capitalIn` hat als Gegenstück `capitalInSources` – Betrag je Bezug, benannt mit Element **und** Person; am Ziel-Element liegt das Ergebnis als `capitalFromTransferSources`. Ohne diese Aufschlüsselung ist bei zwei Guthaben (PK und 3a, ggf. beider Personen) im selben Ziel nicht prüfbar, ob alles angekommen ist – der Grund, weshalb das **Ziel-Dropdown** die Zuordnung nennen muss: Zwei gleichnamige Depots sind sonst nicht unterscheidbar, und ein Fehlgriff leitet das Alterskapital an die falsche Person. **Bezogene Guthaben nehmen nichts mehr auf.** Nach der Pensionierung ignoriert die Rechnung Beiträge und Zusatzeinlagen in PK und Säule 3a. Damit die Verteil-Dialoge diese Regel nicht ein zweites Mal nachbauen (und dabei abweichen), setzt die Rechnung das Kennzeichen `ElementPhaseComputed.acceptsCapital = false`; die Dialoge blenden solche Zeilen aus. Der frühere Filter auf `status === "ACTIVE"` griff nicht: Der Status bleibt nach dem Bezug bestehen. **Die Säule 3a ist am Pensions-Übergang ein offener Entscheid.** Der Bezug selbst steht fest (sie wird immer ausbezahlt), zu entscheiden sind Steuersatz und Verwendung. Vorher galt der Übergang als automatisch beantwortet, wodurch die Verwendungsfrage nie gestellt wurde. Referenz: `src/lib/retirement.ts`, `src/components/RetirementAdjuster.tsx`, `src/components/FormField.tsx` (`InheritableField`). ## 3.13 Pensionierung ### 3.13.1 Warum sie eine Eigenschaft der Person ist Bis 0.34 war die Pensionierung als Eigenschaft der **Zeitachse** modelliert: ein Phasenübergang, an dem verstreut in drei Matrix-Zellen (AHV, PK, 3a) je ein Entscheid hing – gespeichert unter `transitionValues[phaseId]`, also am Schlüssel Element × Phasen-ID. Daraus folgte fast alles, was an der Pensionsplanung störte: - Entscheide, die inhaltlich **eine** Frage sind, lagen räumlich weit auseinander. - Das Alter zu ändern war ein **struktureller** Eingriff. Beim Zusammenlegen zweier Übergänge mussten Entscheide über `mergeTransition` gerettet werden – verlustbehaftet. - Ein Szenario nur für ein anderes Pensionsalter hiess: alle Entscheide erneut treffen. Genau dafür legt man aber Szenarien an. - Ziel-Solver (Roadmap Nr. 21) und Live-Simulation hatten **nichts zum Anfassen**. Der Denkfehler: Die Pensionierung ist keine Eigenschaft der Zeitachse. **Sie ist eine Eigenschaft der Person** – die Zeitachse ist die Folge davon. Seit 0.35 liegt der Entscheid deshalb am **Element** (`FinancialElement.retirementDecision`, ohne Phasenbezug) und gilt für die Pensionierung des Besitzers, wo immer die gerade liegt. Ohne Phasen-ID im Schlüssel überlebt er **jede** Zeitachsen-Änderung: Alter verschieben, Phase zusammenlegen, Szenario kopieren. Was **nicht** dort hineingehört: Vorbezüge (PK/3a vor der Pensionierung), Verkäufe, Tilgungen, der Cash-Übergang. Das sind echte Ereignisse an einer bestimmten Grenze und bleiben in `transitionValues`. ### 3.13.2 Kein leeres Formular Ein Widerspruch steckt in der Sache: Der **Zeitpunkt** muss früh feststehen (er definiert die Phasengrenze), die **Bezugsentscheide** lassen sich aber erst beurteilen, wenn bis dahin geplant ist. Ein Formular, das am Anfang leer dasteht, verlangt also Antworten, die noch niemand geben kann – und der Plan wäre bis dahin nicht einmal rechenbar. Auflösung: **ein vollständiger Vorschlag, den man korrigiert.** `withRetirementDefaults` füllt jeden Entscheid mit einer Vorgabe, die für die meisten Fälle richtig ist: | Säule | Vorgabe | warum diese | |---|---|---| | AHV | Bezug ab Referenzalter | der gesetzliche Normalfall | | Pensionskasse | `capitalSharePct = 0` (volle Rente) | die Rente ist die Regel; ein Kapitalbezug ist der begründungspflichtige Fall | | Säule 3a | `withdrawalAge` = Pensionsalter, gekappt auf 60–70 | wer mit 58 aufhört, kann die 3a trotzdem erst mit 60 beziehen | Die Rentenlücke steht damit ab der ersten Sekunde da und wird mit jeder geplanten Phase genauer. Dass eine Vorgabe nicht dasselbe ist wie ein Entscheid, hält die **dreistufige Ampel** fest ([3.5.3](#353-ampel-logik-offene-entscheide)). ### 3.13.3 Der Bildschirm Eigene Ansicht, gleichrangig **neben** der Matrix (Umschalter darüber), plus eine Kurzfassung in der Matrix-Ansicht, die dorthin führt. Aufbau in der Reihenfolge, in der man tatsächlich denkt: *Wann höre ich auf? → Was kommt dann rein? → Was habe ich auf einen Schlag? → Reicht das? → Was mache ich mit dem Haufen?* Die Leitzahl ist die **Rentenlücke**. Sie ist keine neue Rechnung, sondern die Verzehrquote im ersten Jahr, in dem niemand mehr arbeitet – Renteneinkommen minus Ausgaben. Genau das rechnet die Jahresschleife ohnehin; es fehlte nur der Begriff. Gerechnet wird sie im **Rechenkern** (`PlanComputed.retirement`), nicht im UI: Eine Nebenrechnung in der Komponente hätte dieselbe Driftgefahr wie bei den Rechenwegen ([4.14.3](#4143-rechenweg-protokoll)) und fiele im PDF-Bericht anders aus. Daneben steht die zweite Zahl, **wie lange das Vermögen trägt** (`ruinAge`, bzw. «über die ganze Planung»). **Die Matrix-Zellen bleiben bedienbar.** AHV, PK und 3a am Pensions-Übergang zeigen exakt dieselbe Komponente (`RetirementFields`) – zwei Ansichten auf dasselbe Objekt, kein Duplikat. Wären es zwei Implementierungen, liefen sie auseinander. ### 3.13.4 Der Feldsatz | Säule | Felder | |---|---| | **AHV** | `ahvDraw` (`EARLY`/`REFERENCE`/`DEFERRED`), `ahvMonths`, `ahvSharePct` (Teilbezug 20–80 %); dazu abgesetzt als *Grundlage der Schätzung*: `avgIncomeBefore`, `gapYearsBefore` | | **Pensionskasse** | `capitalSharePct` (0–100 %), `conversionRate`, `capitalTaxRate`, `recentBuyIn` (Hinweis-Flag), Kapitalverwendung `capitalUse*` | | **Säule 3a** | `withdrawalAge` (60–70), `capitalTaxRate`, Kapitalverwendung `capitalUse*` | | **alle** | `confirmed` | Kürzung, Zuschlag und die Aufteilung Kapital/Rente sind **gerechnet, nicht erfasst** – ihre Formeln stehen in [4.4.7](#447-referenzalter-die-rente-beginnt-mit-65-nicht-mit-der-pensionierung) und [4.9.1](#491-pension_fund). Die Beitragskarriere vor Planbeginn lag bis 0.34 an **zwei** Orten – in der Übergangszelle und, für bei Planbeginn bereits Pensionierte, in der Phasenzelle der ersten Phase – mit zwei Codepfaden für dieselbe Frage. Jetzt an einem. ### 3.13.5 Planungshorizont `Person.planningHorizonAge` macht das Planende **explizit**. Bisher ergab es sich stillschweigend aus der Summe der Phasendauern: Zwei Szenarien konnten dadurch unbemerkt verschieden weit rechnen und waren nicht vergleichbar – obwohl das ihr Zweck ist. Die Mechanik ist dieselbe wie beim Pensionsalter: **Zahl stellen, Struktur folgt.** Die letzte Lebensphase wird so angepasst, dass der Plan bis zum Horizont läuft (`planHorizonChange`, `POST /api/scenarios//horizon`). Fiele sie dabei unter ein Jahr, wird blockiert. Bei zwei Personen läuft der Plan bis zum **spätesten** Horizont. Bewusst neutral formuliert («Planungshorizont», nicht «Sterbealter»). Der Default liegt über der Lebenserwartung: Eine zu kurze Planung sieht tragfähig aus, obwohl das Geld nur nicht lange genug reichen muss. ### 3.13.6 Was bewusst nicht abgebildet wird - **Teilpensionierung in Schritten.** Gesetzlich seit AHV 21 in bis zu drei Schritten möglich (Art. 13a BVG). Voll modelliert hiesse, dass eine Person teilweise erwerbstätig ist – das bricht die Invariante, dass jede Pensionierung auf einer Phasengrenze liegt ([4.16.1](#4161-die-tragende-invariante)). Wer stufenweise aufhört, bildet das heute über einen Teilzeit-Lohn und eine Kapitalquote ab. - **Progressive Kapitalbezugssteuer.** Alle Bezüge desselben Jahres werden zusammengezählt, bei Ehepaaren auch die des Partners. Das Tool rechnet mit einem Pauschalsatz und weist auf die Staffelung hin (Roadmap Nr. 14, siehe [9.14](#914-keine-steuerschätzung)). - **Die 3-Jahres-Sperrfrist nach einem PK-Einkauf** (Art. 79b Abs. 3 BVG). Das Tool kennt keine Einkäufe und kann die Frist deshalb nicht prüfen – statt einer Automatik gibt es die Frage «in den letzten drei Jahren eingekauft?» und einen Warnhinweis. - **Reglementarische Grenzen** (Mindestalter 58 vs. 60, Kapitalquote 25 % vs. 100 %, Aufschubmöglichkeit) werden als Hinweis gezeigt, nicht als Sperre: Ein Planungstool, das den Fall verbietet, den die eigene Kasse erlaubt, wäre falsch. Referenz: `src/lib/retirement-decision.ts`, `src/components/RetirementPanel.tsx`, `src/components/RetirementFields.tsx`, `src/lib/retirement.ts` (`planHorizonChange`). ## 3.14 Der FPT-Assistent ### 3.14.1 Warum er die «Nächsten Schritte» ersetzt Die frühere Karte leitete AB, was zu tun wäre -- und liess einen damit allein. Sie konnte sagen «4 Übergangs-Entscheide offen», aber nicht, was ein Übergangs-Entscheid überhaupt ist oder in welcher Reihenfolge man vorgeht. Der Assistent führt stattdessen. Sieben Schritte, jeder mit einem eigenen Werkzeug und einer Seite davor, die erklärt, worum es geht: | # | Schritt | Was dabei entsteht | |---|---|---| | 1 | **Bestandsaufnahme** | alle Elemente mit ihrem heutigen Stand | | 2 | **Eckdaten und Pensionsplanung** | Planungshorizont; je Person Erwerbsende und Bezugszeitpunkte | | 3 | **Lebensphasen** | die Zeitachse, an den Fixpunkten aus Schritt 2 ausgerichtet | | 4 | **Erwerbsjahre planen** | Sparquoten und Übergänge bis zur Pensionierung | | 5 | **Pensionierung planen** | Rente oder Kapital, Verwendung, die Übergänge dorthin | | 6 | **Ruhestand planen** | Bezüge aus dem Vermögen, die restlichen Übergänge | | 7 | **Feinschliff** | reine Information: was jetzt noch möglich ist | Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Sie beginnt mit dem, was **feststeht** (was habe ich?), geht dann zu dem, was man **entscheidet** (wann höre ich auf?), und erst danach zu dem, was sich daraus **ergibt** (wie teile ich ein?). Genau deshalb steht die Bestandsaufnahme vor der Zeitachse -- und genau deshalb brauchte es die Element-Stammdaten (3.14.3). ### 3.14.2 Der Haken ist manuell -- der Stand daneben nicht Zwei Gestaltungsentscheide, die zusammengehören: 1. **Abgehakt wird von Hand.** Wann jemand mit einem Schritt fertig ist, ist eine Einschätzung und keine Messgrösse. «Genug geplant» kann das Tool nicht wissen. 2. **Daneben steht der abgeleitete Stand** (`stepStatus`): «0 Lebensphasen», «2 Elemente», «Planungshorizont fehlt». Ein abgehakter Schritt ohne Substanz fällt damit auf, ohne dass das Tool den Haken verweigert. Gesperrt wird nur das **Werkzeug**, nie die Selbstauskunft (`stepBlockedReason`): Die Phasenplanung ohne Planungshorizont wäre gegenstandslos, die Übergangs-Schritte ohne Phasen ebenso. Der Haken bleibt trotzdem jederzeit setzbar. Erledigte Schritte rutschen nach unten und werden blass -- oben steht immer das Nächste. Die Kachel ist **gelb**, solange etwas offen ist, und **grün**, wenn alle sieben stehen. ### 3.14.3 Element-Stammdaten: Bestand vor Zeitachse Bis 0.35 lagen alle Elementwerte unter `phaseValues[phaseId]`. Ohne Phase gab es keinen Schlüssel -- eine Bestandsaufnahme als erster Schritt war damit unmöglich. Seit 0.36 trennt `FinancialElement.baseData` zwei Dinge, die nie dasselbe waren: | gehört zum **Element** (`baseData`) | gehört zur **Phase** (`phaseValues`) | |---|---| | Bestand bei Planbeginn, Kaufpreis, Anfangshypothek, Restschuld | Sparraten, Amortisation, Bezugsraten | | Ausgangs-Annahmen: Rendite, Wertsteigerung, Zinssatz | abweichende Werte einzelner Phasen | Das ist nicht nur ein Kunstgriff für Schritt 1. Ein Startwert war **nie** «phase-1-spezifisch» -- er ist der Stand am Anfang der Planung, und dass er in Phase 1 stand, war eine Eigenheit der Speicherung. Nebenbei löst der Umbau eine alte Unstimmigkeit: Die Feld-Vererbung ([3.12.4](#3124-punkt-a-aus-vorphase-übernehmen)) hatte in Phase 1 nichts, von dem sie hätte erben können, und fiel auf 0. Die Stammdaten sind jetzt die **Wurzel** dieser Kette: ``` eigener Phasenwert -> aus der Vorphase geerbt -> Stammdaten -> 0 ``` **Die Matrix erscheint, sobald es Elemente gibt** -- Lebensphasen sind dafür nicht nötig. Ihre erste Spalte heisst **«Start»** und zeigt den Bestand bei Planbeginn; Endwerte gibt es erst, wenn eine Phase eine Dauer vorgibt. Solange keine Phasen bestehen, steht rechts davon der Hinweis auf den nächsten Schritt. Die Spalte ist auch mit Phasen dauerhaft sichtbar, und zwar aus einem zweiten Grund: Sie ist der **einzige Ort, an dem ein Startwert änderbar ist**. Bearbeitete man ihn stattdessen in Phase 1, entstünde dort ein Phasenwert, der die Stammdaten überdeckt -- dieselbe Zahl an zwei Orten, genau das Muster, das dieser Umbau beseitigt hat. > **0.36 hielt das nicht.** Die Stammdaten waren eingeführt, die Matrix hing aber weiterhin > vollständig an den Phasen -- die Bestandsaufnahme verschwand nach dem Speichern im Nichts. > Behoben in 0.37. ### 3.14.4 Fixpunkte: jeder Bezugsbeginn erzwingt eine Phasengrenze `phaseplan.ts` kannte bis 0.35 genau einen Fixpunkt je Person -- das Erwerbsende. Seit AHV, Pensionskasse und jedes 3a-Konto ein eigenes Bezugsalter haben, sind es bis zu vier: | Fixpunkt | Quelle | |---|---| | Erwerbsende | `Person.retirementAge` | | AHV-Rentenbeginn | `ahvStartAge(retirementDecision)` | | PK-Bezug | `pkWithdrawalAge` (neu in 0.36) | | je 3a-Konto | `withdrawalAge` | Der Grund ist derselbe wie beim Erwerbsende: Die Rechnung leitet Erwerbsstatus und Bezüge am **Phasenbeginn** ab. Fiele ein Bezug mitten in eine Phase, rutschte er auf die nächste Grenze -- unter Umständen Jahre später, und die Zahlen wären still falsch. `maxPhaseDuration` zählt die Fixpunkte deshalb mit. Ereignisse im selben Jahr teilen sich **eine** Grenze und werden dort mehrfach beschriftet. Die Folge ist ehrlich, aber spürbar: Ein Paar mit gestaffelten Bezügen kommt schnell auf acht bis zehn Pflichtphasen. ### 3.14.5 Der Bildschirm Zwei farblich getrennte Hälften, damit sichtbar ist: **oben stellst du ein, unten siehst du das Ergebnis.** Oben vier gleichrangige Kacheln plus die Zeitachse über die volle Breite: | Kachel | Inhalt | |---|---| | **Grundeinstellungen** | plan-weit (Personen, Startjahr, Inflation) und szenario-eigen (Horizont, Endjahr, Endalter, Pensionsalter). Stift zum Bearbeiten; je Person ein Knopf **«Pensionsplanung»** | | **Kennzahlen** | **Vermögen heute** (Summe der Stammdaten -- die einzige Zahl, die schon vor jeder Zeitplanung etwas aussagt), Endvermögen nominal und real, Reichweite | | **Schnellaktionen** | Neues Szenario · Tour · Änderungshistorie · Rechenwege · CSV-Export | | **Assistent** | siehe 3.14.1 | Das **Pensionsalter lässt sich in den Grundeinstellungen nicht ändern** -- es erzeugt eine Phasengrenze und gehört deshalb in die Pensionsplanung. Unten die Matrix. Die frühere Aktionsleiste darüber ist verschwunden: **«+ Element», «+ Phase», der Nominal/Real-Umschalter, die Plan/Ist-Umschaltung und «Alle auf-/zuklappen» sitzen in der Ecke oben links der Matrix.** Sie steuern die Matrix und lagen vorher lose darüber wie Aktionen der ganzen Seite. ### 3.14.6 Die Tour Ein grosses Popup mit einem **nachgebauten** Bildschirm und erfundenen Zahlen, in neun Schritten erklärt. Der letzte führt zum Assistenten. Das frühere Spotlight legte sich über die echte Ansicht. Zwei Nachteile liessen sich nicht beheben: Auf einem frisch angelegten, leeren Plan gab es kaum etwas hervorzuheben -- also gerade dann nicht, wenn die Tour am nötigsten ist. Und das Ausschneiden kämpfte dauernd mit Scroll-Containern und Z-Ebenen ([9.24](#924-tour-spotlight-ohne-engine)). Der Preis ist bekannt und bewusst in Kauf genommen: **Die Attrappe muss bei UI-Änderungen nachgeführt werden.** Dafür funktioniert die Tour ab der ersten Sekunde und unabhängig davon, was im Plan schon steht. Referenz: `src/lib/assistant.ts`, `src/components/Assistant.tsx`, `src/components/AssistantStepDialog.tsx`, `src/components/AssistantSteps.tsx`, `src/components/Tour.tsx`. --- # 4. Berechnungsmodell > Dies ist der fachliche Kern des Tools. Der gesamte Abschnitt beschreibt > `src/lib/calculations.ts`, Funktion `computePlan(plan: PlanInput): PlanComputed`. > Die Funktion ist **rein** (keine I/O, keine Datenbank) und dadurch isoliert testbar. ## 4.1 Ablauf im Überblick ``` für jede Phase i (nach sequenceNumber sortiert): 1. Personen-Infos berechnen (Alter, erwerbstätig?), Phasentyp ableiten 2. AHV: Ausfalljahre kumulieren, Renten der Pensionierten berechnen, plafonieren 3. Element-Setup: je Element Startwerte/Raten bestimmen, in Arbeitslisten einordnen 4. Investitionen vom Cash abziehen → cashStart 5. Jahresschleife t = 1..duration: Flows indexieren, Vermögen verzinsen, Bezugsraten entnehmen, Cash fortschreiben, Ruin prüfen, YearPoint anfügen 6. Endwerte je Element setzen, Phasen-Kennzahlen zusammenstellen 7. Übergang: Entscheide anwenden, Carry aktualisieren, Cash der Folgephase bilden ``` ## 4.2 Zustand über Phasengrenzen: der Carry Zwischen den Phasen wird pro Element ein `Carry`-Objekt fortgeschrieben: | Feld | Bedeutung | |---|---| | `status` | `ACTIVE` / `SOLD` / `SETTLED` | | `value` | Aktiven-Saldo (PK / 3a / Sonstiges Vermögen) am Ende der Vorphase | | `mortgage` | Immobilie: Resthypothek | | `owed` | Schulden: Restschuld (positiv geführt) | | `pkPensionAnnual` | PK: jährliche Rente nach Verrentung | | `flowBasis` | Einkommen/Ausgaben: indexierter Basiswert der nächsten Phase | | `hasCarry` | ob überhaupt eine Vorphase existiert (steuert read-only vs. Eingabe im UI) | Zusätzlich laufen phasenübergreifend mit: `cashCarryIn`, `cumulativeInflation`, `gapYearsByPerson`, `yearsBefore`, `ruinAge`, `incomingInflow`, `incomingImmediateRepay`. Referenz: `src/lib/calculations.ts` Zeilen 103–115, 132–147. ## 4.3 Personen und Phasentyp Für jede Person und jede Phase: ``` startAge = person.age + yearsBefore endAge = startAge + duration working = startAge < retirementAge retiresAtStart = startAge === retirementAge ``` `yearsBefore` ist die Summe der Dauern aller vorangehenden Phasen. **Alter wird also relativ gezählt** – es gibt keine Kalenderdaten im Modell, nur „Jahre ab Planbeginn". `maxDurationYears` = Minimum über `retirementAge − startAge` aller noch erwerbstätigen Personen (nur positive Werte), sonst `null`. ## 4.4 AHV-Rente Die Rente hängt an zwei Achsen: der **Beitragsdauer** (Rentenskala 44) und dem **massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen** (mdJE). ### 4.4.1 Die amtliche Rentenformel (Skala 44) Alle Schwellen sind Vielfache von `R0`, dem Mindestbetrag der vollen Monatsrente (`AHV_MIN_MONTHLY_FULL = 1'260`). Mit `x = mdJE / (12 × R0)`: ``` mdJE ≤ 12 × R0 (= 15'120) → Rente = R0 (Mindestrente 1'260) 12 × R0 < mdJE ≤ 36 × R0 → Rente = R0 × (0.74 + 0.26 × x) Formel 1 36 × R0 < mdJE < 72 × R0 → Rente = R0 × (1.04 + 0.16 × x) Formel 2 mdJE ≥ 72 × R0 (= 90'720) → Rente = 2 × R0 (Maximalrente 2'520) ``` Der Wendepunkt liegt bei `36 × R0 = 45'360` → 1'915/Monat; beide Formelteile sind dort stetig. **Quelle und Verifikation:** BSV/MAS „Berechnungsvorschriften der AHV/IV-Renten", gültig ab 1.1.2026 (liefert die Schwellenstruktur `12/36/72 × R0`), und die amtliche Tabelle `318.117.1 – Monatliche Vollrenten, Skala 44`. Die implementierte Formel reproduziert **alle 51 Zeilen dieser Tabelle exakt**; Stützstellen sind als Golden Tests hinterlegt (Kap. 8.2). Die Funktion `ahvMonthlyFullPension(mdJE)` rechnet bewusst **stetig**. Amtlich wird das mdJE auf Vielfache von `1.2 × R0` gestuft (daher die 51 Tabellenzeilen); für eine Planung ist der stetige Wert näher an der Wahrheit, die Abweichung liegt unter 20/Monat. ### 4.4.2 Beitragskarriere und mdJE Pro Person wird über die Phasen hinweg akkumuliert (`AhvCareer`): | Feld | Bedeutung | |---|---| | `plannedAvgGrossIncome` | reales **Brutto**-Durchschnittseinkommen der Beitragsjahre **im Plan** (siehe 4.4.5) | | `planYears` | Beitragsjahre im Plan = Σ (Phasendauer − Ausfalljahre der Phase) | | `yearsBeforePlan` | `max(0, Alter bei Planbeginn − 21)` | | `gapYearsInPlan` | Summe der Ausfalljahre im Plan | Das mdJE ist der **gewichtete Mittelwert über alle Beitragsjahre**: ``` yearsBefore = max(0, yearsBeforePlan − gapYearsBefore) mdJE = (avgIncomeBefore × yearsBefore + plannedAvgIncome × planYears) / (yearsBefore + planYears) ``` Ausfalljahre reduzieren die **Gewichtung** (und die Skala), nicht das Durchschnittseinkommen – genau wie in der echten AHV: Wer zwei Jahre aussetzt, hat deswegen kein tieferes Durchschnittseinkommen, aber weniger Beitragsjahre. ### 4.4.3 Warum real gerechnet wird Sämtliche Einkommen gehen **real** (Kaufkraft bei Planbeginn) in das mdJE ein, und die Schwellen sind heutige Werte. Das ist kein Vereinfachungs-, sondern ein Genauigkeitsentscheid: Die echte AHV **wertet vergangene Einkommen auf** (Lohnindex) **und indexiert die Schwellen** (Mischindex). Beide Bewegungen heben sich in realer Betrachtung weitgehend auf – wer nominal mittelt und gegen heutige Schwellen hält, vergleicht Franken von 2046 mit Schwellen von 2026 und überschätzt die Rente systematisch. > **Grössenordnung:** 45-jährig, 85'000 Lohn, +1.5 %/Jahr bei 2 % Inflation, 20 Erwerbsjahre. > Nominal gemittelt: mdJE 98'276 → Maximalrente 32'760. Real gemittelt: mdJE 81'156 → 31'096. > Differenz 1'664/Jahr, über 25 Rentenjahre rund 41'600 – und der Fehler geht immer nach oben. Die reale Berechnung eines Phasen-Durchschnitts erfolgt analytisch (`avgRealFlow`) als geometrische Reihe mit `q = (1 + Lohnerhöhung) / (1 + Inflation)`. **Bekannte Unschärfe:** Die Schwellen folgen dem Mischindex, die Aufwertung dem Lohnindex. Da Löhne langfristig schneller steigen als Preise, ist die Deflationierung mit der Preisinflation leicht **konservativ**. Bewusst in Kauf genommen, statt eine dritte Indexannahme einzuführen. ### 4.4.4 Woher die Karriere-Werte kommen | Situation | Quelle | |---|---| | Person retires innerhalb des Plans | `transitionValues` des AHV-Elements am Pensions-Übergang | | Person bei Planbeginn bereits pensioniert | `phaseValues` des AHV-Elements in der ersten Phase | | Prüfung noch nicht erfolgt | Fallback: `avgIncomeBefore = plannedAvgIncome` | Der Fallback ist bewusst gewählt: Ohne erfassten Wert gilt der geplante Durchschnitt als Schätzung für die Jahre davor – exakt der Wert, den der Dialog vorbelegt. Ein Fallback auf 0 würde die Rente still und massiv zu tief rechnen (bei einer 45-jährigen Person auf rund 45 %). Einkommen wird einer Person nur zugerechnet, wenn das `INCOME`-Element ihr zugeordnet ist. Bei einem **Einzelplan** zählt „Gemeinsam" (`HOUSEHOLD`) zur Person A; bei einem **Paar-Plan** nicht (siehe [9.9](#99-gemeinsames-einkommen-zählt-bei-paaren-nicht-für-die-ahv)). ### 4.4.5 Netto-Brutto-Umrechnung für die AHV Das Tool erfasst das Einkommen **netto**, die AHV bemisst sich am **Bruttolohn**. Beim Aufbau der Karriere wird deshalb hochgerechnet: ``` plannedAvgGrossIncome = avgRealFlow(...) × AHV_GROSS_FROM_NET_FACTOR // = 1.12 ``` Sämtliche Werte in `AhvCareer`, im Prüf-Dialog und im mdJE sind damit **brutto** – auch das Feld „Durchschnittliches Bruttoeinkommen vor Planbeginn", das der Benutzer aus der Rentenvorausberechnung übernimmt (die ohnehin brutto-basiert ist). Eine Einheit im ganzen Ablauf, keine Umrechnung an der Feldgrenze. **Herleitung des Faktors** (Arbeitnehmer-Abzüge in % des Bruttolohns): | Abzug | Satz | Bemerkung | |---|---|---| | AHV/IV/EO | 5.30 % | 10.6 % total, hälftig geteilt | | ALV | 1.10 % | 2.2 % total, hälftig geteilt, bis 148'200 | | NBU | ~1.00 % | variiert 0.4–1.6 %, teils vom Arbeitgeber getragen | | PK | ~2–5 % | BVG-Altersgutschrift 7/10/15/18 % auf den **koordinierten** Lohn (Brutto − 26'460, max. 90'720), Arbeitnehmer ≥ die Hälfte | Total ~9–13 % je nach Alter und Lohn → Faktor `1/(1−q)` = **1.10 bis 1.16**, Mittel **1.12**. **Warum ein fixer Faktor genügt:** Das mdJE ist selbst ein Durchschnitt über die ganze Beitragskarriere (44 Jahre). Der altersabhängige PK-Satz mittelt sich dabei heraus – ein Karriere-Faktor gegen einen Karriere-Durchschnitt ist konzeptionell stimmig, nicht bloss eine Näherung. Die Restunschärfe (~3 %) ist deutlich kleiner als der Fehler, den die Umrechnung behebt (~11 %, siehe 9.13). **Grenzen:** Überobligatorische PK-Pläne, vom Arbeitgeber getragene NBU, Selbstständige und Löhne über 148'200 (ALV sinkt auf 0.5 %) weichen ab. Der Faktor ist heute eine nicht sichtbare Konstante; mit Roadmap Nr. 41 wird er in der Formel-Erklärung ausgewiesen. Quellen: BSV „Beträge gültig ab 1.1.2026" (Koordinationsabzug 26'460, obere Limite 90'720, „keine Änderung gegenüber 2025"); AHV-Merkblätter 2.01 (AHV/IV/EO) und 2.08 (ALV). ### 4.4.6 Jahresrente, Skala und Plafonierung ``` factor = max(0, (44 − Ausfalljahre total) / 44) // Rentenskala 44 rente = round(ahvMonthlyFullPension(mdJE) × 13 × factor) ``` `AHV_PENSION_MONTHS = 13` – seit 1.1.2026 gibt es die **13. Altersrente** (Art. 34bis AHVG). Die Formel liefert Monatsrenten; der Jahresbetrag ist deshalb `× 13`, nicht `× 12`. `AHV_MAX_ANNUAL_SINGLE` ist neu abgeleitet: `2 × R0 × 13 = 32'760`. **Ehepaar-Plafonierung** – nur bei `householdType = COUPLE` **und** wenn für **beide** Personen eine Rente vorliegt: ``` cap = 32'760 × 1.5 = 49'140 falls (renteA + renteB) > cap: beide Renten proportional kürzen: rente × cap / summe ``` Die Rente ist danach **nominal fix** – sie wird über die Phasen hinweg nicht indexiert und verliert damit real an Kaufkraft (siehe [9.11](#911-ahv-rente-wird-nach-der-pensionierung-nicht-indexiert)). **Wann** sie fliesst, entscheidet seit 0.26 nicht mehr der Phasentyp, sondern das Alter im jeweiligen Jahr – siehe 4.4.7. Referenz: `src/lib/calculations.ts` (`ahvMonthlyFullPension`, `ahvMdje`, `ahvAnnualPension`), `src/lib/constants.ts`. ### 4.4.7 Referenzalter: Die Rente beginnt mit 65, nicht mit der Pensionierung Bis Version 0.25 galt implizit «pensioniert = Rente». Sobald sich das Pensionsalter verschieben lässt ([4.16](#416-pensionsalter-verschieben)), ist das falsch: Die AHV-Rente hängt am **Referenzalter** (`AHV_REFERENCE_AGE = 65`), nicht daran, wann jemand aufhört zu arbeiten. Daraus folgen drei Fälle: | Fall | Was passiert | |---|---| | Pensionierung **mit 65** | unverändert – die Rente fliesst ab Beginn der Pensionsphase | | Pensionierung **nach 65** | Die Erwerbsphase deckt das Referenzalter ab. Die Rente fliesst ab 65 **zusätzlich zum Lohn**. Erfasst werden nur noch die Ausfalljahre bis 65. | | Pensionierung **vor 65** | Die Pensionsphase beginnt vor 65. Bis dahin ist die Person **beitragspflichtig als Nichterwerbstätige(r)**; der Beitrag (`ahvContribution`) ist eine laufende Ausgabe. Mit 65 fällt er weg und die Rente setzt ein. | Beide Wechsel können **innerhalb derselben Lebensphase** stattfinden. Die AHV wird deshalb **jahresweise** ausgewertet statt als Phasenkonstante. ### Vorbezug und Aufschub (seit 0.35) Bis 0.34 begann die Rente **immer** mit 65. Das war schlicht falsch: Wer mit 62 aufhörte, bekam die ungekürzte Rente erst drei Jahre später; wer bis 68 arbeitete, verschenkte den Zuschlag. Der Bezugszeitpunkt ist seither Teil des Pensionierungs-Entscheids ([3.13](#313-pensionierung)) und wird gerechnet: | | Regel | Grenzen | |---|---|---| | **Vorbezug** | **−6,8 % pro Jahr**, lebenslang, monatlich anteilig | höchstens 36 Monate (ab 62) | | **Aufschub** | **+5,2 / 10,8 / 17,1 / 24,0 / 31,5 %** nach 1–5 Jahren; dazwischen linear interpoliert | 12 bis 60 Monate | | **Teilbezug** | Kürzung bzw. Zuschlag wirken nur auf den bezogenen Anteil | 20–80 % | Der Faktor greift **nach** der Ehepaar-Plafonierung: Der Plafond gilt für die ordentlichen Renten, die individuelle Kürzung setzt darauf auf. **Rentenbeginn und Beitragspflicht sind zwei verschiedene Alter** – eine Trennung, die es vor 0.35 gar nicht gab. Der Vorbezug zieht nur den *Rentenbeginn* vor; die Beitragspflicht als Nichterwerbstätige(r) endet unabhängig davon erst mit dem **Referenzalter**. Wer mit 62 aufhört und ab 63 vorbezieht, bezieht ab 63 **und** zahlt bis 65 weiter: ``` für jedes Jahr t der Phase: alterImJahr = alterZuPhasenbeginn + t − 1 alterImJahr ≥ individuellesRentenalter → Rente fliesst (Einkommen) nicht erwerbstätig ∧ alterImJahr < 65 → Beitrag fällt an (Ausgabe) ``` Beide Bedingungen können im selben Jahr gelten. Der Verlaufspunkt des AHV-Elements zeigt die Differenz; ein reiner Beitrag erscheint **negativ**, damit in der Grafik sichtbar ist, dass die AHV in diesen Jahren Geld kostet, statt welches zu bringen. **Für das Jahresraster wird das Rentenalter gerundet.** Die Monatsgenauigkeit steckt im *Faktor*, nicht im Auszahlungszeitpunkt – FPT rechnet durchgehend jahresweise. **Nicht abgebildet:** die seit 1.1.2025 tieferen, einkommensabhängigen Kürzungssätze für Frauen der Übergangsgeneration (Jahrgänge 1961–1969). Sie laufen aus, und ihre Nachbildung erforderte eine zweite, jahrgangsabhängige Rentenformel. **Der Beitrag als Nichterwerbstätige(r)** bemisst sich am Vermögen und am Renteneinkommen, nicht am Lohn. Die Bandbreite ist entsprechend enorm: vom Mindestbeitrag von rund **530 CHF/Jahr** bis zum Höchstbeitrag von rund **26'500 CHF/Jahr**. Deshalb gibt es hier **keinen Default** – ein stiller Vorschlag würde nicht hinterfragt (vgl. [9.15](#915-monte-carlo-misst-risiko-um-die-annahmen-nicht-deren-richtigkeit)). Der Hilfetext nennt die Bandbreite ausdrücklich, damit auch jemand ohne Vorwissen ein Gefühl für die Grössenordnung bekommt. **Beitragsjahre:** Wer den Beitrag zahlt, hat keine Ausfalljahre – die Rentenskala bleibt unberührt. Das Modell kürzt die Rente bei Frühpensionierung deshalb nicht; eine Kürzung entsteht nur, wenn man die Jahre ausdrücklich als Ausfalljahre erfasst. Referenz: `src/lib/calculations.ts` (`ahvItems` in der Jahresschleife), `AHV_REFERENCE_AGE` in `src/lib/constants.ts`. ## 4.5 Nominal, real und die Deflatoren ### 4.5.1 Das V5-Modell | Grösse | Erfassung | Indexierung über die Phasenjahre | |---|---|---| | Einkommen | **nominal** | `basis × (1 + Lohnerhöhung)^(t−1)` | | Renten (AHV, PK) | **nominal** | keine – konstant | | Ausgaben | **real** | real: `basis × (1 + reale Mehrausgaben)^(t−1)`, dann **× kumulierte Inflation** | Die Inflation ist seit V5 **plan-weit** (`plan.inflationRateDefault`) und gilt einheitlich für alle Phasen; eine phasenspezifische Überschreibung existiert nicht (mehr). ### 4.5.2 Kumulierte Inflation ``` cumInflStart(Phase 1) = 1 cumInflStart(Phase n) = cumInflStart(Phase n−1) × (1 + infl/100)^duration(n−1) ``` ### 4.5.3 Die drei Deflatoren Ein subtiler, aber wichtiger Punkt: Bestandswerte und Flow-Werte haben am Phasenende **nicht denselben** Deflator, weil ein Flow im Jahr `duration` anfällt, ein Bestand aber **nach** dem Jahr `duration` gemessen wird. | Deflator | Formel | Verwendung | |---|---|---| | `cumulativeInflationStart` | s. o. | Bestände zu Phasenbeginn, Flows im Jahr 1 | | `cumulativeInflationEnd` | `cumInflStart × (1+infl)^duration` | Bestände am Phasenende (Cash, Vermögen) | | `flowDeflatorEnd` | `cumInflStart × (1+infl)^(duration−1)` | Flow-Endwerte (Einkommen, Ausgaben, Quote) – **eine Kaufkraft-Stufe weniger** | Referenz: `src/lib/calculations.ts` Zeilen 427–429; Anwendung in `src/components/PlanView.tsx` Zeilen 686–687, 716–717. ## 4.6 Element-Setup je Kategorie Für jedes Element (sortiert nach `orderIndex`) wird ein `ElementPhaseComputed` erzeugt. Vorab-Abbruch: Ist der Carry-Status `SOLD` → Notiz „Verkauft"; ist er `SETTLED` und die Kategorie `OTHER_DEBT` → „Getilgt". Solche Elemente werden nicht weiter gerechnet. ### 4.6.1 INCOME / EXPENSE ``` idx = phaseData.teuerungsausgleich ?? carry.rates.teuerungsausgleich ?? 0 // Punkt A baseValue = hasCarry ? round(carry.flowBasis) : round(phaseData.amount) basis = !hasCarry → round(phaseData.amount) phaseData.amount ist Zahl → round(phaseData.amount) // bewusster Override sonst → baseValue // live vererbt // Punkt B: Besitzer ist eine PERSON und in dieser Phase pensioniert, // und es ist kein Betrag erfasst → basis = 0 // NACH der Jahresschleife (siehe 4.16.6): carry.flowBasis = basis × (1 + idx/100)^duration // für die Folgephase ``` **Die Vererbungsregel** (`src/components/ElementDetail.tsx` Zeilen 480–490): Beim Speichern wird das Feld `amount` **gelöscht**, wenn es exakt dem fortgeschriebenen Wert entspricht. Dadurch bleibt der Wert „live vererbt" – eine spätere Änderung in einer früheren Phase wirkt sich weiter durch. Nur ein bewusst abweichender Wert wird fix gespeichert. Man beachte den Exponenten-Unterschied: der **Endwert** der Phase nutzt `duration − 1` (letztes Jahr), der **Carry** für die Folgephase nutzt `duration` (ein Jahr weiter). Die Fortschreibung passiert seit 0.26 **nach** der Jahresschleife – sonst kämen effektive Werte nie in der Folgephase an ([4.16.6](#4166-fehlerbehebung-fortgeschriebener-basiswert-und-effektive-werte)). ### 4.6.2 AHV Seit 0.26 **jahresweise** statt phasenweise ([4.4.7](#447-referenzalter-die-rente-beginnt-mit-65-nicht-mit-der-pensionierung)): Das Element meldet Rente, Beitrag und Startalter des Besitzers an die Jahresschleife an, die je Jahr entscheidet, was fliesst. `startValue` / `endValue` zeigen den Stand im ersten bzw. letzten Jahr der Phase; die Zusammenfassung nennt beide Zustände, wenn das Referenzalter mitten in der Phase liegt («Beitrag … → Rente …»). Die Rente läuft **nicht** mehr über `renteTotal`, weil sie innerhalb einer Phase einsetzen kann. ### 4.6.3 PENSION_FUND | Fall | Verhalten | |---|---| | pensioniert, `pkPensionAnnual > 0` | Rente: `startValue = endValue = pkPensionAnnual`, Summand in `renteTotal` | | pensioniert, keine Rente | Notiz „Vollständig bezogen" | | erwerbstätig | `base = hasCarry ? carry.value : phaseData.currentValue`; `topUp = hasCarry ? additionalInvestment : 0`; `start = base + topUp`; Rate = `annualContribution` | Die PK-Rate wird **nicht** zu `fixedRatesTotal` addiert – sie belastet das Cash nicht. `topUp` wird ab Phase 2 zu `investmentsFromCash` addiert. ### 4.6.4 PILLAR_3A Identisch zu PK, mit zwei Unterschieden: - Die Rate **wird** zu `fixedRatesTotal` addiert (belastet das Cash). - Ist der Besitzer pensioniert, gibt es nie eine Rente, nur „Vollständig bezogen". ### 4.6.5 REAL_ESTATE (Immobilie) ``` purchase = hasCarry ? carry.propertyPurchase : round(phaseData.purchasePrice) // Kaufpreis valueStart = hasCarry ? carry.propertyValue : round(phaseData.purchasePrice) // Verkehrswert mortgage = hasCarry ? carry.mortgage : round(phaseData.mortgage) amort = round(phaseData.amortization) // wird JÄHRLICH am Restsaldo gekappt equity = valueStart − mortgage → startValue, wealthStart ``` **Kaufpreis und Verkehrswert laufen getrennt.** Der Verkehrswert wächst mit `valueGrowth`, der Kaufpreis bleibt der ursprüngliche – er ist die Basis der Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf (4.9.4). Beide werden über die Phasen fortgeschrieben (`carry.propertyValue`, `carry.propertyPurchase`); die Hypothek läuft als Saldo in der Jahresschleife (4.7). **Die Wertsteigerung wirkt auf die Liegenschaft, nicht auf das Eigenkapital.** Das ist der Hebel, der Wohneigentum finanziell auszeichnet: 1 % von 1'000'000 sind 10'000 im Jahr – bei einem Eigenkapital von 100'000 also 10 % darauf. Würde man die Wertsteigerung auf das Eigenkapital rechnen, ergäbe dieselbe Annahme nur 1'000 im Jahr: > Kaufpreis 1'000'000 · Hypothek 900'000 · EK 100'000 · 1 %/J. · Amortisation 10'000/J. · 10 J. > → korrekt **304'622**; auf das Eigenkapital gerechnet nur **210'462**. Differenz **94'160**, > und sie wächst mit dem Belehnungsgrad. Der angezeigte Elementwert bleibt das **Eigenkapital** (`Verkehrswert − Restschuld`); nur die Basis der Verzinsung ist die Liegenschaft. Falls **nicht** fortgeschrieben und **nicht** Phase 1 (= Neukauf in einer späteren Phase): `investmentsFromCash += max(0, equity)` – das Eigenkapital wird aus dem Cash finanziert. ### 4.6.6 OTHER_ASSET ``` base = hasCarry ? carry.value : round(phaseData.startValue) topUp = hasCarry ? round(phaseData.additionalInvestment) : 0 start = base + topUp rate = round(phaseData.annualContribution) → fixedRatesTotal += rate withdrawal = round(phaseData.annualWithdrawal) → plannedWithdrawTotal += withdrawal ``` ### 4.6.7 OTHER_DEBT ``` owedStart = hasCarry ? carry.owed : round(phaseData.startValue) repay = round(phaseData.annualRepayment) // wird JÄHRLICH am Restsaldo gekappt startValue = −owedStart // negatives Vorzeichen im Vermögen ``` Wie bei der Immobilie ist die Restschuld ein **laufender Saldo**; ist sie getilgt, entfällt die Tilgungsrate. ## 4.7 Die Jahresschleife Zunächst wird der Cash-Startwert gebildet: ``` cash = cashCarryIn − (isFirstPhase ? 0 : investmentsFromCash) cashStart = cash ``` Die Investitionen werden also **am Phasenanfang** abgezogen. Grund (Kommentar im Code, Fix in Commit `f768e01`): Der Cash-Startwert zeigt damit den Bestand **nach** den Investitionen – die investierten Mittel erscheinen im Vermögen und nicht doppelt auch im Cash. Dann für `t = 1 .. duration`: ``` // 1. Einkommen (nominal) incomeFlow = renteTotal + Σ (inc.basis × (1 + inc.idx/100)^(t−1)) // 2. Ausgaben (real → nominal) + Hypothekarzins inflFactor = cumInflStart × (1 + infl/100)^(t−1) expenseRealBase = Σ (exp.basis × (1 + exp.idx/100)^(t−1)) interestNominal = Σ (re.mortgage × re.interestRate/100) // nur wo interestHandling = ADD expenseNominal = expenseRealBase × inflFactor + interestNominal expenseReal = expenseRealBase + interestNominal / inflFactor // 3. Quote quote = incomeFlow − expenseNominal // 4. YearPoint anlegen (year, age Person A, income, expenseNominal, expenseReal); // wealthNominal/wealthReal werden nach Schritt 8 nachgetragen // 5. Vermögen: verzinsen, Sparbeitrag, Bezugsrate für jedes Asset a: grown = a.value × (1 + a.r/100) + a.rate // Zins zuerst, dann Einzahlung (nachschüssig) w = min(a.withdrawal, max(0, grown)) // Bezug am Bestand gekappt a.value = grown − w cashFromWithdraw += w // 6. Amortisation und Tilgung – jeweils am Restsaldo gekappt debtRates = 0 für jede Immobilie re: pay = min(re.amort, re.mortgage) // nie mehr als die Restschuld re.mortgage −= pay debtRates += pay re.value ×= (1 + re.growth/100) // Wertsteigerung auf die LIEGENSCHAFT für jede Schuld d: pay = min(d.repay, d.owed) d.owed −= pay debtRates += pay falls t === 1 → plannedSaveRate = fixedRatesTotal + debtRates // 7. Cash fortschreiben cash += quote − fixedRatesTotal − debtRates + cashFromWithdraw falls cash < 0 → cashNegative = true // 8. Ruin prüfen (Gesamtvermögen zum Jahresende) total = cash + Σ asset.value + Σ (re.value − re.mortgage) + Σ (−d.owed) yearPoint.wealthNominal = round(total) // Grundlage des Verlaufs je Jahr yearPoint.wealthReal = round(total / cumInfl[Jahr]) falls ruinAge === null und total < 0 → ruinAge = age(Person A) + yearsBefore + t ``` **Wichtige Details:** - Verzinsung ist **nachschüssig**: der Sparbeitrag des Jahres wird nicht mitverzinst. - **Amortisation und Tilgung enden mit der Schuld.** Hypothek und Restschuld sind laufende Salden; die Rate ist pro Jahr auf den Restsaldo gekappt (`min(rate, saldo)`). Ist die Schuld abbezahlt, fliesst kein Franken mehr ab – weder aus dem Cash noch in die Sparrate. Im letzten Zahlungsjahr wird nur noch der Restbetrag fällig, nicht die volle Rate. - `plannedSaveRate` (Kopf-Kennzahl) ist die tatsächliche Rate des **ersten** Phasenjahres. In späteren Jahren kann sie tiefer liegen, wenn eine Schuld ausläuft. - `cashNegative` wird gesetzt, sobald der Cash-Bestand **irgendwann innerhalb** der Phase unter 0 fällt – auch wenn er am Phasenende wieder positiv ist. - Der Ruin bezieht sich auf das **Gesamtvermögen inkl. Immobilien**, nicht auf das Cash. - `ruinAge` wird nur **einmal** gesetzt (erstes Auftreten, plan-weit). Referenz: `src/lib/calculations.ts` Zeilen 365–425. ## 4.8 Endwerte und Phasen-Kennzahlen ``` Einkommen: startValue = basis endValue = basis × (1 + idx/100)^(duration−1) Ausgaben: startValue = basis × cumInflStart endValue = basis × (1 + idx/100)^(duration−1) × flowDeflatorEnd Assets: endValue = a.value (nach der Jahresschleife) Immobilie: endValue = re.value − re.mortgage (Verkehrswert inkl. Wertsteigerung, minus Restschuld) Schulden: endValue = −d.owed (0, falls getilgt; + Notiz „Wird getilgt") ``` Aggregate: ``` startWealthNominal = Σ Element-Startwerte + cashStart endWealthNominal = Σ Element-Endwerte + cashEnd endWealthReal = endWealthNominal / cumulativeInflationEnd isConsumption = quotaStart < 0 incomplete = cashNegative // „roter Status" = Liquiditätslücke capitalInflow = incomingInflow // aus dem Übergang IN diese Phase capitalInvest = investmentsFromCash + incomingImmediateRepay oneOffInflow = incomingOneOffInflow // einmaliger Zufluss (netto nach Steuer) oneOffOutflow = incomingOneOffOutflow // einmalige Kosten (nominal) ``` ## 4.9 Der Übergang Nach jeder Phase (auch nach der letzten) läuft die Übergangs-Logik. Sie liest `transitionValues[phase.id]` – der Übergang ist also am **Von**-Phasen-Schlüssel gespeichert. ``` ownerRetiresNext = owner existiert ∧ nextPhase existiert ∧ owner ist in DIESER Phase erwerbstätig ∧ owner.age + yearsBefore + duration >= owner.retirementAge ``` `INCOME`/`EXPENSE` sowie nicht-aktive Elemente überspringen die Logik (nur `hasCarry = true`). ### 4.9.1 PENSION_FUND **Pensions-Übergang** (`ownerRetiresNext`), `value = ec.endValue`. Gelesen wird der **Pensionierungs-Entscheid des Elements** ([3.13](#313-pensionierung)), nicht die Übergangszelle: ``` sharePct = clamp(retirementDecision.capitalSharePct ?? 0, 0, 100) capital = round(value × sharePct / 100) rest = value − capital falls capital > 0: netto = round(capital × (1 − capitalTaxRate/100)) txInflow += netto txTax += capital − netto -> geht in die Kapitalverwendung (Punkt C, Kap. 3.12.5) carry.pkPensionAnnual = rest > 0 ? round(rest × conversionRate / 100) : 0 carry.value = 0 ``` Eine **Quote** statt des früheren Modus (`PENSION`/`CAPITAL`/`COMBI`) plus Frankenbetrag: 0 % ist die volle Rente, 100 % der volle Kapitalbezug, alles dazwischen die Kombination. Der Grund ist derselbe wie bei Punkt C – verschiebt man das Pensionsalter, ändert sich das Guthaben. Ein fixer Betrag bedeutete dann still ein anderes Verhältnis, eine Quote skaliert mit. **Normaler Übergang (Vorbezug)** – brutto entnommen, netto ins Cash: ``` withdrawal = min(ec.endValue, round(td.withdrawal)) // brutto carry.value = ec.endValue − withdrawal txInflow += round(withdrawal × (1 − capitalTaxRate/100)) ``` ### 4.9.2 PILLAR_3A **Bezug am gewählten Alter** (seit 0.35): Der Bezug hängt nicht mehr starr am Pensions-Übergang, sondern am `withdrawalAge` des Pensionierungs-Entscheids (60–70, Vorgabe = Pensionsalter). Gezogen wird an der **ersten Phasengrenze bei oder nach** diesem Alter; liegt der Wunsch hinter dem Planende, greift die letzte Grenze, damit kein Guthaben unbezogen liegen bleibt. ``` netto = round(ec.endValue × (1 − capitalTaxRate/100)) txInflow += netto carry.value = 0 ``` Warum das Alter und nicht ein Ja/Nein: Ein 3a-Konto lässt sich bei der Pensionierung nur **ganz** auflösen, und alle Kapitalbezüge desselben Jahres werden steuerlich zusammengezählt. Gestaffelt wird deshalb über mehrere Konten mit unterschiedlichen Bezugsjahren – dieses Feld ist die einzige Stellschraube dafür. Innerhalb einer Phase kennt das Modell kein Einzelereignis; wer exakt staffeln will, setzt eine Phasengrenze. **Normaler Übergang (Vorbezug)**: unverändert in der Übergangszelle – Bruttoentnahme, Netto-Zufluss nach Kapitalbezugssteuer. Ein Vorbezug ist ein Ereignis an einer bestimmten Grenze und gehört deshalb nicht zum Pensionierungs-Entscheid. ### 4.9.3 OTHER_ASSET | `decision` | Wirkung | |---|---| | `SELL` | `txInflow += ec.endValue`; `carry.status = "SOLD"` (kein Steuerabzug) | | `PARTIAL` | `part = min(ec.endValue, partialSaleAmount)`; `txInflow += part`; `carry.value = ec.endValue − part` – Rest bleibt **aktiv** und wächst weiter | | `HOLD` / sonst | `carry.value = ec.endValue` | Der Teilverkauf (Roadmap Nr. 42) fliesst über `txInflow` ins Cash der Folgephase und erscheint dort im Phasenkopf als **„Kapitalzufluss"** (`capitalInflow`) – das „zu investierende Kapital". Er ist die **einmalige** Entnahme am Übergang; die laufende Entnahme *während* einer Phase bleibt die jährliche Bezugsrate (`annualWithdrawal`, 4.6.6). Beide dürfen koexistieren. ### 4.9.4 REAL_ESTATE Gelesen werden die laufenden Werte aus der Jahresschleife (`re.value`, `re.mortgage`, `re.purchase`). `decision = "SELL"`: ``` gain = max(0, salePrice − re.purchase) // URSPRÜNGLICHER Kaufpreis, nicht der Verkehrswert tax = gain × (saleTaxRate / 100) txInflow += round(salePrice − re.mortgage − tax) carry.status = "SOLD" ``` Der Nettoerlös ist Verkaufspreis minus Hypothekenablösung minus Grundstückgewinnsteuer. Ein Verlustverkauf erzeugt keine Steuer (`gain` bei 0 geklammert). **Die Steuer bemisst sich am ursprünglichen Kaufpreis**, nicht am zwischenzeitlich gestiegenen Verkehrswert – deshalb führt das Modell beide getrennt (4.6.5). Nicht modelliert sind wertvermehrende Investitionen und die Haltedauer-Abstufung (Roadmap Nr. 23). **Halten (`decision ≠ SELL`)** – mit optionaler **Sonderamortisation** (Roadmap Nr. 15): ``` extra = min(re.mortgage, extraAmortization) // am Restsaldo gekappt txImmediateRepay += extra // Einmaltilgung aus dem Cash carry.mortgage = re.mortgage − extra carry.propertyValue / carry.propertyPurchase // fortgeschrieben ``` Die Einmaltilgung bringt `REAL_ESTATE` auf Augenhöhe mit `OTHER_DEBT` (dort schon `immediateRepayment`, 4.9.5): Sie senkt die Restschuld und damit die künftige Zinslast und erscheint im Phasenkopf als **„Kapitalinvestition"** (`capitalInvest`). Damit lässt sich die **indirekte Amortisation** mechanisch nachbilden – 3a wachsen lassen, bei Pensionierung ins Cash beziehen, dann per Sonderamortisation die Hypothek tilgen. Die **Steuerwirkung** der indirekten Amortisation (3a-Abzug, erhaltener Zinsabzug) ist bewusst **nicht** modelliert; sie gehört zum zurückgestellten Steuer-Bündel (siehe 9.14). ### 4.9.5 OTHER_DEBT ``` carry.owed = −ec.endValue immediate = min(carry.owed, round(td.immediateRepayment)) falls immediate > 0: carry.owed −= immediate txImmediateRepay += immediate falls carry.owed === 0 → carry.status = "SETTLED" ``` ### 4.9.6 Cash: einmalige Sonderein-/ausgaben Gelesen wird `phase.cashTransition` – der Entscheid hängt an der **Von**-Phase. Er wird nur ausgewertet, **wenn eine Folgephase existiert**; nach der letzten Phase gibt es keinen Übergang, ein dort erfasster Betrag bleibt wirkungslos. Der Umrechnungskurs zwischen real und nominal ist an dieser Grenze `cumulativeInflation`, also der **Bestands-Deflator am Phasenende** (vgl. [4.5.3](#453-die-drei-deflatoren)) – denn Cash ist ein Bestand, und das Ereignis fällt exakt auf die Grenze. ``` mode = cashTransition.mode ?? "NONE" falls mode ∈ {INFLOW, BOTH}: // nominal erfasst brutto = round(inflowAmount) txOneOffInflow = round(brutto × (1 − inflowTaxRate/100)) falls mode ∈ {OUTFLOW, BOTH}: // real erfasst txOneOffOutflow = round(outflowAmount × cumulativeInflation) ``` Beide Grössen fliessen ausschliesslich ins Cash der Folgephase (4.9.7) und **nicht** in die Jahresschleife – damit bleiben sie per Konstruktion aus Einkommen, Ausgaben und Quote heraus. Ein Zufluss/eine Kostenposition, die das Cash unter 0 drückt, wird über den bestehenden Startwert-Check der Folgephase (`cashNegative = cash < 0`) automatisch als Liquiditätslücke erkannt. ### 4.9.7 Abschluss des Übergangs ``` cashCarryIn = cashEnd + txInflow + txOneOffInflow − txImmediateRepay − txOneOffOutflow incomingInflow = txInflow // Kopf-Kennzahlen der Folgephase incomingImmediateRepay = txImmediateRepay incomingOneOffInflow = txOneOffInflow // inkl. Bezeichnung incomingOneOffOutflow = txOneOffOutflow // inkl. Bezeichnung yearsBefore += duration ``` ## 4.10 Ergebnisstruktur ```ts PlanComputed { phases: PhaseComputed[] // alle Kennzahlen je Phase, inkl. elements[] yearly: YearPoint[] // ein Punkt pro Jahr über alle Phasen (inkl. Vermögen je Jahr) nachlass: number // = endWealthNominal der letzten Phase, sonst 0 ruinAge: number | null // Alter Person A beim ersten Gesamtvermögen < 0 } ``` ## 4.11 Systemparameter Zentral in `src/lib/constants.ts` geführt, weil sie sich periodisch durch Bundesanpassungen ändern: | Konstante | Wert | Bedeutung | |---|---|---| | `AHV_MIN_MONTHLY_FULL` | 1'260 | **R0** – Mindestbetrag der vollen Monatsrente (Skala 44). Alle Schwellen der Rentenformel sind Vielfache davon | | `AHV_PENSION_MONTHS` | 13 | Rentenzahlungen pro Jahr – 13. Altersrente ab 1.1.2026 | | `AHV_CONTRIBUTION_START_AGE` | 21 | Beitragspflicht ab 1. Januar nach dem 20. Geburtstag | | `AHV_MAX_ANNUAL_SINGLE` | 32'760 | **abgeleitet**: `2 × R0 × 13` | | `AHV_GROSS_FROM_NET_FACTOR` | 1.12 | Netto → Brutto für die AHV; Herleitung siehe [4.4.5](#445-netto-brutto-umrechnung-für-die-ahv) | | `AHV_COUPLE_CAP_FACTOR` | 1.5 | Ehepaar-Plafonierung: 150 % der Einzel-Maximalrente | | `AHV_FULL_CONTRIBUTION_YEARS` | 44 | Volle Beitragsdauer (Rentenskala 44) | | `AHV_REFERENCE_AGE` | 65 | Referenzalter – ab hier fliesst die Rente, **unabhängig vom Pensionsalter** ([4.4.7](#447-referenzalter-die-rente-beginnt-mit-65-nicht-mit-der-pensionierung)) | | `PILLAR_3A_MAX_ANNUAL` | 7'258 | Max. 3a-Beitrag/Jahr für PK-Versicherte (2026) | | `PILLAR_3A_MAX_SELF_EMPLOYED` | 36'288 | Max. 3a-Beitrag/Jahr «grosse Säule 3a» (Selbstständige ohne PK). **2026-Wert zu verifizieren** (2025: 36'288) | | `DEFAULT_PK_CONVERSION_RATE` | 6 % | Umwandlungssatz | | `DEFAULT_CAPITAL_TAX_RATE` | 8 % | Kapitalbezugssteuer | | `DEFAULT_PROPERTY_GAINS_TAX_RATE` | 20 % | Grundstückgewinnsteuer | Die drei Default-Sätze werden **sowohl als UI-Vorschlag als auch in der Berechnung als Fallback** verwendet (`num(td.capitalTaxRate, DEFAULT_CAPITAL_TAX_RATE)`). Grund laut Code-Kommentar: Damit ein nicht angetippter Wert nicht fälschlich als 0 gerechnet wird. ## 4.12 Monte-Carlo-Simulation Die deterministische Berechnung nimmt pro Anlage *eine* feste Rendite und *eine* feste Inflation an. Real schwanken beide. Die Monte-Carlo-Simulation (Roadmap Nr. 19, Stufe A, `montecarlo.ts`) würfelt viele tausend mögliche Verläufe und weist die **Erfolgswahrscheinlichkeit** des Plans aus. ### 4.12.1 Die Nahtstelle in `computePlan` `computePlan(plan, sample?)` nimmt optional ein `PlanSample`: ```ts interface PlanSample { inflation: number[]; // Inflation %/Jahr (Index 0 = Jahr 1) assetReturn: (elementId: string, year: number) => number; // Rendite %/Jahr (1-basiert) } ``` Ohne `sample` rechnet die Funktion **exakt wie bisher** (die geplanten Annahmen). Mit `sample` liefert sie einen einzelnen simulierten Pfad. Voraussetzung war eine Umstellung der Inflation auf ein **kumulatives Deflator-Array** `cumInfl[]` (statt der geschlossenen `(1+i)^t`-Formel), damit die Inflation pro Jahr variieren kann – deterministisch bitgenau identisch, durch die Golden Tests abgesichert. Die AHV-Karriere bleibt bewusst auf der festen Plan-Inflation (sie ist eine Real-Grösse auf Planungsbasis, sie wird nicht mitgewürfelt). **Architektur-Vorteil:** `computePlan` ist eine reine Funktion ohne Server-Abhängigkeiten und läuft damit **im Browser**. Die gesamte Simulation rechnet client-seitig – null Serverlast. ~10'000 Läufe in rund 1 Sekunde; die Ausführung gibt alle 500 Läufe die Kontrolle ab (Fortschrittsbalken, keine eingefrorene Oberfläche). ### 4.12.2 Das statistische Modell Pro Jahr ein **gemeinsamer Marktschock** `z_markt`; je Element und Jahr: ``` rendite = mittelwert + σ × (ρ × z_markt + √(1−ρ²) × z_eigen) ``` - `z_markt`, `z_eigen`: **standardisierte Student-t** (ν = 5) – „fette Ränder", damit Extremcrashs realistisch häufig auftreten. Eine Normalverteilung macht ein −40%-Jahr zu einem 1-in-250-Ereignis; real ist es ~1-in-15. Standardisiert auf Einheitsvarianz → die eingegebene Standardabweichung σ bleibt die tatsächliche. - `ρ = 0.7` → Korrelation zweier riskanter Anlagen ≈ 0.5: **alle riskanten Anlagen fallen im Crash gemeinsam.** Unabhängiges Würfeln würde das Absturzrisiko systematisch unterschätzen. - **Böden:** `max(0, rendite)` für PK/3a (schreiben keine negative Rendite gut), `max(−100, rendite)` sonst. Die Inflation wird analog gezogen (eigener Student-t-Schock, Mittelwert + σ), unabhängig vom Marktschock. Der Zufallsgenerator ist **seedbar** (reproduzierbare Läufe). ### 4.12.3 Zwei Renditezahlen — und warum Pro renditetragendem Element (PK, 3a, Sonstiges Vermögen, Immobilie) gibt es im Simulations-Dialog **zwei** Renditen mit verschiedenen Rollen: | Zahl | Rolle | |---|---| | **Geplante Rendite** (im Plan) | zeichnet die deterministische Linie = der *Zielbalken* | | **Historische Ø-Rendite** (im Dialog, Pflicht) | der Mittelpunkt, um den die Simulation streut | Ohne diese Trennung wäre die Kennzahl „P(erreiche mein geplantes Endvermögen)" **immer ~50 %**, egal welche Rendite man annimmt (der Zielbetrag wüchse ja mit). Erst weil die Simulation um die *historische* Rendite streut, während der Zielbalken auf der *geplanten* steht, wird ein konservativer Plan (tiefe Planannahme) korrekt mit einer höheren Erfolgsquote belohnt als ein optimistischer. Analog auf Plan-Ebene für die Inflation. **Ehrliche Grenze (im Dialog ausgewiesen):** Die Simulation misst das Risiko *um deine Annahmen herum* – sie beurteilt **nicht**, ob deine Mittelwerte realistisch sind. Ein zu optimistischer Mittelwert liefert eine beruhigende, aber unrealistische Erfolgsquote (siehe 9.15). ### 4.12.4 Streuungsstufen | Stufe (Rendite) | σ | Beispiele | | Stufe (Inflation) | σ | |---|---|---|---|---|---| | Sehr niedrig | 3 % | Staatsanleihen, Geldmarkt | | Sehr niedrig | 1 % | | Niedrig | 6 % | Immobilien, defensive Mischportfolios | | Niedrig | 2 % | | Moderat | 15 % | breit diversifizierte Aktien-ETFs/Fonds | | Manuell | frei | | Hoch | 25 % | Einzelaktien, Branchen-/Schwellenländerfonds | | | | | Sehr hoch | 55 % | Kryptowährungen, hochspekulative Anlagen | | | | | Manuell | frei | eigene Eingabe | | | | Default-Stufe je Typ: PK → sehr niedrig · 3a/Immobilie → niedrig · Sonstiges Vermögen → moderat. Bei Inflation gibt es bewusst nur zwei Stufen (höhere wären Hyperinflations-Annahmen). Quellen der σ-Werte: Anleihen ~6 %, globale Aktien ~15–18 %, Schweizer Immobilien(fonds) ~2 %, Bitcoin ~54 %, Schweizer Inflation SD der letzten 20 J. ~1 %. Belege: BSV/Weltbank sowie Markt-/Volatilitätsstatistiken (recherchiert 2026-07-17). ### 4.12.5 Ergebnis | Kennzahl | Bedeutung | |---|---| | **Ruinwahrscheinlichkeit** | Anteil der Läufe mit `ruinAge !== null` (Vermögen fällt vor Planende unter 0) | | **Erfolgswahrscheinlichkeit** | Anteil der Läufe mit Endvermögen ≥ Zielbetrag (nominal, vorbelegt mit dem geplanten Nachlass) | | **Fächer** | je Alterspunkt (Phasengrenzen) das 10-/50-/90-Perzentil des Vermögens; dazu die deterministische Planungslinie | Der Median liegt typischerweise **unter** der deterministischen Linie – der „Volatilitäts-Drag" (`geometrisch ≈ arithmetisch − σ²/2`) macht sichtbar, dass die glatte Ein-Zahl-Planung schon leicht zu optimistisch ist. Pflichtfelder: ohne die historischen Ø-Werte startet die Simulation nicht. ### 4.12.6 Mehrere Szenarien im Vergleich Der Dialog rechnet auf Wunsch **mehrere Szenarien desselben Plans in einem Lauf**. Drei Entscheide machen den Vergleich überhaupt aussagekräftig. **(1) Eine Parametereingabe je logischem Element.** Die MC-Parameter hängen an der `elementId`, und Element-IDs sind szenario-spezifisch – eine Kopie bekommt neue IDs. Ohne Zuordnung müsste dieselbe Anlage pro Szenario erneut erfasst werden. Das wäre nicht nur mühsam, es würde den Vergleich **zerstören**: Mit 5 % im einen und 6 % im anderen Szenario vergleicht man die Eingaben statt der Szenarien. Die Zuordnung läuft über die Herkunfts-Kette `sourceElementId` – dieselbe Grundlage wie beim Diff ([3.2.6](#326-abweichungs-markierung-diff)). `resolveRootElementId` folgt ihr bis zum Ursprung; alle Elemente mit derselben Wurzel bilden eine **Gruppe** und teilen einen Parametersatz. Deshalb lädt der Dialog beim Öffnen **alle** Szenarien des Plans, nicht nur die ausgewählten: Nur so löst sich die Kette auch über ein übersprungenes Zwischen-Szenario auf (Basis → S1 → S2 bei Auswahl von Basis und S2). Ein Element, das es nur in einem Szenario gibt, bildet eine eigene Gruppe und wird im Dialog entsprechend gekennzeichnet. **(2) Gemeinsamer Seed.** Alle Szenarien eines Laufs verwenden denselben Zufalls-Seed (*Common Random Numbers*). Ohne das wären kleine Unterschiede blosses Rauschen: Bei 1'000 Läufen beträgt der Standardfehler der Erfolgswahrscheinlichkeit rund 1.5 Prozentpunkte – zwei identische Szenarien könnten 87 % und 90 % zeigen. Mit gemeinsamem Seed teilen **strukturgleiche** Szenarien exakt dieselben Marktpfade, und die Unterschiede sind rein strukturell. Einschränkung: Die Pfade sind nur dort identisch, wo die Struktur es ist – abweichende Laufzeit oder Elementzahl verschiebt die Ziehungsreihenfolge. **(3) Zielbetrag je Szenario.** Der Zielbetrag ist bewusst **nicht** gemeinsam, sondern je Szenario mit dessen geplantem Endvermögen vorbelegt (einzeln editierbar). Damit misst die Erfolgswahrscheinlichkeit, wie oft ein Szenario **sein eigenes Versprechen** hält. > **Warum das der entscheidende Punkt ist:** In der Simulation wird die *geplante* Rendite > vollständig durch die gewürfelte ersetzt. Unterscheiden sich zwei Szenarien **nur** in der > geplanten Rendite (5 % vs. 6 %), sind ihre simulierten Verteilungen **identisch** – gleicher > Median, gleicher Fächer, gleiche Ruinwahrscheinlichkeit. Der einzige Unterschied ist der > Zielbetrag. Mit einem gemeinsamen Zielbetrag zeigte der Vergleich zwei identische Zeilen; mit > szenario-eigenem Zielbetrag zeigt er die eigentliche Aussage: Das pessimistisch geplante > Szenario erreicht sein tieferes Ziel häufiger und ist damit das belastbarere. Durch einen Test > abgedeckt (Kap. 8.2). Folge für die Darstellung: Die **Ruinwahrscheinlichkeit** ist zielbetrags-unabhängig und damit die direkt vergleichbare Kennzahl; die Erfolgswahrscheinlichkeit bezieht sich je Zeile auf eine andere Messlatte. Deshalb steht der Zielbetrag als **eigene Spalte** in der Vergleichstabelle. **Darstellung:** eine Vergleichstabelle (Szenario, Ziel, Erfolg, Ruin, P10/Median/P90) als Hauptinstrument, dazu ein Chart mit der **Median-Linie je Szenario**. Übereinandergelegte 10–90 %-Bänder wären unlesbar; der vollständige Fächer inklusive deterministischer Linie erscheint deshalb nur, wenn **genau ein** Szenario ausgewählt ist – dann verhält sich der Dialog exakt wie zuvor. **Laufzeit:** Die Szenarien laufen sequenziell, der Fortschritt weist Szenario und Gesamtanteil aus. Die Schätzung skaliert mit der Anzahl Szenarien. Referenz: `src/lib/montecarlo.ts` (`resolveRootElementId`, `buildElementGroups`, `paramsForScenario`, `runMonteCarloMulti`), `src/components/MonteCarloDialog.tsx`. ### 4.12.7 Zwei Welten, vier Fälle Die Simulation läuft **immer zweimal** – einmal um die **historischen** Renditen, einmal um die **geplanten** Werte des Plans. Aus jeder der beiden Verteilungen werden **zwei Schwellen** abgelesen: der **Plan-Endbetrag** (read-only, der geplante Nachlass des Szenarios) und der **Zielbetrag** (manuell, einer für alle Szenarien). Das ergibt vier Zahlen: | | Schwelle **Plan-Endbetrag** | Schwelle **Zielbetrag** | |---|---|---| | Welt **historisch** (Eingabe) | **Fall 1** – Realismus der Planung | **Fall 3** – Ziel, wenn der Markt wie früher läuft | | Welt **geplant** (aus dem Plan) | **Fall 2** – Nullpunkt für das Urteil | **Fall 4** – Ziel, wenn der Markt wie geplant läuft | Das baut auf der **Trennung der zwei Renditezahlen** aus [4.12.3](#4123-zwei-renditezahlen--und-warum) auf. Die **Streuung ist in beiden Welten dieselbe**; nur der Mittelpunkt unterscheidet sie. In der geplanten Welt kommt der Mittelpunkt je Element aus `plannedReturnOf` (erste Phase, bei Immobilien die Wertsteigerung) und die Inflation aus `plan.inflationRateDefault`. **Warum zwei Läufe und nicht vier.** Eine Wahrscheinlichkeit P(Endvermögen ≥ X) hängt nur von der Verteilung und von X ab. Wird das gesamte Endvermögen eines Laufs sortiert aufbewahrt (`finalWealthSorted`), lässt sich jede Schwelle nachträglich per Binärsuche ablesen (`probabilityAtLeast`). Zwei Läufe genügen also für vier Zahlen – halbe Rechenzeit, und vor allem: **Fall 1 und Fall 3 stammen aus derselben Verteilung.** Liegt der Zielbetrag unter dem Plan-Endbetrag, ist Fall 3 damit **zwingend ≥ Fall 1**. Der Widerspruch, der die alte Darstellung unlesbar machte («Planung 69 %, Ziel 3 Mio nur 41 %» – zwei verschiedene Welten gegeneinander gestellt), ist strukturell nicht mehr möglich. Ein Test sichert das ab. **Der Nullpunkt ist Fall 2, nicht 50 %.** Naiv erwartet man, dass der eigene Plan-Endbetrag in der eigenen geplanten Welt in ~50 % der Fälle erreicht wird. Das ist falsch: Der Volatilitäts-Drag drückt den Median unter den deterministischen Pfad, und zwar umso stärker, je höher die Streuung (gemessen: 37 % bei σ = 15 %, 27 % bei σ = 25 %; siehe [9.26](#926-fall-2-ist-der-nullpunkt--nicht-50-)). Fall 2 misst genau diesen Nullpunkt und wird deshalb als **Referenz** ausgewiesen, gegen die Fall 1 verglichen wird – beides derselbe Schwellwert, nur andere Renditeannahme. **Urteil** (Toleranzband ± 5 Prozentpunkte): | Fall 1 vs. Fall 2 | Urteil | |---|---| | mehr als 5 pp höher | Planung **zurückhaltend** gerechnet | | innerhalb ± 5 pp | Planung **realistisch** gerechnet | | mehr als 5 pp tiefer | Planung tendenziell **zu optimistisch** | **Darstellung** (bei einem einzelnen Szenario): - **Prominent:** Fall 1 als grosse Prozentzahl mit dem Urteil. - **Untergeordnet:** Fall 3 und 4 als Satzpaar, dessen Wortwahl automatisch dreht, je nachdem welche Welt besser dasteht («Wenn der Markt so ‹schlecht› läuft, wie du es in deiner Planung vorgibst, … bei X %. Läuft er so ‹gut› wie in der Vergangenheit, … bei Y %.»). - **Kleingedruckt:** Fall 2 als Referenz plus der Median je Welt. Die Tabelle zeigt je Szenario `Fall 1 (Fall 2)` und `Fall 3 (Fall 4)`. **Ruin**, **Bandbreite** und **Fächer** stammen immer aus der historischen Welt, weil das das ehrliche Risikobild ist. **Eingaben:** Da beide Welten immer laufen, sind die historischen Mittelwerte **und** der Zielbetrag stets Pflichtfelder. Der frühere Drei-Wege-Umschalter entfällt. **Technik:** kein Eingriff in den Rechenkern. Beide Durchgänge laufen mit **demselben Seed** (Common Random Numbers), damit der Unterschied zwischen den Welten nicht Rauschen ist. Referenz: `src/lib/montecarlo.ts` (`finalWealthSorted`, `probabilityAtLeast`, `plannedReturnOf`), `src/components/MonteCarloDialog.tsx`. ## 4.13 Sensitivitätsanalyse (Tornado) Die Monte-Carlo-Simulation würfelt alle Unsicherheiten gleichzeitig und beantwortet „wie wahrscheinlich geht mein Plan auf?". Die Sensitivitätsanalyse (Roadmap Nr. 20, `sensitivity.ts`) beantwortet die komplementäre Frage: **„Welche meiner Annahmen entscheidet überhaupt über das Ergebnis?"** ### 4.13.1 Verfahren **One-at-a-time (OAT):** ``` base = Zielgrösse(Plan) für jeden ausgewählten Treiber d: lowResult = Zielgrösse(applyDriver(Plan, d, d.low)) highResult = Zielgrösse(applyDriver(Plan, d, d.high)) swing = |highResult − lowResult| sortiere absteigend nach swing → Trichterform, längster Balken zuoberst ``` Alle übrigen Parameter bleiben dabei auf dem Planwert. Das sind 2 Aufrufe je Treiber – bei sieben Treibern 14 `computePlan`-Aufrufe, also Millisekunden. Wie die Monte-Carlo-Simulation läuft alles **im Browser**; `applyDriver` ist rein und lässt den Ausgangsplan unberührt. **Zielgrösse** ist das Endvermögen der letzten Phase, wahlweise **real** (Default, kaufkraftbereinigt) oder nominal. Das Ruinalter wäre als Balkengrösse untauglich, weil es in vielen Plänen `null` ist. ### 4.13.2 Die Treiber und ihre Einheiten Die Einheit ist je Treiber verschieden und lässt sich nicht vereinheitlichen, ohne fachlich falsch zu werden: | Treiber | Einheit | Wirkung | |---|---|---| | Ausgaben | **relativ %** | skaliert `amount` aller `EXPENSE`-Elemente | | Rendite (PK, 3a, Sonstiges Vermögen) | **Δ Prozentpunkte** | verschiebt `expectedReturn` | | Lebensdauer | **Δ Jahre** | verlängert/verkürzt die **letzte** Phase (min. 1 Jahr) | | Inflation | **absolut %** | setzt `inflationRateDefault` | | Einkommen | **relativ %** | skaliert `amount` aller `INCOME`-Elemente | | Lohnentwicklung | **Δ Prozentpunkte** | verschiebt `teuerungsausgleich` der `INCOME`-Elemente | | Wertsteigerung der Immobilie | **Δ Prozentpunkte** | verschiebt `valueGrowth` | | Pensionsalter Person A / B | **Δ Jahre** | verschiebt die Phasengrenze der Pensionierung ([4.16](#416-pensionsalter-verschieben)) | Die Begründungen im Einzelnen: - **Absolut** nur bei der Inflation – es gibt genau einen plan-weiten Wert. - **Δ Prozentpunkte** bei den Renditen, weil die Elemente je eigene Sätze tragen. Ein absolutes „3 % bis 7 %" würde die PK auf ETF-Rendite plätten. - **Relativ %** bei Einkommen und Ausgaben, weil die Elemente je eigene Beträge tragen. - Immobilien-Wertsteigerung ist ein **eigener** Treiber und nicht Teil von „Rendite", damit sie nicht doppelt zählt. Die Skalierung von Einkommen/Ausgaben greift nur dort, wo `amount` gesetzt ist. Das ist korrekt und beabsichtigt: Ab Phase 2 ist der Wert in der Regel live vererbt ([4.6.1](#461-income--expense)), und die Fortschreibung leitet ihn aus dem skalierten Basiswert ab – die Skalierung wirkt damit automatisch über alle Folgephasen. Ein Treiber erscheint nur, wenn der Plan passende Elemente enthält (`applies`). ### 4.13.3 Bandbreiten sind Pflicht – ohne Default Je Treiber gibt der Benutzer eine tiefe und eine hohe Ausprägung an; **Vorgabewerte gibt es bewusst nicht**. Grund: Die Balkenlänge hängt direkt von diesen Bandbreiten ab. Ein stiller Default würde nicht hinterfragt, und das Ranking wäre dann eine Aussage über unsere Vorgabe statt über den Plan – dieselbe Begründung wie bei den Monte-Carlo-Mittelwerten ([9.15](#915-monte-carlo-misst-risiko-um-die-annahmen-nicht-deren-richtigkeit)). Die Hilfe-Bubble je Treiber nennt stattdessen plausible Grössenordnungen. Entscheidend ist, die Bandbreiten **ähnlich plausibel** zu wählen, nicht ähnlich gross: „±10 % Inflation" (1.5 → 1.65 %) und „±10 % Ausgaben" sind völlig ungleich wahrscheinlich. Zwei weitere Regeln: mindestens **zwei** Treiber (ein Tornado ist eine Rangliste – ein einzelner Balken ordnet nichts), und tiefer und hoher Wert dürfen nicht identisch sein (Spannweite 0). ### 4.13.4 Darstellung Waagrechtes Balkendiagramm, je Balken die Spanne `min…max` der Zielgrösse, senkrechte Referenzlinie beim Basisfall, sortiert nach Spannweite. Darunter eine Tabelle mit der eingegebenen Bandbreite, den beiden Ergebniswerten und der Spannweite. Die **Richtung kann sich umkehren** – tiefe Ausgaben ergeben ein hohes Endvermögen. Der Balken spannt deshalb über `min…max`; welche Eingabe zu welchem Ende gehört, zeigt die Tabelle. Referenz: `src/lib/sensitivity.ts`, `src/components/SensitivityDialog.tsx`. ### 4.13.5 Wirkungslose Treiber werden erklärt Ein Balken mit Spannweite 0 ohne Erklärung ist die schlechteste Antwort – der Benutzer hält ihn für einen Fehler. `computeTornado` hängt deshalb an jeden Nullbalken eine Begründung (`ineffectiveReason`). Der wichtigste Fall ist die **Immobilien-Wertsteigerung bei einem Verkauf**. Der Verkaufserlös ist `Verkaufspreis − Hypothek − Grundstückgewinnsteuer` und hängt damit am erfassten Verkaufspreis, **nicht** am modellierten Verkehrswert. Wird die Immobilie vor Planende verkauft, wird die aufgelaufene Wertsteigerung an dieser Stelle verworfen – der Treiber kann das Endvermögen dann rechnerisch nicht mehr beeinflussen. Erkannt wird das daran, dass in der letzten Phase **alle** `REAL_ESTATE`-Elemente den Status `SOLD` tragen. Andernfalls greift ein allgemeiner Hinweis. Durch Tests abgedeckt: gehalten → Spannweite > 0 ohne Hinweis; verkauft → Spannweite 0 mit Begründung. Verwandt: Der Verkaufspreis-Abgleich im Übergangs-Dialog ([3.5.8](#358-verkaufspreis-und-modellierter-verkehrswert)) setzt an derselben Stelle an, nur früher – er verhindert, dass die Annahmen überhaupt auseinanderlaufen. ## 4.14 Verlaufswerte, Brücken und Rechenwege Dieses Kapitel beschreibt, was `computePlan` über die reinen Ergebniswerte hinaus mitführt – die Grundlage der Detailansichten (Roadmap Nr. 43) und der Transparenz-Offenlegung (Nr. 41). ### 4.14.1 Verlaufswerte je Element `ElementPhaseComputed.yearly` hält einen Punkt **pro Phasenjahr** je Element (Jahr, Alter, Wert; bei Immobilien zusätzlich Verkehrswert und Restschuld). Der Grund ist derselbe wie beim Vermögensverlauf in Version 0.9: Nur Start- und Endwert zu kennen reicht nicht. Eine Anlage mit 5 % über 20 Jahre wächst **konvex** – eine Gerade zwischen den Phasengrenzen wäre sichtbar falsch und würde den Zinseszins optisch unterschlagen. Der Punkt wird am **Jahresende** erfasst, nach Verzinsung und Tilgung, konsistent zum `YearPoint`. ### 4.14.2 Die beiden Wasserfälle Ein Wasserfall zerlegt eine Veränderung in ihre Summanden. Der entscheidende Punkt ist, **welche Posten dazugehören** – und hier liegt eine Falle: > **Sparraten, Amortisationen und Zusatzinvestitionen sind Umbuchungen, keine Verluste.** Eine > 3a-Einzahlung verlässt das Cash und erhöht im selben Zug das 3a-Guthaben; das Vermögen bleibt > unverändert. Eine Amortisation senkt das Cash und die Hypothek – das Eigenkapital steigt sogar. > Als Abgang im Vermögens-Wasserfall gezeichnet würden diese Posten eine Vermögensminderung > vortäuschen, die es nicht gibt. Deshalb gibt es **zwei** Zerlegungen mit unterschiedlichen Fragestellungen: **`WealthBridge` – „Warum hat sich mein Vermögen so entwickelt?"** ``` Vermögen Ende Vorphase + einmaliger Zufluss − einmalige Kosten ⎫ − Steuern am Übergang (Kapitalbezug, Grundstückgewinn) ⎬ Vermögensänderungen − verrentetes PK-Kapital (verlässt die Bilanz) ⎪ AN der Phasengrenze ± Verkaufspreis minus Verkehrswert ⎭ = Vermögen zu Phasenbeginn + Spar-/Verzehrquote (Summe über alle Phasenjahre) ⎫ + Kapitalerträge (PK, 3a, Sonstiges Vermögen) ⎬ INNERHALB der Phase + Wertsteigerung der Liegenschaft ⎪ + PK-Beiträge ⎭ = Vermögen am Phasenende ``` Zwei Posten verdienen eine Erläuterung: - **PK-Beiträge sind ein echter Zugang.** Sie belasten das Cash nicht (im Nettolohn bereits abgezogen), erhöhen aber das Vorsorgekapital – anders als 3a-Beiträge, die aus dem Cash fliessen und deshalb reine Umbuchung sind. - **Verrentetes PK-Kapital verlässt die Bilanz.** Bei der Verrentung wird Kapital in einen Rentenstrom umgewandelt; der Saldo fällt auf 0. Ohne diesen Posten ginge die Brücke am Pensions-Übergang nicht auf. **`CashBridge` – „Wohin ist mein Cash geflossen?"** ``` Cash Ende Vorphase (Phase 1: Cash-Anfangswert) + Kapitalzufluss + einmaliger Zufluss − Sofort-Tilgung/Sonderamortisation − einmalige Kosten − Investitionen am Phasenanfang = Cash zu Phasenbeginn + Spar-/Verzehrquote − Sparraten − Amortisationen/Tilgungen + Bezugsraten = Cash am Phasenende ``` Beide Strukturen führen einen **Restposten** (`residual`) mit: die Differenz zwischen dem gerechneten Endwert und der Summe der Summanden. Er ist die eingebaute Selbstkontrolle – ist die Zerlegung vollständig und richtig, muss er **exakt 0** sein. `src/lib/bridges.test.ts` nagelt das über **sieben Plankonstellationen** fest (Ansparen mit 3a und Schuldentilgung, Pensionierung mit Verrentung und 3a-Bezug, PK-Kapitalbezug, Immobilie gehalten, Immobilie verkauft, einmalige Sonderein-/ausgaben, Sofort-Tilgung mit Sonderamortisation) – je Phase für beide Brücken, zusätzlich der Abgleich der Kontrollpunkte gegen `startWealthNominal` / `endWealthNominal` / `cashStart` / `cashEnd`. Im UI wird ein Restposten über 2 Franken als **Fehlermeldung** ausgewiesen, nicht als beiläufige Rundungsnotiz: Eine Brücke, die nicht aufgeht, ist ein Rechenfehler und kein Darstellungsproblem. ### 4.14.2.1 Darstellung der Wasserfälle Die Wasserfälle werden **nicht mit Recharts** gezeichnet. Ein Wasserfall lebt von drei Dingen, die dort nicht ohne Weiteres zu bekommen sind: - **Verbindungslinien** zwischen den Balken – ohne sie sieht man nicht, dass jeder Balken dort ansetzt, wo der vorherige aufhört, und die Grafik zerfällt in unverbundene Rechtecke. - **Wertbeschriftung** an jedem Schritt, statt Beträge aus der Achse zu schätzen. - **Unterscheidung von Zwischenstand und Veränderung.** Ein Zwischenstand („Vermögen Phasenbeginn") ist ein absoluter Wert ab Null, eine Veränderung („Kapitalerträge") setzt auf dem laufenden Saldo auf. Sehen beide gleich aus, ist die Grafik nicht lesbar. Die Darstellung ist deshalb eine eigene HTML/CSS-Konstruktion und **liegend** statt stehend – die Beschriftungen sind lang und müssten stehend gedreht werden; liegend ist es ausserdem konsistent zum Tornado. Abschnitts-Überschriften trennen „Am Übergang in diese Phase" von „Innerhalb der Phase". Posten mit Wert 0 werden gar nicht erst gezeichnet. Darunter steht aufklappbar eine **Tabelle mit laufendem Zwischenstand**. Bei sieben bis zwölf Schritten mit stark unterschiedlichen Grössenordnungen ist sie der Grafik schlicht überlegen – die Grafik zeigt das Verhältnis, die Tabelle die Zahl. ### 4.14.3 Rechenweg-Protokoll `computePlan(plan, sample?, { explain: true })` legt zu jedem Ergebnis die Herleitung ab: ```ts interface TraceStep { label; formula?; substituted?; result; unit?; note? } interface Trace { title; specAnchor?; steps: TraceStep[] } ``` `formula` ist die abstrakte Regel, `substituted` dieselbe Regel **mit den eingesetzten Zahlen**, `note` benennt eine an dieser Stelle geltende Vereinfachung. **Der Architekturentscheid dahinter ist der wichtigste Teil dieses Kapitels.** Die naheliegende Alternative wäre, die Formeln im UI nachzurechnen und anzuzeigen. Das ergäbe eine **zweite Implementierung jeder Formel** – und damit die Möglichkeit, dass die angezeigte Herleitung still von der tatsächlichen Rechnung abdriftet. Bei einem Tool, dessen Kernversprechen die rechnerische Korrektheit ist, wäre das die gefährlichste Variante überhaupt: Ein Nutzer, der nachrechnet und eine Abweichung findet, verliert mehr Vertrauen, als eine Black Box je gekostet hätte. Deshalb entstehen die Schritte **innerhalb** von `computePlan`, als Nebenprodukt der Rechnung, die ohnehin läuft. Die Erklärung *ist* die Rechnung. Zwei Konsequenzen daraus: - **Standardmässig aus.** Die Monte-Carlo-Simulation ruft `computePlan` zehntausendfach auf und darf von der Protokollierung nichts merken. Ein Test prüft, dass `explain` die Ergebniswerte nicht verschiebt. - **Die Arithmetik wird nicht umgestellt.** Wo für das Protokoll eine Zwischengrösse gebraucht wird (etwa der Renditeanteil eines Jahres), wird sie als **Differenz** abgeleitet statt die Formel umzuformen – `a × (1 + r)` und `a + a × r` sind in Gleitkomma-Arithmetik nicht bitgleich. Die 43 Golden Tests laufen unverändert. **Abdeckung.** Vollständig über alle Ebenen: Element je Phase (Einkommen, Ausgaben, PK, 3a, Immobilie, Sonstiges Vermögen, Schulden, AHV-/PK-Renten), Element je Übergang (Bezugsarten, Verkauf inkl. Grundstückgewinnsteuer, Teilverkauf, Sonderamortisation, Sofort-Tilgung), Phasen-Kennzahlen (Quote, Spar-/Verzehrrate, Cash-Fortschreibung, Vermögen, Phasentyp, Cash-Übergang) und Plan-Ebene (Deflatoren, AHV-Karriere je Person, Ruinalter). **Verweis in die Spezifikation.** Jeder Trace trägt optional einen `specAnchor` auf das zugehörige Kapitel dieses Dokuments; die App springt von dort in die eingebaute SPEZIFIKATION-Ansicht (die Anker erzeugt `rehype-slug`). Ein Test liest `SPEZIFIKATION.md` und prüft, dass **jeder** Verweis eine existierende Überschrift trifft – sonst würden die Links bei einer Umbenennung still ins Leere zeigen. **Wo die Erklärung gerechnet wird.** Nicht auf dem Server: `computePlan` ist rein und läuft im Browser (wie schon bei Monte Carlo und Sensitivitätsanalyse), und der Client hält den `PlanInput` ohnehin. Die Detailansicht rechnet die erklärte Fassung beim Öffnen lokal – kein API-Umbau, keine grössere Antwort, keine Serverlast, und per Konstruktion identisch zum Serverergebnis. Referenz: `src/lib/calculations.ts`, `src/components/DetailView.tsx`. ## 4.15 Live-Simulation (Was-wäre-wenn-Regler) Roadmap Nr. 22. Beantwortet weder «welche Annahme entscheidet» (das ist der Tornado, [4.13](#413-sensitivitätsanalyse-tornado)) noch «wie wahrscheinlich ist das» (das ist Monte-Carlo, [4.12](#412-monte-carlo-simulation)), sondern schlicht: **«Wie sieht mein Plan aus, wenn ich hier drehe?»** – sofort, und ohne für jede Variante eine Szenario-Kopie anzulegen. Eigener Button **«Live-Simulation»** in der Szenario-Leiste, Dialog als Zweispalter: links die Regler, rechts die Grafik, darüber eine Kennzahlenleiste. ### 4.15.1 Keine eigene Rechenlogik Die Regler benutzen **dieselben Transformationen wie der Tornado** (`applyDriver`). Damit kann die Live-Simulation gar nicht etwas anderes zeigen als die Einflussfaktoren-Analyse – beide bewegen den Plan identisch. Es entsteht kein zweiter, potenziell abweichender Rechenweg. Neu hinzu kommt nur `applyElementDriver(plan, elementId, deltaPp)`: dieselbe Verschiebung, aber auf **ein einzelnes** Element statt auf eine ganze Kategorie (bei Immobilien auf `valueGrowth` statt `expectedReturn`). Element-IDs sind innerhalb eines Szenarios eindeutig; die Herkunfts-Verkettung `sourceElementId` aus der Monte-Carlo-Simulation braucht es hier **nicht**, weil die Live-Simulation immer nur auf **einem** Szenario läuft. ### 4.15.2 Sammelregler und Aufschlüsselung Standardmässig gibt es **einen** Rendite-Regler für alle Anlagen – das hält das Panel ruhig und entspricht dem Tornado. Ein Klick auf **«Renditen einzeln aufschlüsseln»** ersetzt ihn durch je einen Regler pro renditetragendem Element (PK, 3a, Sonstiges Vermögen, Immobilie). Erst dann lässt sich die eigentliche Spielfrage stellen: *Was, wenn mein ETF schlechter läuft, die PK aber wie geplant?* Der Sammelregler wird beim Aufklappen **entfernt**, nicht bloss ergänzt – sonst würde eine Bewegung doppelt zählen. Aus demselben Grund werden die Rendite-Regler beim Umschalten zurückgesetzt. Ein Test sichert ab, dass beide Ansichten denselben Plan beschreiben: Alle Elemente einzeln um +1 pp zu heben ergibt exakt dasselbe Endvermögen wie der Sammelregler auf +1 pp. **Bewusst nicht aufschlüsselbar sind Ausgaben und Einkommen.** «Alle Ausgaben ±20 %» ist die Frage, die man tatsächlich stellt; Ausgaben-Elemente sind typischerweise viele kleine Posten, deren Einzelregler das Panel fluten würden, ohne eine bessere Frage zu ermöglichen. **Das Pensionsalter ist seit 0.26 als Regler dabei** (je Person einer, sofern überhaupt Spielraum besteht). Sein Bereich ist **plan-abhängig**: Er endet dort, wo eine angrenzende Lebensphase unter ein Jahr fiele – ein Regler, der stumm an seiner Grenze klebt, wäre schlechter als keiner. Der Treiber **Lebensdauer** bleibt daneben bestehen; er beantwortet die andere Frage (wie lange muss es reichen, statt wann höre ich auf). ### 4.15.3 Referenz und Kennzahlen Eine wandernde Linie ohne Anker ist wertlos – «ist 2.9 Mio jetzt viel oder wenig?». Deshalb: - Der **unveränderte Plan** wird im Vermögensverlauf als blasse Referenzlinie mitgezeichnet. - Darüber steht eine **Kennzahlenleiste** mit Endvermögen nominal und real, jeweils mit der Differenz zum Plan (`3'660'683 → 2'880'100, −780'583`). - Eine dritte Karte meldet, ob das **Kapital reicht** oder in welchem Alter es aufgebraucht ist. Das ist die wichtigste Einzelinformation und einer Verlaufslinie nicht zuverlässig anzusehen: Ein Plan kann optisch plausibel aussehen und trotzdem zwischendurch unter null fallen. Die Grafik zeigt **wann** sich etwas ändert, die Leiste **wie viel**. Rechts stehen drei Grafiken zur Wahl: **Vermögensverlauf** (mit Referenzlinie), **Vermögensaufteilung** je Phase und **Einkommen vs. Ausgaben**. Die beiden letzteren zeigen nur den simulierten Stand – ein zweiter gestapelter Balkensatz wäre nicht mehr lesbar; darauf weist der Dialog hin. ### 4.15.4 Laufzeit: synchron, ohne Debounce Gemessen an einem Plan über 60 Jahre mit 10 Elementen braucht `computePlan` rund **0.2 ms**. Bei 60 fps stehen 16 ms je Bild zur Verfügung – die Rechnung kostet also etwa **1 %** des Budgets. Deshalb wird bei **jeder** Reglerbewegung synchron neu gerechnet: kein Debounce, kein Web Worker, keine Ladeanzeige. Der Engpass ist das Neuzeichnen der Grafik, nicht die Mathematik. ### 4.15.5 Nichts wird gespeichert Die Live-Simulation **schreibt nicht** – keine API, keine Datenbank, kein Schreibpfad. Genau das ist der Punkt der Roadmap-Anforderung («ohne für jede Variante eine Szenario-Kopie anzulegen»). Ein **«Als neues Szenario speichern»** ist bewusst **noch nicht** umgesetzt: Reglerwerte in echte Element- und Phasenwerte zurückzuschreiben hiesse viele einzelne Schreibvorgänge und einen neuen Schreibpfad – eine eigene Ausbaustufe. Als Behelf zeigt der Dialog die **aktive Einstellung** als lesbare Zeile («Rendite −1.5 pp · Ausgaben +10 % · Lebensdauer +5 J.»), die sich von Hand in ein echtes Szenario übertragen lässt. Referenz: `src/lib/livesim.ts`, `src/lib/sensitivity.ts` (`applyElementDriver`, `tunableElements`), `src/components/LiveSimDialog.tsx`, `src/components/AllocationChart.tsx`. ## 4.16 Pensionsalter verschieben > Modul `src/lib/retirement.ts`. Rein: Es entscheidet nur, **was** geschehen soll; das > Schreiben übernimmt der Aufrufer (Panel: API-Aufrufe; Tornado/Live-Simulation: reine > Plan-Kopie). ### 4.16.1 Die tragende Invariante `maxPhaseDuration(persons, yearsBefore)` kappt jede Phasendauer beim nächsten Pensionierungsereignis. Daraus folgt: **Jede Pensionierung liegt auf einer Phasengrenze.** Genau das macht die Anpassung überhaupt erst möglich – «Pensionsalter ändern» ist gleichbedeutend mit «diese eine Grenze verschieben». `retirementBoundaries(plan)` liefert je Person: | Feld | Bedeutung | |---|---| | `planYear` | Planjahr der Pensionierung (`retirementAge − age`) | | `phaseIndex` | Index der Phase **vor** der Grenze | | `minDelta` / `maxDelta` | Spielraum, ohne dass eine Nachbarphase unter 1 Jahr fällt | | `mergeDeltaDown` / `mergeDeltaUp` | genau der Wert, bei dem eine Phase entfällt | | `blocked` | Erklärtext, wenn gar keine Anpassung möglich ist (siehe 3.12.2) | ### 4.16.2 `shiftRetirement(plan, role, delta)` ``` Phase[i].dauer += delta // vor der Grenze Phase[i+1].dauer −= delta // nach der Grenze person.retirementAge += delta ``` Fällt eine der beiden auf 0, wird sie entfernt und die `sequenceNumber` lückenlos neu vergeben. Die Übergangsdaten der entfallenden Phase werden nach der Regel aus 3.12.3 in den Vorgänger gezogen (`mergeTransition`, `mergeCashTransition`). Ausserhalb des erlaubten Bereichs liefert die Funktion `null` – sie klemmt nicht still. ### 4.16.3 Als Treiber und Regler `applyDriver(plan, "retirementA" | "retirementB", jahre)` benutzt dieselbe Funktion. Zwei bewusste Abweichungen gegenüber der Bedienung: * Der Bereich endet bei `minDelta`/`maxDelta`, **ohne** Zusammenlegung. Eine Zusammenlegung verändert den Plan inhaltlich (zwei Übergänge werden einer) – dafür ist eine Was-wäre-wenn-Betrachtung der falsche Ort. * Eine zu weite Eingabe wird auf das Mögliche **gekürzt** statt verworfen: Eine Bandbreite von ±5 Jahren soll auch dann etwas zeigen, wenn nur ±2 möglich sind. Bleibt gar kein Spielraum, erklärt `ineffectiveReason` den Nullbalken. Der Hebel ist doppelt – länger Einkommen **und** kürzer Verzehr – und deshalb meist einer der grössten im Tornado. ### 4.16.4 Punkt B: Einkommen endet mit der Pensionierung Bis 0.25 lief ein Erwerbseinkommen stillschweigend in die Pensionsphase weiter (der Basiswert wird ja fortgeschrieben). Bei fixem Pensionsalter fiel das kaum auf; sobald sich die Grenze verschieben lässt, ist es ein handfester Fehler – «drei Jahre früher aufhören» hätte sonst gar keine Wirkung gehabt. ``` Kategorie INCOME, Element ist EINER PERSON zugeordnet, Person in dieser Phase pensioniert, kein ausdrücklicher Betrag erfasst → Basiswert = 0 ``` Drei bewusste Einschränkungen: * **Nur personenzugeordnete Einkommen.** «Gemeinsam» (Mieterträge, Ausschüttungen) hängt nicht an der Erwerbstätigkeit einer Person und läuft weiter. * **Ein ausdrücklich erfasster Betrag gewinnt.** Sonst liesse sich ein Teilzeitpensum oder eine Überbrückungsrente nach der Pensionierung nicht abbilden. * Das Element zeigt in dieser Phase den Hinweis, dass es wegen der Pensionierung auf 0 steht. ### 4.16.5 Vererbte Wiederkehr-Parameter (Punkt A) Der `Carry` führt neu eine Tabelle `rates` mit den zuletzt verwendeten Werten. Ist ein Feld in einer Phase nicht gesetzt, gilt der Wert aus der Vorphase; der verwendete Wert wird wieder abgelegt, sodass die Kette über beliebig viele Phasen trägt. Betroffen sind `teuerungsausgleich`, `expectedReturn`, `annualContribution`, `annualWithdrawal`, `amortization`, `valueGrowth`, `interestRate` und `annualRepayment`. ### 4.16.6 Fehlerbehebung: fortgeschriebener Basiswert und effektive Werte Der Basiswert der Folgephase (`carry.flowBasis`) wurde beim **Element-Setup** berechnet, also **vor** der Jahresschleife. Ein effektiver Wert setzt den Basiswert aber erst **in** der Jahresschleife neu (`rebaseFlow`). Folge: Ein für 2031 erfasster Lohn wirkte bis zum Ende seiner Phase – und fiel an der Phasengrenze stillschweigend auf den geplanten Wert zurück. Die Fortschreibung passiert neu **nach** der Jahresschleife, gemeinsam mit den Endwerten. Zwei Regressionstests in `actuals.test.ts` halten den Fall fest. --- # 5. Technische Spezifikation ## 5.1 Technologie-Stack | Bereich | Technologie | Version | |---|---|---| | Framework | Next.js (App Router) | 16.2.10 | | UI | React | 19.2.4 | | Sprache | TypeScript | ^5 | | Styling | Tailwind CSS | ^4 (via `@tailwindcss/postcss`) | | Icons | lucide-react | ^1.24.0 | | Charts | recharts | ^3.9.2 | | ORM | Prisma | ^7.8.0 (Client-Output nach `src/generated/prisma`) | | Datenbank | PostgreSQL | 16-alpine | | DB-Treiber | `pg` + `@prisma/adapter-pg` | ^8.22.0 / ^7.8.0 | | Validierung | Zod | ^4.4.3 | | Auth | jose (JWT) + bcryptjs | ^6.2.3 / ^3.0.3 | | Tests | Vitest | ^4.1.10 | | Build | Docker (multi-stage), `output: "standalone"` | | > **Hinweis für Entwickler:** Gemäss `AGENTS.md` weicht diese Next.js-Version von verbreiteten > Konventionen ab. Vor Änderungen ist der relevante Guide unter `node_modules/next/dist/docs/` > zu konsultieren. ## 5.2 Verzeichnisstruktur ``` FPT/ ├── prisma/ │ ├── schema.prisma Datenmodell │ └── migrations/ 17 Migrationen (chronologisch, siehe 5.4.6) ├── src/ │ ├── app/ │ │ ├── api/ Route Handlers (siehe Kapitel 6) │ │ ├── login/page.tsx Login-/Registrierseite │ │ ├── page.tsx Einstiegsseite (lädt /api/auth/me → AppShell) │ │ ├── layout.tsx Root-Layout, Theme-Init-Script, Metadata │ │ └── globals.css Tailwind + semantische Farb-Tokens (3 Themes) │ ├── components/ 23 React-Komponenten (alle "use client") │ ├── generated/prisma/ Generierter Prisma-Client (nicht editieren) │ ├── lib/ Domänenlogik (siehe 5.3) │ └── middleware.ts Zugriffsschutz (Edge-Runtime) ├── Info Dateien/ Fachdokumente, Roadmap (historisch) ├── docker-compose.yml, Dockerfile, docker-entrypoint.sh └── .gitea/workflows/deploy.yaml CI/CD ``` ## 5.3 Schichtenmodell und `src/lib` Ein bewusster Entkopplungs-Entscheid (`src/lib/types.ts` Zeilen 1–4): Die Berechnungslogik arbeitet auf **eigenen Domänentypen**, nicht auf den generierten Prisma-Typen. Dadurch ist `computePlan` ohne Datenbank testbar. ``` Prisma-Modelle (DB) │ toPlanInput() ← queries.ts: parst + validiert die JSON-Felder ▼ PlanInput (types.ts) ← reine Domänentypen │ computePlan() ← calculations.ts: pure function ▼ PlanComputed ← an den Client geliefert ``` | Datei | Verantwortung | |---|---| | `calculations.ts` | Berechnungskern. Keine I/O. | | `csv.ts` | CSV-Export der vollständigen Matrix (vier Blöcke, Kap. 3.6.5). Rein. | | `elements.ts` | Kategorien, Labels, Reihenfolge, JSON-Payload-Typen, Zod-Schemas, `num()` | | `types.ts` | Domänentypen für API und Berechnung | | `constants.ts` | Schweizer Systemparameter | | `montecarlo.ts` | Monte-Carlo-Simulation (Sampler + Treiber), Szenario-Vergleich und Element-Gruppierung über die Herkunfts-Kette. Keine I/O, läuft im Browser. | | `sensitivity.ts` | Sensitivitätsanalyse / Tornado: Treiber-Katalog, Parameter-Transformationen, `computeTornado`; zusätzlich `applyElementDriver` / `tunableElements` für die einzeln regelbaren Element-Renditen. Rein, läuft im Browser. | | `actuals.ts` | Effektive Werte: Zuordnung auf die Szenario-Elemente über die Herkunfts-Kette, Einspielen in den Rechenkern, Bestand/Fluss. Rein. | | `report.ts` | Berichtsmodell: Kennzahlen, Annahmen, Vergleich, Plan/Ist -- rein, ohne PDF-Kenntnisse (Kap. 3.11). | | `report-pdf.ts` | Zeichnet das Berichtsmodell mit pdfkit. Nur serverseitig. | | `decisions.ts` | Offene Übergangs-Entscheide -- von Matrix UND Bericht benutzt, damit beide dieselbe Zahl nennen. | | `analyses.ts` | Gespeicherte Analysen: Typen, generische Ergebnis-Form, Speicher-Helfer (Kap. 3.10). | | `dataview.ts` | Bündelt Plan-Sicht und Ist-Sicht für Matrix, Grafiken und Analysewerkzeuge. Rein. | | `ratefields.ts` | Ratenfelder je Kategorie, Reichweite der Übernahme über Lebensphasen, Aufbau der Schreibvorgänge (Kap. 3.6.11). Rein. | | `versioning.ts` | Versionierung: Nummerierung A.B, Zusammenfassung je Sitzung, Bauplan des Wiederherstellens, Auswirkung auf Kind-Szenarien. Rein, ohne I/O. | | `versioning-db.ts` | Datenbank-Anbindung der Versionierung: Snapshot festhalten, Hauptversion, Wiederherstellen. Führt den Bauplan aus `versioning.ts` nur aus. | | `livesim.ts` | Live-Simulation: Reglerkatalog mit Standardbereichen, Anwenden mehrerer Regler, Kennzahlen (Kap. 4.15). Rein, läuft im Browser. | | `distribution.ts` | Kapitaltopf und Quoten-Zerlegung, Anwenden von Entwurfswerten für die Verteil-Werkzeuge (Kap. 3.6.9/3.6.10). Rein. | | `retirement.ts` | Pensionsalter verschieben: Spielraum je Person, Verschiebung der Phasengrenze, Zusammenlegung zweier Übergänge (Kap. 4.16). Rein, ohne I/O. | | `transitions.ts` | Reine Übergangs-Regeln (Vorbelegung, «beantwortet?», Cash-Zusammenfassung). Liegt hier und nicht in einer Komponente, weil auch der Server sie braucht -- ein Import aus `src/components` bricht erst in der Produktion. | | `phaseplan.ts` | Ableitung der Lebensabschnitte (Erwerb/Misch/Pension) aus den fixen Pensionierungszeitpunkten für den Assistenten (Kap. 3.2.8). Rein. | | `constants.ts` (erweitert) | zusätzlich `SYSTEM_PARAMETERS`: dieselben Werte maschinenlesbar mit Bedeutung, Herleitung, Quelle und Stand – Grundlage der Systemparameter-Ansicht | | `diff.ts` | Abweichungs-Erkennung eines Szenarios gegen sein Eltern-Szenario (Kap. 3.2.6) | | `queries.ts` | Prisma-Includes, `toPlanInput()`, Ownership-Abfragen | | `db.ts` | Prisma-Singleton (Global-Cache im Dev, verhindert Connection-Leak bei HMR) | | `auth.ts` | JWT erzeugen/prüfen (Edge-kompatibel via `jose`) | | `session.ts` | `getCurrentUserId()` aus dem Cookie (Node-Runtime) | | `users.ts` | Registrierung, Credential-Prüfung, Passwortwechsel (bcrypt). **Nie aus der Middleware importieren** – Edge-Runtime hat keinen DB-Zugriff. | | `format.ts` | `formatChf` / `parseChfInput` | | `theme.ts` | Theme-Verwaltung (localStorage + `data-theme`) | | `api-client.ts` | Typisierter `fetch`-Wrapper mit einheitlicher Fehlerextraktion | ## 5.4 Datenmodell ### 5.4.1 Tabellen **User** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `username` | String | **unique** | | `passwordHash` | String | bcrypt, Cost 12 | | `createdAt` | DateTime | `now()` | **Person** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `scenarioId` | String | FK → Scenario, **Cascade** | | `role` | `PersonRole` | `PERSON_A` \| `PERSON_B` | | `name` | String? | optional | | `age` | Int | aktuelles Alter | | `retirementAge` | Int | **szenario-eigenes** Pensionsalter | | | | `@@unique([scenarioId, role])` | **Plan** (Behälter – trägt keine Finanzdaten) | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `userId` | String | FK → User, **Cascade** | | `name` | String | | | `createdAt` / `updatedAt` | DateTime | | **Scenario** (die berechenbare Einheit) | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `planId` | String | FK → Plan, **Cascade** | | `name` | String | | | `isBase` | Boolean | Default false; genau eines je Plan ist `true` | | `parentScenarioId` | String? | FK → Scenario (Self-Relation „ScenarioTree"), **SetNull** – Baum **und** Vergleichsbasis | | `householdType` | `HouseholdType` | `SINGLE` \| `COUPLE` | | `inflationRateDefault` | Float | szenario-weite Inflation in % | | `initialCash` | Float | Default 0 | | `startYear` | Int? | Kalenderjahr des Planbeginns – **nur Darstellung** (siehe 3.2.7) | | `createdAt` / `updatedAt` | DateTime | | **Phase** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `scenarioId` | String | FK → Scenario, **Cascade** | | `sequenceNumber` | Int | 1-basiert, lückenlos | | `name` | String | | | `durationYears` | Int | 1–80 | | `cashTransition` | Json? | Cash-Entscheid beim Übergang **nach** dieser Phase (siehe 5.4.5) | | `sourcePhaseId` | String? | Gegenstück in der Vorlage (**lose** Referenz, kein FK) – Diff-Grundlage | | `createdAt` / `updatedAt` | DateTime | | | | | `@@unique([scenarioId, sequenceNumber])` | `cashTransition` liegt an der Phase und nicht in `ElementTransitionValue`, weil Cash kein `FinancialElement` ist und damit keine `elementId` besitzt. Die Verschlüsselung folgt derselben Logik wie dort: Der Übergang gehört der **Von**-Phase. **FinancialElement** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `scenarioId` | String | FK → Scenario, **Cascade** | | `category` | `ElementCategory` | 8 Werte | | `name` | String | | | `ownerRole` | `OwnerRole?` | `PERSON_A` \| `PERSON_B` \| `HOUSEHOLD` | | `orderIndex` | Int | Default 0 | | `sourceElementId` | String? | Gegenstück in der Vorlage (**lose** Referenz, kein FK) – Diff-Grundlage | | `createdAt` | DateTime | | Die Herkunfts-Verweise sind bewusst **lose** (kein Fremdschlüssel): Wird das Gegenstück in der Vorlage gelöscht, soll die Kopie bestehen bleiben und im Diff einfach als „neu" gelten – ein Cascade wäre hier falsch. **ElementPhaseValue** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `elementId` | String | FK → FinancialElement, **Cascade** | | `phaseId` | String | FK → Phase, **Cascade** | | `data` | Json | Payload gemäss `PhaseData` | | | | `@@unique([elementId, phaseId])` | **ElementTransitionValue** | Feld | Typ | Constraints | |---|---|---| | `id` | String | PK, `cuid()` | | `elementId` | String | FK → FinancialElement, **Cascade** | | `fromPhaseId` | String | FK → Phase, **Cascade** | | `data` | Json | Payload gemäss `TransitionData` | | | | `@@unique([elementId, fromPhaseId])` | ### 5.4.2 Warum JSON? Die kategoriespezifischen Felder liegen als JSON, weil sich sonst pro Kategorie eine eigene Tabelle (oder eine breite Sparse-Tabelle) ergäbe. Die Typisierung und Validierung findet in der **Applikationsschicht** statt (`src/lib/elements.ts`): `PhaseData` / `TransitionData` als TypeScript-Interfaces, `phaseDataSchema` / `transitionDataSchema` als Zod-Schemas an der API-Grenze. Die Interfaces sind bewusst **tolerant** getippt (alle Felder optional): die Berechnung liest defensiv über `num(value, fallback)`, das UI zeigt kontextabhängig nur die relevanten Felder. Referenz: `prisma/schema.prisma` Zeilen 4–6, `src/lib/elements.ts` Zeilen 48–51. ### 5.4.3 JSON-Payload `PhaseData` | Feld | Kategorien | Zod-Regel | |---|---|---| | `amount` | INCOME, EXPENSE | ≥ 0 | | `teuerungsausgleich` | INCOME, EXPENSE | −20 bis 50 | | `gapYears` | AHV | Integer ≥ 0 | | `ahvContribution` | AHV | ≥ 0 – Beitrag als Nichterwerbstätige(r) bis zum Referenzalter ([4.4.7](#447-referenzalter-die-rente-beginnt-mit-65-nicht-mit-der-pensionierung)) | | `avgIncomeBefore` | AHV – nur wenn bei Planbeginn **bereits pensioniert** | ≥ 0, **real** | | `gapYearsBefore` | AHV – dito | Integer 0–50 | | `currentValue` | PENSION_FUND, PILLAR_3A | ≥ 0 | | `startValue` | OTHER_ASSET, OTHER_DEBT | ≥ 0 | | `expectedReturn` | PK, 3a, OTHER_ASSET | −50 bis 100 | | `annualContribution` | PK, 3a, OTHER_ASSET | ≥ 0 | | `selfEmployed3a` | PILLAR_3A – «grosse Säule 3a» (Selbstständige ohne PK) → höhere Obergrenze | Boolean | | `annualWithdrawal` | OTHER_ASSET | ≥ 0 | | `additionalInvestment` | PK, 3a, OTHER_ASSET (ab Phase 2) | ≥ 0 | | `purchasePrice` | REAL_ESTATE | ≥ 0 | | `mortgage` | REAL_ESTATE | ≥ 0 | | `amortization` | REAL_ESTATE | ≥ 0 | | `interestRate` | REAL_ESTATE – Hypothekarzins %/Jahr | 0–20 | | `interestHandling` | REAL_ESTATE – Doppelzählungs-Schalter | `INCLUDED` (Default) \| `ADD` | | `valueGrowth` | REAL_ESTATE – Wertsteigerung %/Jahr auf die Liegenschaft | −20 bis 20 | | `annualRepayment` | OTHER_DEBT | ≥ 0 | **Vererbbare Felder (Punkt A, Kap. 3.12.4):** `teuerungsausgleich`, `expectedReturn`, `annualContribution`, `annualWithdrawal`, `amortization`, `valueGrowth`, `interestRate` und `annualRepayment` sind ab Phase 2 in der Regel **nicht gesetzt** – die Berechnung übernimmt dann den Wert der Vorphase. Alle übrigen Felder bedeuten «nicht gesetzt = 0» wie bisher. ### 5.4.4 JSON-Payload `TransitionData` | Feld | Kategorien | Zod-Regel | |---|---|---| | `reviewed` | AHV (Pensions-Übergang) – Beitragskarriere geprüft | Boolean | | `avgIncomeBefore` | AHV (Pensions-Übergang) | ≥ 0, **real** | | `gapYearsBefore` | AHV (Pensions-Übergang) | Integer 0–50 | | `withdrawalMode` | PK, 3a (normal) | `NONE` \| `AMOUNT` | | `withdrawal` | PK, 3a (normal) | ≥ 0, **brutto** | | `payoutMode` | PK (Pensionierung) | `CAPITAL` \| `PENSION` \| `COMBI` | | `capitalAmount` | PK (COMBI) | ≥ 0 | | `conversionRate` | PK | 0–20 | | `capitalTaxRate` | PK + 3a, **sowohl Vorbezug als auch Pensionierung** | 0–100 | | `decision` | REAL_ESTATE, OTHER_ASSET | `HOLD` \| `SELL` \| `PARTIAL` | | `salePrice` | REAL_ESTATE | ≥ 0 | | `partialSaleAmount` | OTHER_ASSET (Teilverkauf) | ≥ 0 | | `extraAmortization` | REAL_ESTATE (Sonderamortisation) | ≥ 0 | | `saleTaxRate` | REAL_ESTATE | 0–100 | | `immediateRepayment` | OTHER_DEBT | ≥ 0 | | `capitalUseAmortizationPct` | PENSION_FUND (Kapitalbezug), PILLAR_3A – Anteil des bezogenen Kapitals in die Amortisation | 0–100 | | `capitalUseInvestPct` | dito – Anteil in eine Anlage | 0–100 | | `capitalUseTargetElementId` | Ziel der Anlage-Quote; ohne Angabe das erste aktive Sonstige Vermögen | ≤ 60 Zeichen | ### 5.4.5 JSON-Payload `CashTransitionData` Liegt in `Phase.cashTransition`. Validierung über `cashTransitionSchema`. | Feld | Bedeutung | Zod-Regel | |---|---|---| | `mode` | Entscheid | `NONE` \| `INFLOW` \| `OUTFLOW` \| `BOTH` | | `inflowLabel` | Bezeichnung des Zuflusses (z. B. „Erbschaft") | ≤ 120 Zeichen | | `inflowAmount` | Betrag **nominal** | ≥ 0 | | `inflowTaxRate` | Steuer auf den Zufluss, Default 0 % | 0–100 | | `outflowLabel` | Bezeichnung der Kosten (z. B. „Poolbau") | ≤ 120 Zeichen | | `outflowAmount` | Betrag **real** (heutige Kaufkraft) | ≥ 0 | Pro Übergang ist **genau ein** Zufluss und **eine** Kostenposition möglich – siehe [9.7](#97-nur-ein-zufluss-und-eine-kostenposition-pro-übergang). Alle Schemas verwenden `.strip()` – **unbekannte Felder werden verworfen**, nicht abgelehnt. Beim Lesen aus der DB gilt zusätzlich: schlägt `safeParse` fehl, wird `{}` zurückgegeben (`parsePhaseData` / `parseTransitionData`) – korrupte Daten führen also nie zu einem Absturz, sondern zu leeren Werten. ### 5.4.6 Migrationshistorie | Migration | Inhalt | |---|---| | `20260708171600_init` | Initiales Schema | | `20260709010000_add_transition_automation` | Übergangs-Automatik | | `20260709120000_rework_realestate` | Immobilien-Überarbeitung | | `20260711090000_multi_user` | User-Entität, Ownership | | `20260713100000_element_model_rework` | Elemente auf Plan-Ebene, Phase-/Transition-Werte als JSON | | `20260713150000_profile_to_plan_v3` | Grundprofil von Household auf Plan verschoben | | `20260714120000_person_name` | `Person.name` | | `20260715120000_plan_initial_cash` | `Plan.initialCash` | | `20260716210000_drop_phase_inflation_rate` | `Phase.inflationRate` entfernt (Inflation ist plan-weit) | | `20260716230000_phase_cash_transition` | `Phase.cashTransition` (JSONB) für einmalige Sonderein-/ausgaben | | `20260718090000_plan_scenario_hierarchy` | **V6**: `Plan` → `Scenario` (IDs erhalten), neuer Behälter `Plan`, `planId` → `scenarioId`, Herkunfts-Verweise | | `20260718140000_scenario_start_year` | `Scenario.startYear` (Kalenderjahr des Planbeginns), bestehende auf das laufende Jahr gesetzt | | `20260719210000_scenario_versioning` | Tabelle `ScenarioVersion` (Snapshot als JSONB, A.B eindeutig je Szenario) und `Scenario.currentMajor` | | `20260720090000_actuals` | Tabelle `ActualsSet` (effektive Werte je Plan, Werte als JSONB, Cash separat) | | `20260720140000_plan_level_profile` | **V7**: Haushaltsform, Personen (Name/Alter) und Startjahr vom Szenario auf den Plan; neue Tabelle `PlanPerson`; `Person` behält nur das Pensionsalter. Datenübernahme aus dem Basisszenario. | | `20260721090000_reports` | Tabelle `Report`: gewählte Parameter, eingefrorenes Modell und die PDF-Datei als `BYTEA` | | `20260724120000_version_zero_start` | `Scenario.currentMajor` startet bei **0** statt 1 – die Versionierung beginnt bei 0.1 (Kap. 3.8). Nur der Default; bestehende Zeilen bleiben | | `20260720160000_saved_analyses` | Tabelle `SavedAnalysis` (Eingaben + Ergebnis als JSONB, denormalisierte Kerndaten) | **Zur V6-Migration:** Sie benennt die bisherige `Plan`-Tabelle in `Scenario` um – dadurch bleiben alle IDs und damit sämtliche Kind-Fremdschlüssel gültig. Für jedes bisherige Wurzel-Element entsteht ein neuer Behälter (`'plan_' || id`, deterministisch ableitbar, daher ohne Hilfstabelle); der bisherige Plan-Name wandert dorthin, das Szenario heisst „Basisszenario". Bestehende Szenarien werden per rekursivem CTE demselben Behälter zugeordnet – auch mehrfach verschachtelte. Ein Sicherheitsnetz fängt verwaiste Szenarien ab und macht sie eigenständig. Die Migration wurde **vor dem Deploy gegen echtes PostgreSQL verifiziert** (PGlite, in-process): alle Vorgänger-Migrationen einspielen, realistische Daten inkl. verschachtelter Szenarien anlegen, migrieren, Ergebnis und Cascade prüfen. ## 5.5 Frontend-Architektur ### 5.5.1 Datenfluss ``` page.tsx (Client) └─ GET /api/auth/me → username └─ AppShell ├─ GET /api/plans → Planliste (Sidebar, Kacheln) ├─ GET /api/plans/ → { plan: PlanInput, computed: PlanComputed } │ └─ PlanView (Matrix, Dialoge) → onChanged() → silent reload │ └─ Dashboard (Kennzahlen, 3 Grafiken, Vergleich, Export) └─ Dialoge: PlanDialog, ScenarioDialog ``` Es gibt **keinen State-Management-Layer** (kein Redux/Zustand/React Query). Der Zustand lebt in `AppShell` (Planliste, ausgewählter Plan, Detail) und lokal in den Dialogen. Nach jeder Mutation wird der Plan neu geladen; die Berechnung kommt immer vom Server. ### 5.5.2 Komponenten | Komponente | Zeilen | Rolle | |---|---|---| | `AppShell` | 433 | Layout, Sidebar, Planliste, Laden, Plan-/Szenario-Dialoge | | `PlanView` | 1304 | Matrix, Spaltenaufbau, Kontextbildung, alle Zell-Dialoge | | `ElementDetail` | 548 | Feldgruppen je Kategorie/Kontext, Speicherlogik, Übergangs-Defaults | | `Dashboard` | 187 | Kennzahlkarten, 3 Grafiken, Planvergleich, CSV-Link | | `FormField` | 275 | `NumberField`, `MoneyInput`/`MoneyField`, `TextField`, `SelectField` | | `ProfileMenu` | 166 | Benutzer, Theme-Wahl, Passwortwechsel, Logout | | `Timeline` | 108 | Zeitachse mit Pensions- und Ruin-Markern | | `WealthChart` | 106 | Vermögensverlauf, mehrere Serien | | `PlanProfileFields` | 101 | Wiederverwendete Grundprofil-Felder | | `PhaseDetail` | 95 | Phase bearbeiten/löschen | | `SparquoteChart` | 64 | Einkommen/Ausgaben pro Jahr mit Spar-/Verzehrbändern | | `MonteCarloDialog` | ~600 | Monte-Carlo-Dialog: Erklärung, Szenario-Auswahl, Eingaben, Lauf, Vergleichstabelle + Fächer | | `VersionHistoryDialog` | ~290 | Änderungshistorie: Liste, Hauptversion festlegen, Anzeigen, Wiederherstellen mit Warnung ([3.8](#38-versionierung-und-änderungshistorie)) | | `VersionMatrix` | ~110 | Nur-Lese-Matrix eines festgehaltenen Standes | | `PlanViews` | ~350 | Plan-Dashboard, Szenario-Liste, Analysen-Kacheln + gespeicherte Liste (Kap. 3.10) | | `SavedAnalysisView` | ~180 | Nur-Lese-Ansicht einer gespeicherten Analyse | | `SaveAnalysisButton` | ~90 | Speichern-Knopf mit Namensvorschlag | | `VersionPicker` | ~140 | Wahl der Berechnungsgrundlage in den vier Analysewerkzeugen | | `LiveSimDialog` | ~330 | Live-Simulation: Regler links, Grafikwahl rechts, Kennzahlenleiste mit Differenz zum Plan ([4.15](#415-live-simulation-was-wäre-wenn-regler)) | | `AllocationChart` | ~80 | Gestapelte Vermögensaufteilung je Phase; aus dem Dashboard herausgelöst, damit die Live-Simulation sie mitbenutzen kann | | `SensitivityDialog` | ~330 | Einflussfaktoren: Erklärung, Treiber-Auswahl mit Bandbreiten, Tornado + Tabelle | | `DetailView` | ~470 | Detailansichten Element/Phase, Wasserfall-Darstellung, Rechenweg-Blöcke, plan-weite Rechenwege | | `SystemParametersView` | ~90 | Systemparameter mit Wert, Bedeutung, Herleitung, Quelle und Stand | | `SpecView` | 65 | Rendert `SPEZIFIKATION.md` (via `/api/spec`) als lesbares Dokument, inkl. Sprungmarken aus den Rechenwegen | | `InfoBubble` | 28 | Hilfe-Tooltip | | `ui` | ~370 | UI-Primitiven: Button, Modal, InspectorShell, Confirm, Toast, Skeleton, EmptyState ([3.7.6](#376-sprache-und-ui-primitiven)/[3.7.7](#377-inspector-panel-statt-modals)) | | `Assistant` · `AssistantStepDialog` · `AssistantSteps` | ~1200 | Der FPT-Assistent: Fortschrittskachel, Erklärseiten und die Werkzeuge der sieben Schritte ([3.14](#314-der-fpt-assistent)) | | `Tour` | ~140 | Interaktive Kurz-Tour über die Planansicht ([3.7.8](#378-tour-und-nächste-schritte)) | | `CommandPalette` | ~130 | Befehls-Palette Ctrl/Cmd+K ([3.7.9](#379-befehls-palette-und-sparklines)) | | `DistributionDialogs` | ~460 | Verteil-Werkzeuge für Kapital und Spar-/Verzehrquote ([3.6.10](#3610-verteil-werkzeuge)) | | `Sparkline` | ~45 | Mini-Verlaufskurve je Element-Zeile ([3.7.9](#379-befehls-palette-und-sparklines)) | ### 5.5.3 Wiederverwendungsmuster `ElementPhaseFields` und `ElementTransitionFields` sind aus `ElementDetail` **exportiert** und werden an drei Stellen wiederverwendet: im Zell-Dialog, im Erstell-Dialog („Werte (erste Lebensphase)") und im geführten Übergangs-Review. Dadurch gibt es genau eine Definition der Felder je Kategorie. Der `CellContext` ist die einheitliche Kontext-Schnittstelle dieser Feldgruppen; er wird in `PlanView` durch `buildPhaseContext` / `buildTransitionContext` aus der Berechnung befüllt. ### 5.5.4 React-Detail: der `key` auf Dialogen Zell-Dialoge tragen einen `key` aus `elementId` + `phaseId`. Grund (Kommentar Zeilen 479–480): Beim Wechsel von Zelle zu Zelle wird ein Neuaufbau erzwungen, damit der lokale Formularzustand nicht vom vorher geöffneten Element übrig bleibt. ## 5.6 Sicherheit | Aspekt | Umsetzung | |---|---| | Passwortspeicherung | bcrypt, Cost 12 | | Session | JWT HS256, 30 Tage, HttpOnly-Cookie, `sameSite=lax`, `secure` in Produktion | | Secret | `SESSION_SECRET` aus der Umgebung; Fehlen wirft beim ersten Zugriff | | Autorisierung | Middleware (grob) + Ownership-Query je Route (fein) | | Information Disclosure | Fremde/nicht existierende Ressourcen → einheitlich 404; Login-Fehler unspezifisch | | Eingabevalidierung | Zod an jeder API-Grenze; `.strip()` gegen Mass-Assignment | | SQL-Injection | Prisma (parametrisiert) | | XSS | React-Escaping; einziges `dangerouslySetInnerHTML` ist das statische Theme-Init-Script | | CSRF | Kein Token. Schutz beruht allein auf `sameSite=lax` – siehe 9.4 | ## 5.7 Konfiguration | Variable | Zweck | |---|---| | `DATABASE_URL` | Postgres-Connection-String | | `SESSION_SECRET` | JWT-Signaturschlüssel (z. B. `openssl rand -hex 32`) | | `POSTGRES_PASSWORD` | Nur für docker-compose: Passwort des `db`-Containers | | `NODE_ENV` | Steuert u. a. das `secure`-Flag des Cookies und den Prisma-Global-Cache | Es gibt **kein** konfiguriertes Login-Passwort: Konten werden über die Registrierung angelegt. --- # 6. API-Referenz Alle Routen liefern JSON. Fehlerformat einheitlich: `{ "error": "" }` (bei Zod-Fehlern in `POST /api/plans`: `{ "error": }`). Alle Routen ausser `login`/`register` erfordern ein gültiges Session-Cookie. ## 6.1 Authentifizierung | Methode | Pfad | Body | Antwort | |---|---|---|---| | POST | `/api/auth/register` | `{ username, password }` | 201 `{ ok, username }` + Cookie · 400 Validierung · 409 Name vergeben | | POST | `/api/auth/login` | `{ username, password }` | 200 `{ ok, username }` + Cookie · 400 · 401 | | POST | `/api/auth/logout` | – | 200 `{ ok }`, Cookie gelöscht | | GET | `/api/auth/me` | – | 200 `{ user: { id, username, createdAt } }` · 401 · 404 | | POST | `/api/auth/change-password` | `{ currentPassword, newPassword }` | 200 `{ ok }` · 400 · 401 | ## 6.2 Pläne ### `GET /api/plans` Liste der eigenen Pläne, sortiert nach `createdAt` aufsteigend. ```json { "plans": [ { "id", "name", "parentPlanId", "branchFromPhaseId", "createdAt", "phases": [ { "id", "name", "sequenceNumber" } ] } ] } ``` ### `POST /api/plans` ```json { "name": "Basisplan", "householdType": "COUPLE", "inflationRateDefault": 1.5, "persons": [ { "role": "PERSON_A", "name": "Anna", "age": 40, "retirementAge": 65 }, { "role": "PERSON_B", "name": null, "age": 38, "retirementAge": 64 } ] } ``` Validierung: `name` 1–120; `inflationRateDefault` −20…50; `persons` 1–2 Einträge; `age` 0–120; `retirementAge` 30–100; `name` je Person ≤ 60. Zusätzlich Konsistenzregel SINGLE=1 / COUPLE=2 Personen. Legt Plan **und Basisszenario** an. → 201 `{ plan: { id }, scenario: { id } }` `GET /api/plans` liefert die Pläne inkl. Szenario-Kopfdaten: ```json { "plans": [ { "id", "name", "createdAt", "scenarios": [ { "id", "planId", "name", "isBase", "parentScenarioId" } ] } ] } ``` ### `PATCH /api/plans/` `{ name }` – der Plan trägt nur noch den Namen. → 200 `{ plan: { id, name } }` ### `DELETE /api/plans/` → 200 `{ ok: true }`, Cascade über alle Szenarien (inkl. Versionen und Ist-Sätzen). ### `GET /api/plans//actuals` Alle erfassten Ist-Sätze, neueste zuerst ([3.9](#39-effektive-werte-plan-ist-vergleich)): ```json { "sets": [ { "id", "recordedOn": "2026-08-18", "year": 2026, "comment", "cash", "values": { "": { "value", "mortgage" } }, "author", "createdAt" } ] } ``` ### `POST /api/plans//actuals` `{ recordedOn: "JJJJ-MM-TT", comment?, cash?, values }` – `year` wird aus dem Datum abgeleitet. → 201 `{ set: { id, year } }` ### `DELETE /api/plans//actuals/` → 200 `{ ok: true }`. Ein Ist-Satz ist eine Beobachtung – es gibt weder Versionierung noch Wiederherstellung. ### `GET /api/plans//dashboard` Gebündelte Kennzahlen fürs Plan-Dashboard und die Szenario-Liste ([3.10](#310-navigation-auf-plan-ebene-und-gespeicherte-analysen)): Haushaltsdaten, Zähler (Szenarien/Ist-Sätze/Analysen), Basisszenario-Kennzahlen inkl. Ist-Abweichung, und je Szenario Version/Elementzahl/Endvermögen/Ruinalter. ### `GET/POST /api/plans//analyses` Gespeicherte Analysen – GET listet die Kopfdaten (ohne die grossen JSON-Felder), POST legt eine Momentaufnahme an (`{ name, type, metric, source, scenarioName?, versionLabel?, inputs, result }`). ### `GET/DELETE /api/plans//analyses/` GET liefert die vollständige Analyse inkl. der eingefrorenen Zahlen (Eingaben + Ergebnis), DELETE entfernt sie. Read-only – es wird nichts neu gerechnet. ## 6.3 Szenarien ### `GET /api/scenarios/` Liefert Eingabe, Berechnung **und die Vergleichsbasis** in einem Zug: ```json { "plan": , "computed": , "base": , "meta": { "id", "planId", "planName", "name", "isBase", "parentScenarioId" } } ``` `base` ist das Eltern-Szenario (null beim Basisszenario) – daraus rechnet der Client den Diff. Dies ist der einzige Endpunkt, der die Berechnung ausführt (neben `export`). → 404 wenn fremd. ### `POST /api/scenarios//retirement` Verschiebt das Pensionsalter einer Person und damit die zugehörige Phasengrenze ([3.12](#312-pensionsalter-anpassen)): ```json { "role": "PERSON_A", "delta": -4, "confirmMerge": false } ``` Bewusst kein `PATCH` auf `retirementAge`: Die Änderung betrifft immer **zwei** Phasendauern gleichzeitig und kann eine Phase entfallen lassen. → 200 `{ ok, removedPhaseId, retirementAge }` · → 400 mit Erklärtext, wenn gesperrt oder ausserhalb des Spielraums · → **409** `{ needsMergeConfirmation: true, removedPhaseId, removedPhaseName, mergedIntoPhaseId }`, wenn dabei eine Lebensphase entfiele und `confirmMerge` nicht gesetzt ist. Der Client fragt vorher selbst (er kennt den Plan), der 409 ist die serverseitige Absicherung. ### `PATCH /api/scenarios/` Akzeptiert eine **Union** von zwei Formen: 1. Vollständiges Profil: `{ householdType, inflationRateDefault, persons[], name? }` – ersetzt die Personen in einer Transaktion. 2. Teilaktualisierung: `{ name?, initialCash? }` – `initialCash` 0…1'000'000'000, gerundet. → 200 `{ scenario: { id, name } }` ### `DELETE /api/scenarios/` → 200 `{ ok: true }` · 400 wenn es das **Basisszenario** ist. ### `POST /api/scenarios//copy` `{ name }` – vollständige Kopie; setzt `parentScenarioId` sowie die Herkunfts-Verweise. → 201 `{ scenarioId: "" }` ### `GET /api/scenarios//export` → `text/csv; charset=utf-8`, `Content-Disposition: attachment`. Liefert immer den **aktuellen** Stand, auch wenn im Client eine ältere Version betrachtet wird ([3.8.4](#384-analyse-auf-einer-bestimmten-version)). ### `GET /api/scenarios//versions` Änderungshistorie, neueste zuerst – **ohne** die Snapshots (je zig Kilobyte). ```json { "currentMajor": 2, "versions": [ { "id", "major", "minor", "comment", "isMajor", "createdAt", "updatedAt", "author" } ] } ``` ### `POST /api/scenarios//versions` `{ comment }` (Pflicht, ≥ 3 Zeichen) – legt den aktuellen Stand als **Hauptversion** fest und setzt `Scenario.currentMajor`. → 201 `{ version: { major, minor } }` · 400 ohne Kommentar. ### `GET /api/scenarios//versions/` Ein einzelner Stand samt Berechnung und der Vorwarnung für das Wiederherstellen: ```json { "version": { "id", "major", "minor", "comment", "isMajor", "createdAt" }, "plan": , "computed": , "impact": { "lostElementIds": [], "lostPhaseIds": [], "affectedChildren": [] } } ``` `impact` benennt die Kind-Szenarien, die durch ein Wiederherstellen ihre Diff-Basis verlören. ### `POST /api/scenarios//versions/` Setzt das Szenario auf diesen Stand zurück – **IDs bleiben erhalten**, und der wiederhergestellte Stand wird selbst als neue Version festgehalten («Wiederhergestellt aus A.B»). → 200 `{ version: { major, minor } }` ## 6.4 Phasen ### `POST /api/scenarios//phases` Body optional: `{ name?, durationYears? }`. Hängt eine Phase am Ende an, kappt die Dauer, vergibt Default-Name, legt vorbelegte `ElementPhaseValue` für alle aktiven Elemente an (alles in einer Transaktion). → 201 `{ phase: { id } }` ### `PUT /api/phases/` `{ name?, durationYears? }` – `durationYears` 1–80, wird gekappt. → 200 `{ phase: { id } }` ### `DELETE /api/phases/` Nur die letzte Phase. → 200 `{ ok }` · 400 „Nur die letzte Phase kann gelöscht werden." ### `PUT /api/phases//cash-transition` Body = `CashTransitionData` (siehe 5.4.5). Speichert den Cash-Entscheid für den Übergang **nach** dieser Phase (einmalige Sonderein-/ausgaben). Schreibt die Spalte `Phase.cashTransition`. → 200 `{ ok }` · 404 wenn die Phase nicht dem Benutzer gehört. ## 6.5 Elemente ### `POST /api/scenarios//elements` `{ category, name, ownerRole? }` → 201 `{ element: { id } }` - `PERSON_ONLY_CATEGORIES` ohne Person → 400 - fehlendes `ownerRole` sonst → `HOUSEHOLD` - `orderIndex` = Max + 1 ### `PATCH /api/elements/` `{ name }` (1–120). → 200 `{ ok }` ### `DELETE /api/elements/` → 200 `{ ok }`, Cascade auf alle Phasen-/Übergangswerte. ### `PUT /api/elements//phase/` Body = `PhaseData`. **Upsert** auf `@@unique([elementId, phaseId])`. Prüft zusätzlich, dass die Phase zum selben Plan gehört wie das Element. → 200 `{ ok }` ### `PUT /api/elements//transition/` Body = `TransitionData`. **Upsert** auf `@@unique([elementId, fromPhaseId])`. → 200 `{ ok }` --- # 7. Betrieb und Deployment ## 7.1 Container **Dockerfile** – vierstufiger Multi-Stage-Build auf `node:20-alpine`: 1. `base` – Arbeitsverzeichnis `/app` 2. `deps` – `npm ci` (mit `prisma/` für den `postinstall`-Hook `prisma generate`) 3. `builder` – `npx prisma generate` + `npm run build` 4. `runner` – nur Laufzeit-Artefakte; `ENTRYPOINT ./docker-entrypoint.sh`, `CMD npm start`, Port 3000 **`docker-entrypoint.sh`** führt vor dem Start `npx prisma migrate deploy` aus – Migrationen laufen also automatisch bei jedem Container-Start. ## 7.2 docker-compose Zwei Services: - **`app`** – hängt an zwei Netzwerken: `agent-net` (extern, Traefik) und `internal` (DB). - **`db`** – `postgres:16-alpine`, nur im `internal`-Netz, persistiert auf Volume `fpt_db_data`. Die Datenbank ist von aussen **nicht** erreichbar. **Traefik-Labels:** ``` traefik.enable=true traefik.docker.network=agent-net ← kritisch, siehe unten traefik.http.routers.fpt.rule=Host(`fpt.aicds.ch`) traefik.http.routers.fpt.entrypoints=websecure traefik.http.routers.fpt.tls.certresolver=myresolver traefik.http.services.fpt.loadbalancer.server.port=3000 ``` Zwei projektspezifische Fallstricke sind im Code dokumentiert bzw. durch die Konventionen gesetzt: 1. **`traefik.docker.network=agent-net` ist zwingend.** Der Container hängt an zwei Netzwerken; ohne diese Angabe wählt Traefik zufällig eines – landet es im internen DB-Netzwerk, ist das Backend unerreichbar (Timeout). (Kommentar in `docker-compose.yml`.) 2. **Der Router-Name muss projektspezifisch sein** (hier `fpt`, nicht `app`), sonst kollidiert er mit anderen Projekten auf derselben VM. ## 7.3 CI/CD `.gitea/workflows/deploy.yaml`: **Push auf `main` = automatisches Live-Deployment** (bewusst kein Review-Gate). Ablauf: 1. Checkout 2. `.env` aus den Gitea-Secrets `SESSION_SECRET` und `POSTGRES_PASSWORD` schreiben 3. Code nach `/opt/aicds/apps/FPT/` kopieren 4. `docker compose down` → `docker compose up -d --build` → `docker image prune -f` Zielumgebung: Hetzner CX23, Traefik als Reverse Proxy, Domain `fpt.aicds.ch`, Gitea unter `git.aicds.ch`. --- # 8. Qualitätssicherung ## 8.1 Teststrategie Getestet wird ausschliesslich der Berechnungskern – bewusst, da dort die Fachlogik und das Regressionsrisiko liegen. Ausgeführt mit Vitest in der Node-Umgebung (`vitest.config.ts`, Include `src/**/*.test.ts`). Es gibt **keine** Komponenten-, API- oder E2E-Tests. | Datei | Tests | Schwerpunkt | |---|---|---| | `calculations.test.ts` | 53 | AHV-Rentenformel, Immobilie, Teilverkauf, Sonderamortisation, AHV einkommensabhängig, AHV-Referenzalter (Beitrag vor 65, Rente ab 65), Einkommen endet mit der Pensionierung, Vererbung der Wiederkehr-Parameter, „V5 Golden Tests" | | `sensitivity.test.ts` | 20 | Treiber-Transformationen (Reinheit, Einheiten, Kappung), Verfügbarkeit, Tornado-Sortierung und -Richtung, Erklärung wirkungsloser Treiber, Pensionsalter als Treiber | | `explain.test.ts` | 12 | Verlaufswerte je Element, Vollständigkeit beider Wasserfall-Zerlegungen, Rechenweg-Protokoll, Gültigkeit der Spezifikations-Verweise | | `montecarlo.test.ts` | 18 | Determinismus, Volatilität/Vol-Drag, Böden, Reproduzierbarkeit; Element-Gruppierung, Szenario-Vergleich, Inflation je Szenario, plannedReturnOf; Schwellen-Ablesung (probabilityAtLeast), Monotonie über Schwellen, Fall 2 systematisch unter 50 % | | `distribution.test.ts` | 8 | Kapitaltopf und Quoten-Zerlegung gegen die Cash-Brücke; Entwurfswerte anwenden ohne Verlust bestehender Felder | | `actuals.test.ts` | 27 | Zuordnung über Kopie-Ketten, Sprung im Ist-Jahr, Weiterrechnen ab dem Ist-Wert, geschlossene Brücken, Fluss-Rückrechnung, Wirkung über die Phasengrenze hinaus | | `dataview.test.ts` | 7 | beide Sichten in einem Zug, Rückfall ohne Ist-Werte, Abweichungsmessung | | `ratefields.test.ts` | 17 | Erkennung geänderter Raten, Reichweite (diese/folgende/alle), Erhalt der übrigen Werte in den Zielphasen | | `versioning.test.ts` | 23 | Nummerierung und Zusammenfassung je Sitzung, unveränderte Stände, Benutzertrennung, Bauplan des Wiederherstellens, Auswirkung auf Kind-Szenarien | | `versioning-coverage.test.ts` | 3 | statischer Wächter: jeder schreibende Endpunkt löst eine Version aus | | `report.test.ts` | 9 | Zusammenfassung, Basis-Angabe zu JEDER Kennzahl, Szenario-Deckelung, Plan/Ist-Block, Haftungsausschluss, gültige PDF-Datei | | `livesim.test.ts` | 15 | Element-Regler bewegt genau ein Element; Aufschlüsselung deckt sich mit dem Sammelregler; neutrale Stellung verändert den Plan nicht; Ruinmeldung | | `phaseplan.test.ts` | 14 | Ableitung der Lebensabschnitte aus den Pensionierungszeitpunkten (Einzel/Paar/bereits pensioniert); letzter Teil immer offen | | `bridges.test.ts` | 21 | Vermögens- und Cash-Brücke gehen über acht Plankonstellationen ohne Restgrösse auf; Umbuchungen bleiben aus der Vermögensbrücke heraus; Kapitalverwendung nach Quote (Punkt C) inkl. Herkunft je Quelle und `acceptsCapital` | | `retirement.test.ts` | 16 | Spielraum und Sperren je Person, Verschiebung ohne Änderung der Gesamtdauer, Wegfall einer Phase, Zusammenführung der Übergangs-Entscheide | | `server-boundary.test.ts` | 1 | statischer Wächter: kein Modul unter `src/lib` importiert aus `src/components` | | `diff.test.ts` | 9 | Abweichungs-Erkennung gegen das Eltern-Szenario | | `migrations.test.ts` | 3 | spielt alle Migrationen gegen echtes PostgreSQL (PGlite) ein; prüft zusätzlich die V7-**Datenübernahme** (Basisszenario gewinnt, Pensionsalter bleiben szenario-eigen) | | `rate-limit.test.ts` | 6 | Fixed-Window: erlaubt bis Limit, blockt danach, startet nach Fensterablauf neu, trennt je Schlüssel; Client-IP aus X-Forwarded-For / X-Real-IP | | `csv.test.ts` | 7 | BOM, alle vier Blöcke, jedes Element als Zeile, Beginn-/Ende-/Übergangsspalten, Entscheid im Klartext, ein Eintrag je Planjahr, Maskierung von `;` und `"` | | **Total** | **336** | | ## 8.2 Testfälle | Test | Prüft | |---|---| | **Amtliche Tabelle 318.117.1** | `ahvMonthlyFullPension` reproduziert 11 Stützstellen der amtlichen Rentenskala exakt (Mindestrente, Formel 1, Wendepunkt 45'360 → 1'915, Formel 2, Maximalrente) | | **Kappung / Stetigkeit** | unter 15'120 → 1'260, über 90'720 → 2'520; kein Sprung am Wendepunkt | | **AHV volle Karriere** | mdJE 100'000 → Maximalrente 32'760 | | **AHV abgestuft / Mindestrente** | mdJE 60'000 → Formel 2; mdJE 10'000 → 1'260 × 13 | | **AHV Vorgeschichte dominiert** | 39 Jahre à 40'000 + 5 Jahre à 200'000 → mdJE 58'182 | | **AHV Ausfalljahre** | 4 Ausfalljahre → `32'760 × 40/44`; Ausfalljahre im Plan senken nur die Skala, nicht das mdJE | | **AHV ohne Prüfung** | ohne erfassten Wert gilt der geplante Durchschnitt (nicht 0) | | **AHV bereits pensioniert** | Karriere aus der Phasenzelle der ersten Phase | | **AHV Plafonierung** | zwei Maximalrenten im Paar-Plan → gekappt auf `32'760 × 1.5` | | **AHV Netto → Brutto** | mdJE = `70'000 × 1.12`, nicht 70'000 | | **Immobilie: Hebel** | 1 Mio / 900k Hypothek / 1 % / 10 J. → Endwert 304'622; deutlich mehr als eine Wertsteigerung auf das Eigenkapital ergäbe | | **Immobilie: ohne Wertsteigerung** | Verhalten unverändert (1 Mio − 800k = 200'000) | | **Immobilie: Zins-Schalter** | `INCLUDED` → kein Cash-Abzug; `ADD` → 10 × 1 % von 900'000 = 90'000 | | **Immobilie: Zins sinkt** | Jahr 1: 10'000, Jahr 10: 9'100; schlägt auf die Quote durch | | **Immobilie: Verkauf** | Grundstückgewinnsteuer auf `Verkaufspreis − Kaufpreis`, nicht auf den Verkehrswert | | **Teilverkauf (42)** | Betrag ins Cash (→ `capitalInflow`), Rest bleibt aktiv; am Endwert gekappt; Halten/Vollverkauf unverändert | | **Sonderamortisation (15)** | Einmaltilgung senkt Restschuld, belastet Cash (→ `capitalInvest`), am Restsaldo gekappt | | **MC: Determinismus** | Streuung 0 reproduziert exakt das deterministische Ergebnis (Bänder kollabieren) | | **MC: Volatilität / Vol-Drag** | σ > 0 spreizt p10 0 ohne Hinweis | | **Brücken: Restgrösse** | `residual === 0` je Phase für Vermögens- **und** Cash-Brücke über sieben Plankonstellationen (Ansparen, Verrentung, Kapitalbezug, Immobilie gehalten/verkauft, Einmalposten, Sofort-Tilgung mit Sonderamortisation) | | **Brücken: Kontrollpunkte** | `startWealth`/`endWealth`/`cashStart`/`cashEnd` der Brücken stimmen mit den offiziellen Phasen-Kennzahlen überein | | **Brücken: Umbuchungen** | Sparraten und Amortisationen erscheinen nur in der Cash-Brücke; die Vermögensänderung erklärt sich exakt aus Quote + Erträgen + Wertsteigerung + PK-Beiträgen | | **Brücken: Verrentung/Verkauf** | verrentetes PK-Kapital erscheint als Vermögensabgang am Übergang; Verkaufsdifferenz und Grundstückgewinnsteuer nur beim Verkauf, nicht beim Halten | | **Verlauf: ein Punkt je Jahr** | je aktivem Element genau `durationYears` Punkte pro Phase | | **Verlauf: Konvexität** | 200'000 @ 5 % + 10'000 Sparbeitrag: Jahr 1 = 220'000, und die **Jahreszuwächse wachsen** – eine Gerade zwischen den Phasengrenzen hätte konstante Zuwächse | | **Verlauf: Immobilie** | Verkehrswert, Restschuld und Eigenkapital werden getrennt geführt; Eigenkapital = Verkehrswert − Restschuld | | **Brücke: Vermögen geht auf** | Restposten ≤ 5 CHF über einen Plan mit allen Element-Arten und Übergangs-Entscheiden | | **Brücke: Cash geht auf** | dito; Start- und Endwert stimmen mit `cashStart`/`cashEnd` überein | | **Brücke: Umbuchung** | 5 × 12'000 Sparbeitrag: Cash −60'000, Vermögen **unverändert** – die Sparrate erscheint nur im Cash-Wasserfall | | **Brücke: PK-Beiträge** | 4 × 10'000 PK-Beitrag: Vermögen +40'000, Cash unbelastet | | **Brücke: Übergangsposten** | Verrentung, Kapitalbezugssteuer und Einmalposten erscheinen in der Brücke der **Folge**phase | | **explain: Standardmässig aus** | ohne Option keine Traces; mit Option identische Ergebniswerte (Endvermögen, Cash, Ruinalter) | | **explain: Abdeckung** | Traces auf Element-, Übergangs-, Phasen- und Plan-Ebene vorhanden | | **explain: eingesetzte Zahlen** | jeder Schritt trägt die Formel **und** die substituierte Fassung; das Resultat stimmt mit dem Ergebniswert überein | | **explain: Spec-Verweise** | jeder `specAnchor` trifft eine existierende Überschrift in `SPEZIFIKATION.md` (gegen die echte Datei geprüft) | | **Vermögen je Jahr** | 100k @ 10 % über 3 J. → 110k/121k/133.1k je Jahrespunkt; Endjahr = Phasen-Endvermögen | | **Vermögen real** | 100k bei 10 % Inflation → real 90'909 | | Test 1 – Ansparen | Einkommen +2 % nominal, Ausgaben real flach: Endvermögen 761'654 nominal / 565'928 real (±1 %), kein negatives Cash | | Test 2 – Verzehr/Ruin | Rente nominal fix 60k, Ausgaben real 100k, Vermögen 900k @3 %: `ruinAge === 94` | | Test 3 – Cash-Ausgleich | Sparrate 6'364: `cashEnd === 5472`, nie negativ | | Test 4 – Liquiditätslücke | Sparrate 10'000: `cashEnd === -5436`, `cashNegative === true` | | Ausgaben real → nominal | Jahr 1 nominal = real; Jahr 5 = `100'000 × 1.02^4` | | Einkommen flach | Lohnerhöhung 0 % → `incomeStart === incomeEnd === 80'000` | | Bezugsrate | 3 × 10'000 Entnahme → `cashEnd === 30'000`, Asset-Endwert 0, `plannedWithdrawRate === 10'000` | | Kapitalzufluss/-investition | Verkauf in P1, Reinvestition in P2: `capitalInflow === 10'000`, `capitalInvest === 10'000`, `cashStart === 0`, `startWealthNominal === 10'000` (kein Doppelzählen) | | Cash-Anfangswert | `initialCash` 50'000 fliesst in Phase 1 ein | | **Tilgung stoppt** | Schuld 25'000, Tilgung 10'000/J., 5 Jahre: Gesamtabfluss 25'000 (nicht 50'000), `cashEnd === 75'000`, Restschuld 0 | | **Amortisation stoppt** | Hypothek 15'000, Amortisation 10'000/J., 4 Jahre: `cashEnd === 85'000` (nicht 60'000), Immobilie schuldenfrei | | **Vorbezugssteuer** | PK-Vorbezug 100'000 brutto @ 8 %: `capitalInflow === 92'000`, Restkapital 200'000 (brutto entnommen) | | **Einmaliger Zufluss** | 100'000 nominal @ 10 % Steuer → `oneOffInflow === 90'000`, Cash-Start Folgephase +90'000; Phase 1 hat keinen Zufluss | | **Einmalige Kosten** | 20'000 real, 2 % Inflation, Grenze nach 10 J. → `20'000 × 1.02^10`, entsprechend vom Cash abgezogen | | **Zufluss + Kosten / NONE** | `BOTH`: +50'000 −20'000 → Cash-Start 30'000. `NONE` mit erfassten Beträgen → keine Wirkung | | **Liquiditätslücke durch Kosten** | Kosten 25'000 bei Cash 10'000 → `cashStart === −15'000`, `cashNegative`, `incomplete` | | **Letzte Phase** | Cash-Entscheid der letzten Phase bleibt wirkungslos (kein Übergang mehr) | | Fortschreibung | Einkommens-Basiswert P1 → Startwert P2 = `100'000 × 1.02^5`; `cashStart(P2) === cashEnd(P1)` | ## 8.3 Ausführung ```bash npm test # vitest run npm run lint # eslint npm run build # next build ``` **Verifikationseinschränkung:** Lokal steht keine Datenbank/Docker zur Verfügung. Die Verifikation erfolgt über `npm run build` und die isolierten Berechnungstests; End-to-End-Prüfung erst gegen das Deployment (`fpt.aicds.ch`). --- # 9. Bekannte Einschränkungen und Modellentscheide Dieser Abschnitt hält fest, was im Code steht und beim Weiterentwickeln bekannt sein muss. ## 9.1 Cash wird nicht automatisch ausgeglichen Wird das Cash negativ, meldet das Tool eine Liquiditätslücke (rotes Icon, `incomplete = true`), greift aber nicht ein – es wird kein Vermögen automatisch verkauft und kein Kredit aufgenommen. Negatives Cash geht mit negativem Vorzeichen ins Gesamtvermögen ein. ## 9.2 Verwaiste `PERSON_B`-Elemente Die Haushaltsform ist eine **Szenario-Eigenschaft** und lässt sich im Dialog „Plan-Einstellungen" auch bei einem bestehenden Szenario nachträglich ändern (nicht pro Phase – innerhalb eines Szenarios gilt sie durchgehend). Wechselt ein Szenario dabei von `COUPLE` auf `SINGLE`, schneidet `PlanProfileFields` die Personen auf eine zusammen und `PATCH /api/scenarios/` löscht Person B aus der Datenbank. Elemente mit `ownerRole = "PERSON_B"` bleiben bestehen. In der Berechnung liefert `personByRole` dann `null`: - `AHV`: wird per `if (!owner || …) continue;` übersprungen – keine Rente. - `PENSION_FUND` / `PILLAR_3A`: `owner` ist `null`, deshalb fällt `ownerWorking` auf `anyWorking` zurück, d. h. das Element folgt dem Erwerbsstatus des Haushalts statt der (nicht mehr existierenden) Person. Es gibt keine Bereinigung und keine Warnung im UI. Da die Haushaltsform normalerweise nicht nachträglich geändert wird, ist der Fall selten – er ist aber erreichbar. ## 9.3 Immobilien: was noch fehlt Seit Version 0.5 kennt das Modul Hypothekarzins und Wertsteigerung. Nicht modelliert sind: - **Nebenkosten und Unterhalt** (Faustregel ~1 % des Werts). Lassen sich heute als normales Ausgaben-Element erfassen. - **Eigenmietwert** – ohne echte Steuerlogik (Roadmap Nr. 23) nur halb wirksam. - **Mieteinnahmen** (Renditeliegenschaften) – anderer Anwendungsfall. - **Wertvermehrende Investitionen** und die **Haltedauer-Abstufung** der Grundstückgewinnsteuer (kantonal, teils stark degressiv). - **Zinsänderungsrisiko**: Der Zinssatz gilt für die ganze Phase. Ein Zinsschock lässt sich nur abbilden, indem man an dieser Stelle eine Phasengrenze zieht und den Satz neu setzt. ## 9.4 Kein CSRF-Token Zustandsändernde Requests sind allein durch `sameSite=lax` geschützt. Das deckt klassische Cross-Site-Formular-POSTs ab, ist aber schwächer als ein expliziter Token. ## 9.5 Logout invalidiert das Token nicht serverseitig Das JWT ist zustandslos und bis zu 30 Tage gültig. `logout` löscht nur das Cookie. ## 9.6 Spar- und Bezugsraten werden nicht indexiert `annualContribution`, `annualWithdrawal`, `amortization` und `annualRepayment` sind flache Nominalbeträge, die über die Phasenjahre **konstant** bleiben. Eine Sparrate von 10'000 bleibt 20 Jahre lang 10'000 nominal und verliert dabei real an Gewicht. Wer eine mitwachsende Rate abbilden will, muss die Phase teilen und den Betrag in der Folgephase erhöhen. ## 9.7 Nur ein Zufluss und eine Kostenposition pro Übergang `CashTransitionData` hält genau ein Zufluss- und ein Kostenpaar (Bezeichnung + Betrag). „Erbschaft + Autoverkauf + Poolbau + Küche" am selben Übergang lässt sich nur durch Zusammenfassen abbilden („Diverses, 45'000") – die Aufschlüsselung geht dabei verloren. Bewusster Entscheid zugunsten eines einfachen UI; erweiterbar auf Listen. ## 9.8 Einmalige Ereignisse nur an Phasengrenzen Ein Ereignis kann nur an einem Phasenübergang liegen. Ein Poolbau in Jahr 3 einer 10-jährigen Phase ist nur abbildbar, wenn dort eine Phasengrenze gezogen wird. Nach der letzten Phase gibt es keinen Übergang – ein dort erfasster Betrag bleibt wirkungslos (durch Test abgedeckt). ## 9.9 Gemeinsames Einkommen zählt bei Paaren nicht für die AHV Das mdJE ist eine **personenbezogene** Grösse. Einkommen wird deshalb nur einer Person zugerechnet, wenn das `INCOME`-Element ihr zugeordnet ist (`PERSON_A`/`PERSON_B`). Bei einem **Einzelplan** zählt `HOUSEHOLD` zur Person A – es gibt ja nur eine. Bei einem **Paar-Plan** bleibt `HOUSEHOLD`-Einkommen für die AHV unberücksichtigt. Wer in einem Paar-Plan den Lohn als „Gemeinsam" erfasst, sieht deshalb im Prüf-Dialog ein geplantes Durchschnittseinkommen von 0 und bekäme die Mindestrente. Der Dialog zeigt den Wert prominent an, sodass der Fehler auffällt – aber es gibt keine aktive Warnung. Erwerbseinkommen sollte in Paar-Plänen immer personenscharf erfasst werden. Ebenfalls nicht modelliert: das **Einkommenssplitting** verheirateter Paare (während der Ehe werden die Einkommen hälftig geteilt) sowie Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. Beides würde das mdJE real beeinflussen und wäre der nächste Ausbauschritt. ## 9.10 Verhaltensänderung: AHV-Rente bestehender Pläne Bis Version 0.3 erhielt jede AHV-Position pauschal die **Maximalrente** (32'760), gekürzt nur um Ausfalljahre – unabhängig vom Einkommen. Seit 0.4 folgt sie der Rentenformel. Bestehende Pläne zeigen dadurch eine **andere, in der Regel tiefere** AHV-Rente, sobald das geplante Durchschnittseinkommen unter 90'720 liegt. Das ist keine Regression, sondern die Korrektur einer zu optimistischen Pauschale. Zwei Fälle brauchen Aufmerksamkeit: - **Bereits pensionierte Personen** (bei Planbeginn): Ohne erfasstes Durchschnittseinkommen ergibt das mdJE 0 → **Mindestrente**. Vorher war es die Maximalrente. Die Felder stehen in der AHV-Phasenzelle der ersten Phase; solange sie leer sind, ist die Rente bewusst konservativ. - **Paar-Pläne mit `HOUSEHOLD`-Einkommen**: siehe 9.9. ## 9.11 AHV-Rente wird nach der Pensionierung nicht indexiert Die Rente wird zum Pensionierungszeitpunkt in heutigem Geld berechnet und danach **nominal eingefroren**. Die echte AHV wird alle zwei Jahre an den Mischindex angepasst. Über 25 Rentenjahre verliert die modellierte Rente damit real spürbar an Wert – das Modell ist an dieser Stelle deutlich konservativ. Bewusster Alt-Entscheid, unabhängig von der Rentenformel; der grösste verbliebene Hebel im AHV-Modell. ## 9.12 `PILLAR_3A_MAX_ANNUAL` wird nur im UI erzwungen Das Feld ist per `max`-Prop hart geklammert. Das Zod-Schema kennt für `annualContribution` nur `≥ 0` – ein direkter API-Aufruf kann die Obergrenze überschreiten. ## 9.13 Verhaltensänderung: Nettolohn-Klarstellung und AHV Bis Version 0.4 war nirgends definiert, ob `INCOME` netto oder brutto ist – der Hilfetext sagte nur „die Zahl auf dem Lohnausweis", und dort stehen beide. Für den Cash-Fluss war das folgenlos, weil sich beide Konventionen aufheben (`brutto − Ausgaben inkl. Abzüge` ≡ `netto − Ausgaben ohne Abzüge`). Mit der einkommensabhängigen AHV (0.4) hing daran aber plötzlich eine Rente. Seit 0.5 gilt: **`amount` ist der Nettolohn**, und die AHV rechnet mit `× 1.12` auf brutto hoch. Konsequenzen: - **Wer bisher netto erfasst hat** (die dokumentierte Absicht): Die AHV-Rente **steigt** – sie war zuvor um bis zu ~1'900/Jahr zu tief, am stärksten bei mittleren Einkommen (bei 80'000 brutto: 28'974 statt 30'902). Über 90'720 brutto verschwindet der Effekt, weil beide Werte in die Maximalrente laufen. - **Wer brutto erfasst hat**: Cash-Fluss und AHV sind nun beide zu hoch. Der Einkommensbetrag gehört auf netto korrigiert und die Lohnabzüge aus dem Ausgabenbetrag entfernt. ## 9.14 Keine Steuerschätzung Bewusst **nicht** umgesetzt: eine automatische Schätzung von Einkommens- und Vermögenssteuer. Die Bemessungsgrundlage ist das *steuerbare* Einkommen, nicht der Nettolohn – also brutto minus PK, 3a, Berufsauslagen, Versicherungs- und Kinderabzüge. Darauf kommen drei Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde); allein der Gemeindesteuerfuss variiert innerhalb eines Kantons um rund den Faktor zwei. Dazu Zivilstand, Kinder, Konfession und für die Vermögenssteuer 26 kantonale Tarife mit eigenen Freibeträgen. Das Tool kennt weder Wohnort noch Kinder. Eine Schätzung daraus läge im Einzelfall schnell 30–50 % daneben – bei vielen Haushalten dem grössten Ausgabenposten. Eine selbst berechnete Zahl wirkt zudem autoritativ und wird nicht hinterfragt. Der Benutzer kennt seine Steuerrechnung dagegen exakt aus der letzten Veranlagung. **Heutiger Weg:** ein normales Ausgaben-Element „Steuern" – dafür braucht es kein neues Feld. Echte Steuerlogik ist Roadmap Nr. 23, mit Kanton und Gemeinde als Eingabe. ## 9.15 Monte-Carlo misst Risiko um die Annahmen, nicht deren Richtigkeit Die Simulation streut um die eingegebenen Mittelwerte (historische Rendite/Inflation). Sie beurteilt **nicht**, ob diese Mittelwerte realistisch sind. Ein zu optimistischer Mittelwert liefert eine beruhigende, aber unrealistische Erfolgsquote – die präzise Prozentzahl täuscht dann Sicherheit vor. Der Dialog weist das explizit aus; die Mittelwerte sind Pflichtfelder ohne Default, damit sie bewusst gesetzt werden. Weitere bewusste Vereinfachungen der Stufe A: Inflation und Renditen werden **unabhängig** gezogen (real sind sie negativ korreliert); die Normalverteilungs-Alternative wird gar nicht angeboten (fette Ränder fest eingebaut); die Simulationsparameter werden **nicht persistiert** (ephemer im Dialog). Ein historischer Backtest (Stufe B) und korrelierte/vollständigere Modelle (Stufe C) sind offen. ## 9.16 Diff ist live gegen die Vorlage Die Abweichungs-Markierung vergleicht **immer den aktuellen Stand** des Eltern-Szenarios. Ändert man die Vorlage nachträglich, verschiebt sich die Markierung in allen Kindern rückwirkend: Setzt man in der Vorlage einen Wert auf das, was ein Szenario ohnehin hatte, verschwindet dort die gelbe Markierung, ohne dass das Szenario angefasst wurde. Das ist logisch korrekt („weicht ab von der Vorlage"), kann aber überraschen. Die Alternative – ein eingefrorener Snapshot beim Kopieren – wäre schnell veraltet und würde Abweichungen anzeigen, die keine mehr sind. Bewusster Entscheid zugunsten des Live-Vergleichs. Verwandt: Wird ein Element in der Vorlage gelöscht, gilt das Gegenstück im Kind ab dann als **neu** (der Herkunfts-Verweis zeigt ins Leere). Auch das folgt aus dem Live-Vergleich. ## 9.17 Kleinere Beobachtungen - `planToCsv(plan, computed)` erhält den `plan`-Parameter, verwendet ihn aber nicht. - `Plan.branchFromPhaseId` hat keine Fremdschlüssel-Constraint; die Phase kann gelöscht werden, ohne dass das Feld bereinigt wird. - Die Element-Umbenennung ist als API vorhanden, im UI aber nicht erreichbar. - Die `README.md` ist noch der unveränderte `create-next-app`-Text. (Der frühere `Selection`-Rest in `PlanView` und der ProfileMenu-Lint-Fehler sind seit 0.13 behoben – `npm run lint` läuft fehlerfrei.) ## 9.18 Tornado: was der Chart nicht leistet **Die Balkenlänge hängt von den eingegebenen Bandbreiten ab.** Wer Renditen mit ±2 Prozentpunkten und Ausgaben mit ±20 % variiert, misst zu einem Teil die eigene Wahl dieser Bandbreiten. Deshalb sind sie Pflichteingabe ohne Default und im Ergebnis sichtbar ([4.13.3](#4133-bandbreiten-sind-pflicht--ohne-default)). Aussagekräftig ist die **Reihenfolge**, nicht der absolute Betrag. **One-at-a-time sieht keine Wechselwirkungen.** Schlechte Renditen *und* hohe Ausgaben treffen härter als die Summe der Einzelbalken – weil in der Folge Kapital verzehrt wird, das später zur Verzinsung fehlt. Für Kombinationen ist die Monte-Carlo-Simulation zuständig. **Das Pensionsalter ist seit 0.26 enthalten** – zuvor bewusst nicht, und die Begründung von damals erklärt, warum die heutige Umsetzung so aussieht, wie sie aussieht. Ein isoliert verändertes `retirementAge` wäre nicht ungenau gewesen, sondern **irreführend**. Beispiel: Person 45, Pension mit 65, Phase 1 = 20 Jahre (45→65), Phase 2 = 20 Jahre. - **Auf 62 gesetzt:** Phase 1 beginnt mit 45, also `45 < 62` → die Phase bliebe vollständig Erwerbsphase. Die Person arbeitete im Modell weiterhin bis 65. Wirkung: **praktisch null.** - **Auf 68 gesetzt:** Phase 2 beginnt mit 65, also `65 < 68` → Phase 2 würde zur Erwerbsphase. Zugleich wäre `ownerRetiresNext` an der Grenze nach Phase 1 falsch, womit der **Pensions-Übergang komplett entfiele**: keine PK-Verrentung, kein 3a-Bezug. Der Balken wäre riesig – er misst aber den Ausfall der Vorsorgelogik, nicht „drei Jahre länger arbeiten". Der Treiber verschiebt deshalb `retirementAge` **und** die Phasengrenze gemeinsam ([4.16](#416-pensionsalter-verschieben)). Zwei Eigenheiten bleiben und sind im Dialog benannt: Der Spielraum endet bei den angrenzenden Phasendauern (eine **Zusammenlegung** findet im Tornado bewusst nicht statt), und eine zu weite Bandbreite wird auf das Mögliche gekürzt statt verworfen. Der verwandte Treiber **Lebensdauer** (Dauer der letzten Phase) bleibt daneben bestehen – er beantwortet die andere Frage: nicht „wann höre ich auf", sondern „wie lange muss es reichen". ## 9.19 Simulationsparameter werden nicht gespeichert Weder die Monte-Carlo-Annahmen noch die Tornado-Bandbreiten werden persistiert; beide leben nur im geöffneten Dialog. Das ist ein bewusster Entscheid (kein Datenmodell für Annahmen, keine Migration), hat aber den Preis, dass eine Analyse bei jedem Öffnen neu parametrisiert werden muss. Bei der Monte-Carlo-Simulation über mehrere Szenarien fällt das stärker ins Gewicht als zuvor, weil dort mehr Eingaben zusammenkommen. --- ## 9.20 Transparenz legt auch die Vereinfachungen offen Die vollständige Offenlegung der Rechenwege macht sichtbar, was das Modell **nicht** kann: die nach der Pensionierung nicht indexierte AHV-Rente ([9.11](#911-ahv-rente-wird-nach-der-pensionierung-nicht-indexiert)), den pauschalen Netto-Brutto-Faktor 1.12 ([4.4.5](#445-netto-brutto-umrechnung-für-die-ahv)), die nicht indexierten Spar- und Bezugsraten ([9.6](#96-spar--und-bezugsraten-werden-nicht-indexiert)) und die fehlende Steuerberechnung ([9.14](#914-keine-steuerschätzung)). Das ist der eigentliche Wert der Offenlegung und kein Nebeneffekt. Entscheidend ist aber, dass die Erklärtexte die Grenze **mitnennen**, statt sie zu übergehen – dafür ist das Feld `note` je Rechenschritt da. Ein fachkundiger Nutzer, der eine Vereinfachung selbst entdeckt, nachdem ihm volle Transparenz zugesagt wurde, zieht den härteren Schluss. ## 9.21 Wasserfall: die Zuordnung ist eine Interpretation Welcher Posten in welchen Wasserfall gehört, ist eine **fachliche Entscheidung** und nicht aus den Zahlen ableitbar. Die hier getroffene – Umbuchungen nur im Cash-Wasserfall, echte Zu- und Abgänge nur im Vermögens-Wasserfall ([4.14.2](#4142-die-beiden-wasserfälle)) – ist begründet, aber nicht die einzig denkbare. Wer die Sparrate als „gebundenes Geld" verstanden wissen will, würde sie anders einordnen. Konkret uneindeutig sind zwei Fälle: - **Amortisation** senkt Cash und Hypothek. Im Vermögens-Wasserfall taucht sie nicht auf, obwohl sie das *Eigenkapital* erhöht – die Erhöhung ist bereits im unveränderten Vermögenssaldo enthalten. - **Verrentung** erscheint als Vermögensabgang, obwohl der Gegenwert als Rentenstrom weiterlebt. Der Rentenstrom ist im Modell aber kein Bilanzposten, sondern Einkommen; er taucht in den Folgejahren über die Quote wieder auf. Der Restposten (`residual`) ist die Kontrollgrösse dafür, dass die gewählte Zerlegung wenigstens **vollständig** ist – nicht dafür, dass sie die einzig sinnvolle ist. ## 9.22 Verkaufspreis und Verkehrswert bleiben unabhängig Seit Version 0.12 wird der Verkaufspreis mit dem modellierten Verkehrswert vorbelegt und die Abweichung ausgewiesen ([3.5.8](#358-verkaufspreis-und-modellierter-verkehrswert)). Die beiden Grössen bleiben aber **entkoppelt** – das Tool erzwingt keine Konsistenz. Das ist bewusst so: Ein Verkauf unter dem Verkehrswert ist ein realer Fall (Notverkauf, Verkauf an Nachkommen, Liebhaberobjekt ohne Markt). Eine Zwangskopplung würde diese Fälle unmöglich machen. Der Preis dafür ist, dass eine unplausible Kombination weiterhin eingebbar bleibt – neu aber nicht mehr unbemerkt. Eine Folge bleibt bestehen und ist nicht offensichtlich: **Wird die Immobilie vor Planende verkauft, hat die angenommene Wertsteigerung keinen Einfluss mehr auf das Endvermögen.** Der Erlös folgt allein dem erfassten Verkaufspreis. Im Tornado führt das zu einem Nullbalken, der seit 0.12 erklärt wird ([4.13.5](#4135-wirkungslose-treiber-werden-erklärt)); in der Vermögensbrücke erscheint stattdessen die Differenz `Verkaufspreis − Verkehrswert` als eigener Posten. ## 9.23 Assistent: Teilzustand bei Abbruch Der Plan-Assistent und der Beispielplan senden am Ende eine **Sequenz** bestehender API-Aufrufe (Plan → Phase 1 → Elemente → Folgephasen). Bricht die Sequenz mittendrin ab (Netzfehler), existiert ein **Teil-Plan**. Der ist normal weiterbearbeitbar und der Fehlerhinweis sagt das auch – aber es gibt kein automatisches Rollback. Das wäre nur mit Backend-Unterstützung (Transaktion über mehrere Requests oder Batch-Endpunkt) sauber lösbar und ist bewusst nicht gebaut: Der seltene Fehlerfall rechtfertigt keinen neuen Endpunkt. ## 9.24 Tour: Spotlight ohne Engine Die Tour hebt ihr Ziel als **Spotlight** hervor: Der Rest der Ansicht wird abgedunkelt, das Ziel bleibt hell und trägt einen kräftig pulsierenden Rahmen. Der abgedunkelte Bereich entsteht aus **vier fixed-Flächen** (oben/unten/links/rechts der Bounding-Box des Ziels), die ein «Loch» am Ziel frei lassen. Das ist bewusst **ohne Positionierungs-Engine** umgesetzt und funktioniert – anders als der zunächst probierte `box-shadow`-Trick (0.29) – **unabhängig von z-index und overflow**: Der Schatten liess sonst sticky Matrix-Köpfe hell durchscheinen und wurde im Matrix-Scrollbereich abgeschnitten. Die vier Flächen folgen dem Ziel per `requestAnimationFrame` (sanftes Scrollen, Resize). Die Karte springt auf die dem Ziel **gegenüberliegende** Bildschirmhälfte (oben/unten), damit sie es nie verdeckt, und lässt sich jederzeit **überspringen**. Ziele, die es im aktuellen Plan nicht gibt oder die unsichtbar sind (z. B. das linke Menü auf schmalen Screens), werden übersprungen. ## 9.25 Die Quote ist kein fester Betrag Die Spar-/Verzehrquote **verändert sich über die Phasenjahre**: Das Einkommen wächst mit der Lohnerhöhung, die real erfassten Ausgaben mit der Inflation. Bei 0 % Lohnerhöhung und 1.5 % Inflation sinkt eine Quote von 20'000 über fünf Jahre auf rund 15'100 – ohne dass der Nutzer etwas geändert hätte. `annualContribution` und die übrigen Raten sind dagegen **flache Jahresbeträge** ([9.6](#96-spar--und-bezugsraten-werden-nicht-indexiert)). Wer die Quote des **ersten** Jahres als Rate verteilt, erzeugt sich damit in den späteren Jahren eine Liquiditätslücke. Der Verteil-Dialog begegnet dem auf drei Arten, statt es zu verstecken: - Er zeigt Quote **erstes Jahr**, **letztes Jahr** und **absolut über die Phase**. - Er warnt ausdrücklich, wenn die Quote über die Phase sinkt. - Die Live-Vorschau rechnet den ganzen Plan neu und meldet eine entstehende Liquiditätslücke sofort, statt sie erst nach dem Speichern sichtbar zu machen. Bewusst **nicht** umgesetzt ist eine automatische Deckelung: Es gibt legitime Gründe, mehr zu sparen als die laufende Quote hergibt (etwa wenn ein Cash-Polster aus der Vorphase abgebaut werden soll). Das Werkzeug informiert, es bevormundet nicht. ## 9.26 Fall 2 ist der Nullpunkt – nicht 50 % Naiv erwartet man, dass eine Planung ihren eigenen Endbetrag in **50 %** der Fälle erreicht, sobald man um genau die geplanten Werte würfelt. Das ist falsch, und der Fehler ist gross genug, um ein Urteil zu verderben. Der Grund ist der **Volatilitäts-Drag** ([4.12.5](#4125-ergebnis)): Der deterministische Pfad kapitalisiert das arithmetische Mittel, der Median einer Simulation folgt aber näher dem geometrischen. Gemessen an einem Testplan (800k Startkapital, 30 Jahre, geplante Rendite 5.2 %, deterministisches Endvermögen 3'457'554): | Streuung σ | Median-Endvermögen | P(Plan-Endbetrag erreicht) | |---|---|---| | 0 % | 3'457'554 (= deterministisch) | – | | 3 % | 3'432'399 | ~48 % | | 6 % | 3'322'529 | ~45 % | | 15 % | 2'612'222 | **37 %** | | 25 % | 1'451'659 | **27 %** | Eine Planung mit hoher Aktienquote landet also bei **27–37 %**, obwohl an ihr nichts falsch ist. Ein fixer 50-%-Schnitt würde sie als «zu optimistisch» brandmarken. Deshalb ist der Nullpunkt für das Urteil **Fall 2** – dieselbe Schwelle, dieselbe Streuung, nur der Mittelpunkt aus den eigenen Planannahmen statt aus der Historie ([4.12.7](#4127-zwei-welten-vier-fälle)). Der Vol-Drag steckt dann in **beiden** Zahlen und kürzt sich weg; übrig bleibt genau die Frage, die interessiert: *Ist meine Renditeannahme optimistischer als die Vergangenheit?* Das Toleranzband von ± 5 Prozentpunkten fängt Simulationsrauschen ab. Fall 2 selbst wird nur klein als Referenz gezeigt: als Zahl ist er wenig aussagekräftig (er misst im Wesentlichen die eigene Streuung), als **Vergleichsanker** dagegen unverzichtbar. Der Hinweis, dass die Simulation Risiko **um deine Annahmen** misst und nicht deren Richtigkeit ([9.15](#915-monte-carlo-misst-risiko-um-die-annahmen-nicht-deren-richtigkeit)), bleibt bestehen. ## 9.27 Warum die Regler Standardbereiche haben – und der Tornado nicht Zwei Kapitel dieser Spezifikation scheinen sich zu widersprechen: [9.18](#918-tornado-was-der-chart-nicht-leistet) begründet, warum die Sensitivitätsanalyse **bewusst keine** Default-Bandbreiten anbietet, während die Live-Simulation ([4.15](#415-live-simulation-was-wäre-wenn-regler)) für jeden Regler einen vorbelegten Bereich mitbringt. Das ist kein Versehen. **Beim Tornado bestimmt die Bandbreite das Ergebnis.** Die Balkenlänge ist die Spannweite zwischen dem tiefen und dem hohen Wert – wer «Rendite ±3 pp» gegen «Ausgaben ±5 %» stellt, erzeugt eine Rangfolge, die er selbst vorgegeben hat. Ein Default wäre dort eine **frei erfundene Aussage**: Das Werkzeug würde behaupten, ein Treiber sei wichtiger als ein anderer, obwohl der Unterschied nur aus den voreingestellten Bereichen stammt. Deshalb ist die Bandbreite dort Pflichteingabe ohne Vorschlag. **Ein Regler vergleicht nichts.** Er zeigt genau einen Zustand: «bei dieser Rendite kommt dieses Endvermögen heraus». Der Bereich bestimmt nur, wie weit sich der Schieber bewegen lässt – er verändert das angezeigte Ergebnis an keiner Stelle. Ein Standardbereich erfindet hier also keine Aussage; er macht den Regler überhaupt erst bedienbar, denn ohne Ober- und Untergrenze gibt es keinen Schieber. Die Bereiche sind trotzdem **an beiden Enden editierbar** (Häkchen «Bereiche anpassen»), und neben jedem Regler steht sein **Neutralpunkt** – der Wert, bei dem der Plan unverändert bleibt. Bei allen Verschiebungs-Treibern ist das 0, bei der Inflation der Planwert selbst, weil sie als einzige absolut und nicht als Differenz eingegeben wird. ## 9.28 Was die Versionierung nicht leistet **Das Zeitfenster ist eine Konvention, keine Wahrheit.** Zehn Minuten sind gesetzt, weil FPT keinen Speichern-Knopf hat und der Nutzer den Schnitt sonst nie selbst zieht ([3.8.1](#381-eine-version-je-sitzung--nicht-je-änderung)). Wer nach acht Minuten Pause weiterarbeitet, landet in derselben Version; wer nach zwölf Minuten eine Kleinigkeit ändert, bekommt eine neue. Beides ist gelegentlich nicht das, was man gemeint hätte. Ein Speichern-Knopf wäre die exaktere Lösung, würde aber die Bedienung des ganzen Werkzeugs umkrempeln. **Eine Nebenversion hält den Stand am ENDE der Sitzung fest**, nicht jeden Zwischenschritt darin. Wer innerhalb einer Sitzung etwas ändert und wieder zurücknimmt, findet den Zwischenstand nirgends. Die Historie ist eine Folge von Arbeitsständen, kein Undo. **Es gibt keinen Versionsvergleich.** Zwei Stände lassen sich nur nacheinander ansehen, nicht nebeneinander stellen. Der bestehende Diff ([3.2.6](#326-abweichungs-markierung-diff)) vergleicht Szenarien gegen ihr Eltern-Szenario, nicht Versionen gegeneinander – technisch wäre beides verwandt, aber es ist bewusst nicht Teil dieser Stufe. **Die Historie wird nie beschnitten.** Jede Version hält den vollständigen Zustand als JSON (Grössenordnung 40 KB bei sechs Phasen und zwölf Elementen). Bei intensiver Nutzung wächst das linear; eine Aufräumregel (etwa: Nebenversionen älter als ein Jahr verdichten, Haupt- versionen behalten) gibt es noch nicht. Bei den heutigen Datenmengen ist das unkritisch. **«Wer» unterscheidet heute nichts.** Ein Plan gehört genau einem Benutzer, es gibt keine Freigabe und keine Rollen – die Spalte zeigt also immer denselben Namen. Sie ist Vorbereitung auf den Finanzberater, und die Logik trennt Benutzer bereits sauber (Änderungen verschiedener Benutzer werden nie in einer Version zusammengefasst). **Der Plan selbst ist nicht versioniert**, nur seine Szenarien. Wird ein Szenario gelöscht, verschwindet seine Historie mit ihm (Cascade). Das ist gewollt: Eine Historie ohne das Objekt, das sie beschreibt, wäre nicht wiederherstellbar. ## 9.29 Acht Zahlen je Zelle – und wie wir sie vermeiden Mit den effektiven Werten ([3.9](#39-effektive-werte-plan-ist-vergleich)) bekommt die Matrix eine zweite Achse. Naiv kombiniert ergibt das je Zelle: nominal **und** real, Plan **und** Ist, Phasenbeginn **und** Phasenende – **acht Zahlen**. Das ist keine Tabelle mehr, das ist ein Zahlenfeld. Zwei Entscheide halten es lesbar, und sie fallen an den zwei Orten **verschieden** aus. **In der Matrix: Wert und Abweichung statt zweier Rohwerte.** Es gibt nur «Plan» oder «Effektiv», kein «beide». Im Ist-Modus steht der Ist-Wert und daneben klein die Differenz zum Plan, grün oder rot. Das beantwortet auch die bessere Frage: nicht «wie lauteten die zwei Zahlen», sondern «wie weit bin ich weg». Nominal/real bleibt dort bei drei Möglichkeiten – es sind Zahlen in einer Zelle, keine Linien in einem Bild. **Nur die Abweichung trägt Farbe.** Würde man die Beträge selbst einfärben, entstünde ein Ampelteppich, in dem die eigentliche Aussage untergeht. **In den Grafiken: nominal/real wird zur Einfachauswahl.** Der Vermögensverlauf zeichnete bisher je Serie **zwei** Linien (nominal durchgezogen, real gestrichelt). Mit Plan/Ist wären es vier, bei zwei Szenarien acht. Das Stilbudget geht deshalb an die **wichtigere** Unterscheidung: Plan gestrichelt, Ist durchgezogen – genau die «Plan-Linie vs. Ist-Linie», die die Roadmap verlangt. Wer real sehen will, schaltet um, statt eine zweite Linie dazuzubekommen. **Nicht jede Grafik verträgt beides.** «Plan und Ist gleichzeitig» gibt es nur beim Vermögensverlauf. Die Vermögensaufteilung zeigt schon Beginn **und** Ende je Phase als gestapelte Balken – Plan und Ist daneben vervierfachte sie. Und die Grafik «Einkommen vs. Ausgaben» lebt vom Band zwischen zwei Linien; ein zweites Paar darüber macht genau diese Aussage unkenntlich. Beide zeigen deshalb nur die gewählte Grundlage. **Serienobergrenze vier.** Szenario mal Version mal Datenquelle wächst schnell; darüber hinaus hilft keine Farbpalette mehr. ## 9.30 Warum der Haushalt am Plan hängt Bis V6 trug jedes **Szenario** sein eigenes Grundprofil: Haushaltsform, Personen (Name, Alter, Pensionsalter) und Startjahr. Das war zu grosszügig. Zwei Szenarien desselben Plans konnten so verschiedene Startjahre oder Haushaltsformen tragen – und niemand hätte es bemerkt, bis eine Auswertung Unsinn ergab: Derselbe erfasste Ist-Satz für 2031 wäre je Szenario auf einem anderen Planjahr gelandet. **V7 zieht die Trennlinie neu.** Was den **Haushalt** beschreibt, gehört an den Plan; was eine **Planungsvariante** ausmacht, ans Szenario: | Am Plan (für alle Szenarien) | Am Szenario (variantenspezifisch) | |---|---| | Haushaltsform | **Pensionsalter** je Person | | Personen: Name, Alter | Inflationsannahme | | Planstartjahr | Cash-Anfangswert | | | Phasen, Elemente, Werte | Das **Pensionsalter** bleibt bewusst unten – es ist der Kern jedes Früh- oder Spätpensionierungs-Szenarios. Wollte man Name oder Alter einer Person unterschiedlich planen, wäre das kein Szenario mehr, sondern ein **anderer Plan**. **Der Rechenkern merkt nichts davon.** `toPlanInput()` fügt die beiden Ebenen wieder zu einem unveränderten `PlanInput` zusammen; `computePlan` und die 43 Golden Tests bleiben unberührt. Die Verlagerung ist eine Frage der Datenhaltung, nicht der Berechnung. **Preis der Klarheit:** Der Profil-Dialog muss jetzt je Feld anzeigen, ob es plan-weit gilt oder nur das Szenario betrifft – sonst änderte man beim Bearbeiten eines Nebenszenarios unbemerkt den ganzen Plan. Diese Beschriftung ist der sichtbare Teil der Entscheidung. --- # 10. Glossar | Begriff | Bedeutung im FPT | |---|---| | **Plan** | Selbsttragende Planungseinheit: Grundprofil + Phasenkette + Elemente | | **Szenario** | Die berechenbare Einheit (seit V6): trägt Grundprofil, Phasenkette und Elemente. Jeder Plan hat genau ein Basisszenario; weitere entstehen als vollständige Kopie eines beliebigen Szenarios und hängen als Baum darunter | | **Logisches Element** | Dasselbe finanzielle Element über Szenariogrenzen hinweg, erkannt über die Herkunfts-Kette `sourceElementId` – Grundlage der einmaligen Parametereingabe im Szenario-Vergleich ([4.12.6](#4126-mehrere-szenarien-im-vergleich)) | | **Spannweite (Tornado)** | Differenz zwischen dem Ergebnis beim tiefen und beim hohen Wert eines Treibers; bestimmt Balkenlänge und Rangfolge | | **Umbuchung** | Bewegung, die Geld zwischen Cash und einem Vermögenswert verschiebt, ohne das Vermögen zu verändern (Sparrate, Amortisation, Zusatzinvestition). Erscheint nur im Cash-Wasserfall | | **Vermögens-/Cash-Brücke** | Zerlegung der Vermögens- bzw. Cash-Veränderung einer Phase in ihre Summanden (`WealthBridge` / `CashBridge`) | | **Restposten** | Differenz zwischen gerechnetem Endwert und der Summe der Brücken-Summanden; reine Rundung, Kontrollgrösse für die Vollständigkeit | | **Rechenweg (Trace)** | Protokoll der Rechenschritte mit Formel, eingesetzten Zahlen, Ergebnis und geltender Vereinfachung; entsteht innerhalb von `computePlan` | | **Grundprofil** | Haushaltsform, Personen (Alter, Pensionsalter, Name), Inflationsannahme | | **Lebensphase** | Zeitabschnitt mit fester Dauer; darf keine Pensionierung überspannen | | **Phasentyp** | `ERWERB` / `PENSION` / `MIXED`; abgeleitet, nie gespeichert | | **Finanzielles Element** | Plan-weite Entität einer der 8 Kategorien, über alle Phasen identisch | | **Übergang** | Grenze zwischen zwei Phasen; Ort der einmaligen Entscheide | | **Einmalige Sonderein-/ausgabe** | Ereignis am Übergang (Erbschaft, Poolbau), das direkt aufs Cash wirkt und nicht in die Quote eingeht | | **Pensions-Übergang** | Übergang, bei dem der Besitzer des Elements pensioniert wird | | **Carry / Fortschreibung** | Live-Übertragung des Endwerts einer Phase in die nächste | | **Cash** | Systemseitiges Ausgleichskonto; darf negativ werden (Liquiditätslücke) | | **Quote** | Einkommen − nominale Ausgaben eines Jahres; negativ = **Verzehr** | | **Geplante Sparrate** | 3a-Beiträge + Sparbeiträge + Amortisationen + Tilgungen | | **Geplante Verzehrrate** | Summe der Bezugsraten aus Sonstigem Vermögen | | **Kapitalzufluss** | Verkaufserlöse + PK-/3a-Bezüge aus dem Übergang in die Phase | | **Kapitalinvestition** | Zusatzinvestitionen + Sofort-Tilgungen | | **Nominal** | Betrag in Franken des jeweiligen Jahres | | **Real** | Kaufkraftbereinigt auf den Planbeginn (`nominal / Deflator`) | | **Deflator** | Kumulierte Inflation seit Planbeginn | | **Ausfalljahr** | Jahr ohne AHV-Beiträge; kürzt die Rente um 1/44 | | **mdJE** | Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen – Mittel der Beitragsjahre, bestimmt die Rentenhöhe | | **R0** | Mindestbetrag der vollen AHV-Monatsrente (1'260); alle Schwellen sind Vielfache davon | | **Wendepunkt** | mdJE = 36 × R0 = 45'360; dort wechselt die Rentenformel von Teil 1 auf Teil 2 | | **Plafonierung** | Deckelung der Ehepaar-AHV auf 150 % der Einzel-Maximalrente | | **Umwandlungssatz** | Prozentsatz zur Verrentung des PK-Kapitals | | **Ruin(alter)** | Alter von Person A, in dem das Gesamtvermögen erstmals unter 0 fällt | | **Nachlass** | Endvermögen der letzten Phase (nominal) | --- *Ende der Spezifikation v0.16*